Antonio Dal Masetto

Dal Masetto Antonio Dal Masetto (Foto: © mit freundlicher Erlaubnis des Rotpunktverlags Zürich)

Antonio Dal Masetto wurde 1938 im norditalienischen Intra (Verbania) am Lago Maggiore geboren. Zusammen mit seinen Eltern wanderte er 1950 nach Argentinien aus, wo sich die Familie zunächst in Salto (Provinz Buenos Aires) niederließ. Als junger Mann arbeitete er in verschiedenen Jobs und schließlich lange Jahre als Journalist, wobei er auch zu seinen zentralen erzählerischen Themen kam.
Zwei Motive beherrschen dabei seine Schriftstellerei offenbar besonders: Das Schicksal von Auswanderern und Emigranten und das Elend der dunklen argentinischen Provinz. Letzteres hat er in besonderer Vehemenz in den beiden Krimialromanen Noch eine Nacht sowie Blut und Spiele wiedergegeben. 

Schon Dal Masettos erstes Erzählband wurde 1964 mit dem renommierten Preis Casa de las Americas ausgezeichnet. Der argentinisch-italienische Schriftsteller hat seither insgesamt zehn Romane und weitere zahlreiche Erzählbände veröffentlicht und gilt heute als einer der bedeutendsten zeitgenössischen Autoren Argentiniens. Sein Werk wurde in mehrere Sprachen übersetzt, so u.a. ins Französische (Edition du Seuil), Italienische (Einaudi) und Norwegische. Sein Roman Noch eine Nacht wurde in Argentinien bereits verfilmt.

Derzeit lebt und arbeitet Antonio Dal Masetto in Buenos Aires, wo er nach wie vor als Journalist für die überregionale Tageszeitung "Página/12" tätig ist.

Name: Dal Masetto, Antonio
Lebt in: Buenos Aires
Nation: Argentinien
Lebensdaten: * 14.02.1938 in Intra (Piemont)
Links: Antonio Dal Masetto auf der Homepage des Rotpunktverlags Zürich

"Er versuchte keinen Lärm zu machen, als er das Hotelzimmer betrat. Er knipste die Lampe an und stellte eine Zeitschrift davor, damit Cucurucho vom Licht nicht gestört wurde. Er suchte in seinen Sachen nach einem Buch: die spanische Ausgabe von `Der Königsweg´ von Malraux. Er legte sich aufs Bett. Ihm fehlten noch fünfzehn Seiten. Als er fertig war, las er die letzten Absätze noch einmal. Er starrte auf die Buchstaben, bis sie zu tanzen anfingen und schließlich verschwanden. Dann wiederholte er immer und immer wieder den Satz von Perken, der im asiatischen Urwald mit dem Tode rang: `Es gibt keinen Tod. Es gibt nur mich ..., der sterben wird.´ Er machte das Licht aus."

(Antonio Dal Masatto: Noch eine Nacht, S. 36)

Kriminalromane:

  1. Siempre es difícil volver a casa
    1985

    (Spanischsprachige Neuausgabe 2004)
    Noch eine Nacht (Rotpunktverlag: Zürich 2006)
  2. Hay uns tipos abajo
    1998
    Unten sind ein paar Typen (Rotpunktverlag: Zürich 2007)
  3. Bosque
    2001

    Blut und Spiele (Rotpunktverlag: Zürich 2008)

Andere Romane:

  1. Siete de Oro
    1964

    ("edición definitiva", also "Ausgabe letzter Hand" 1991)
    Nicht auf Deutsch erschienen.
  2. Fuego a discreción
    1983

    ("edición definitiva", also "Ausgabe letzter Hand" 1991)
    Nicht auf Deutsch erschienen.
  3. Oscuramente fuerte es la vida
    1990

    Als wäre alles erst gestern gewesen (Rotpunktverlag: Zürich 2008)
  4. La tierra incomparable
    1994

    Als wärs ein fremdes Land (Rotpunktverlag: Zürich 2010)
  5. Demasiado cerca desaparece
    1997

    Nicht auf Deutsch erschienen.
  6. Tres genias en la magnolia
    2005

    Noch nicht auf Deutsch erschienen.
  7. La culpa
    2010

    Noch nicht auf Deutsch erschienen.

Erzählbände und anderes:

  1. Lacre
    1964
  2. Ni perrros ni gatos
    1987
  3. Reventando corbatas
    1989
    Mit den Erzählungen Pulpo, Golpe de calor, El mejor alimento
  4. Amores
    1991
  5. Gente del Bajo
    1995
  6. El padre y otras historias
    2002
  7. Crónicas Argentinas
    2003
  8. Señores más señoras
    2006

Sekundärliteratur:

  1. Edgardo Berón, Periodismo y literatura en la obra de Antonio Dal Masetto. Dunken: Buenos Aires 2005.
    2005
  2. Tobias Gohlis: Weiter Himmel. - Antonio dal Masetto beobachtet das Erwachen der Gewalt. [Rezension zu den Romanen Noch eine Nacht und Blut und Spiele]
    2006
    In: Die Zeit
    Nr. 49 vom 30.11.2006.

Auszeichnungen:

  • 1964
    Mención Premio Casa de las Américas für den Erzählband Lacre
  • 1983
    Segundo Premio Municipal (Buenos Aires) für Fuego a discreción
  • 1987
    Segundo Premio Municipal (Buenos Aires) für Ni perros ni gatos
  • 1990
    Primer Premio Municipal (Buenos Aires) für Oscuramente fuerte es la vida
  • 1994
    Premio Planeta Biblioteca del Sur für La tierra incomparable

Quellenangaben:

Deutsche Nationalbibliothek; Literatura Argentina Contemporána; Spanischsprachiges Wikipedia; Biblioteca Nacional de la República Argentina; Rotpunktverlag; Suhrkamp Verlag; Tusquets Editores.

 

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