Pablo De Santis

De Santis Pablo de Santis (Foto: Copyright © Ekko von Schwichow / mit freundlicher Erlaubnis des Unionsverlags)

Pablo De Santis, geboren 1963 in Buenos Aires, begann 1981 an der Fakultät für Philosophie und Literatur der Universität Buenos Aires mit einem Studium der Literaturwissenschaften. Seine ersten Veröffentlichungen waren Comics, mit denen er bald größeres Aufsehen erregte. So gewann er bereits 1984 als knapp Zwanzigjähriger den von der Zeitschrift "Fierro" vergebenen "Premio al Mejor Guionista" (Preis für den besten Comic-Texter). Daraufhin widmete er sich dem Schreiben von Comics und verfasste Comic-Texte sowie Essays über diese Gattung. Seit 1985 arbeitete er zudem als Drehbuchautor fürs Fernsehen (so u.a. für die TV-Sendungen "El visitante" und "El otro lado") und schrieb - in guter argentinischer Tradition - weiter an Comic-Szenarios.

Als Schriftsteller machte er sich in der Folge zunächst mit seinen vielen Kinder- und Jugendbüchern einen Namen. Doch erst mit den beiden Romanen Die Fakultät und Die Übersetzung schaffte er um die Jahrhundertwende den internationalen Durchbruch. Für seinen letzten Roman Das Rätsel von Paris wurde er mit dem "Iberoamericano Planeta – Casa de Américana de Narrativa" ausgezeichnet.

Pablo De Santis sieht sich selbst in der Tradition der großen argentinischen Schriftsteller Jorge Luis Borges und Bioy Casares. Seine teilweise skurrilen Kriminalromane spielen in verschiedenen Epochen, Kontinenten und an geheimnisumwobenen Schauplätzen. Typisch sind bei De Santis' Erzählstil zudem seine deutlichen Tendenzen zur Fantastik, Mystik und zu Wortspielereien. Nicht selten sind seine Romane mit satirischem Humor erzählt, so zum Beispiel sehr deutlich in Voltaires Kalligraph, nehmen dabei aber gleichzeitig oft sehr intellektuelle und philosophische Dimensionen an. Seinen bisher - vielleicht stärksten - und letzten ins Deutsche übersetzten Kriminalroman Das Rätsel von Paris konzipierte De Santis so auch folgerichtig als höchst-ironische Hommage an die klassische Detektivgeschichte und als Liebeserklärung für eine der Metropolen der Klassischen Moderne - Paris.

Pablo de Santis' Romane wurden inzwischen in mindestens acht Sprachen übersetzt. Neben seinen Romanen hat er auch Essays und knapp ein Dutzend Kinder- und Jugendbücher verfasst. Nicht zuletzt daher dürfte sein deutliches schriftstellerisches Motto rühren:

"Nie würde mir einfallen, ein Buch zu schreiben, das nicht unterhält."

Der Schriftsteller lebt mit seiner Familie in Buenos Aires.

 

Name: De Santis, Pablo
Lebt in: Buenos Aires
Nation: Argentinien
Lebensdaten: * 27.02.1963 in Buenos Aires
Links: Pablo De Santis' Autorenseite beim Unionsverlag Zürich

"Früher konnten Worte geheimnisvoll und mächtig sein - entweder als Orakel oder als Zauberspruch. Heute scheinen Worte oftmals weniger zu bedeuten, als sie eigentlich bedeuten. Die Autoren, bei denen dieser Verlust am eindrücklichsten gestaltet ist, sind Kafka und Beckett."

(Pablo De Santis, zitiert aus dem Nachwort in "Voltaires Kalligraph", S. 181)

 

"Wir sind es, die das Rätsel als Rätsel überhaupt erst entstehen lassen. Stück für Stück konstruieren wir uns die Tatsachen, bis sie die Gestalt des Rätsels annehmen. (…) Womöglich ist uns ja noch gar nicht bewusst, dass wir alle in ein und demselben Rätsel unterschiedliche Dinge erkennen? Vielleicht liegt dort auf dem Grund einfach nichts."

(Pablo De Santis: Das Rätsel von Paris)

Kriminalromane

  1. Espacio puro de tormentas
    1985
    Noch nicht auf Deutsch erschienen.
  2. El palacio de la noche
    1987
    Noch nicht auf Deutsch erschienen.
  3. Filosofía y letras
    1998
    Die Fakultät (Unionsverlag: Zürich 2003)
  4. La traducción
    1998
    Die Übersetzung (Unionsverlag 2002)
  5. El teatro de la memoria
    1999
    Noch nicht auf Deutsch erschienen.
  6. El calígrafo de Voltaire
    2001
    Voltaires Kalligraph (Unionsverlag 2004)
  7. La sexta lámpara
    2005
    Die sechste Laterne (Unionsverlag 2007)
  8. El enigma de Paris
    2007
    Das Rätsel von Paris (Unionsverlag 2010)
  9. Los anticuarios
    2010
    Noch nicht auf Deutsch erschienen.

Andere Bücher und Schriften

  1. Rico Tipo y las chicas de Divito. (Essay)
    1992
  2. Transilvania Express. Guía de vampiros y de monstruos. (Mit Illustrationen von Max Cachimba)
    1994
  3. Invenciones argentinas. Guía de cosas que nunca existieron. (Mit Illustrationen von Augusto Costanzo)
    1995
  4. Rico Tipo y las chicas de Divito. (Essay)
    1995
  5. La historieta en la edad de la razón. (Essay)
    1998
  6. Los signos. (Erzählung)
    2004
  7. Rey secreto. (Erzählungen)
    2005

Comics

  1. Rompecabezas. (Mit Zeichnungen von Max Cachimba)
    1995
  2. El hipnotizador
    2007-2010
  3. Casterman
    2010

 


Kinder- und Jugendbücher

  1. Desde el ojo del pez
    1991
  2. La sombra del dinosaurio. (Mit Illustrationen von Pez)
    1992
  3. Pesadilla para hackers. (Mit Illustrationen von Pez)
    1992
  4. El último espía. (Mit Illustrationen von Diego Bianchi)
    1992
  5. Lucas Lenz y el Museo del Universo. (Mit Illustrationen von O’Kif)
    1992
  6. Astronauta solo. (Mit Illustrationen von Max Cachimba)
    1994
  7. Las plantas carnívoras
    1995
  8. Enciclopedia en la hoguera. (Mit Illustrationen von Max Cachimba)
    1995
  9. Páginas mezcladas. (Mit Illustrationen von Max Cachimba)
    1998
  10. Lucas Lenz y la mano del emperador. (Mit Illustrationen von O’Kif)
    2000
  11. El inventor de juegos. (Mit Illustrationen von Max Cachimba)
    2003
  12. El buscador de finales
    2008

Sekundärliteratur/-werke

  • Juan Manuel de Prada: "El secreto de Buenos Aires"
    1999
    (In: ABC vom 21.06.1999. Deutsche Übersetzung dazu u.d.T. "Das Glück der Lektüre" auf der Autorenseite Pablo De Santis des Zürcher Unionsverlags.)
  • Fritz von Klinggräf: "Die Detektivgeschichte als Rettungsanker"
    2003
    (Nachwort zu: Pablo De Santis, Die Fakultät. Unionsverlag: Zürich 2003, S. 185.)
  • Tobias Gohlis: "Mordwaffe: Die Feder"
    2004
    (In: Die Zeit vom 15.04.2004)
  • Jochen Schmidt: Labyrinthe und Leidenschaften. Pablo de Santis, Rubem Fonseca, Ramón Díaz Eterovic, Paco Ignacio Taibo II und andere lateinamerikanische Autoren
    2009
    (In: Jochen Schmidt: Gangster, Opfer, Detektive. KBV: Hillesheim 2009. Kapitel IV., S. 734-752.)
  • Interview mit Pablo De Santis. Von Ines Anselmi. Erstsendung im Rahmen der Sendereihe "Literaturland Argentinien" anlässlich der Frankfurter Buchmesse im Oktober 2010 auf art-tv.ch. Länge des Beitrags: 5:17 Minuten.
    2010

Anmerkungen:

  • Für Herbst 2010 wurde Pablo De Santis übrigens zum Stadtschreiber Frankfurts ernannt. Um den interkulturellen Austausch zwischen Argentinien und Deutschland zu fördern, startete das Netzwerk der Literaturhäuser mit dem Goethe-Institut und dem Ehrengast Argentinien sowie dem Medienpartner ARTE das argentinisch-deutsche Stadtschreiberprojekt "Rayuela". Von Mai bis Oktober 2010 reisen fünf deutschsprachige Autoren und fünf argentinische Autoren ins jeweils andere Land. In diesem Zusammenhang kommt Pablo de Santis vom 21.09. bis zum 12.10.2010 nach Frankfurt und nutzt seinen Europa-Aufenthalt danach zu einer kurzen Lesereise.
  • Wem die Bücher von Pablo De Santis gefallen, dem empfehlen wir u.a. auch folgende Krimiautoren zur weiteren Lektüre: Rubem Fonseca, Guillermo Martinez, Patricia Melo und nicht zuletzt Jorge Luis Borges.

Auszeichnungen:

  • Iberoamericano Planeta – Casa de Américana de Narrativa  für Enigma en Paris
    2007

Quellenangaben:

Deutsche Nationalbibliothek; Literatura Argentina Contemporána; Spanischsprachiges Wikipedia; Biblioteca Nacional de la República Argentina; Unionsverlag; Webseiten des Goethe Instituts.

 

Diese Seite gibt es seit dem 7. Oktober 2010. Die letzte Prüfung und Aktualisierung ihrer Inhalte nahmen wir am 18. Mai 2011 vor.

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