Viktor Arnar Ingolfsson

Ingolfsson Viktor Arnar Ingólfsson (Foto: Copyright © mit freundlicher Erlaubnis des Verlags Bastei Lübbe)

Viktor Arnar Ingólfsson ist am 12. April 1955 in Akureyri im nördlichen Island geboren. Schon mit vierzehn Jahren begann Ingólfsson, der übrigens wie seine krimischreibende Kollegin und Landsfrau Yrsa Sigurdadottir als Ingenieur ausgebildet wurde, 1969 beim Isländischen Straßenamt zu arbeiten. Dort ist der nebenberufliche Krimischriftsteller inzwischen seit 1983 im Brotberuf beschäftigt.

Seine ersten schriftstellerischen Versuche startete der Autor in den späten 70er Jahren, als die isländische Kriminalliteratur zum wiederholten Mal eine kurze Konjunktur erlebte, - aber noch keinesfalls international auf sich aufmerksam machte. So bleiben Ingólfssons ersten beiden Kriminalromane aus seiner schriftstellerischen Frühphase im Deutschen bisher nach wie vor unübersetzt.
Der Autor zog Anfang der 80er Jahre wohl seine eigenen Schlüsse aus seinen damals aktuellen Chancen in der Kriminalliteratur, denn sein nächster Roman Engin spor (dt: Haus ohne Spuren) erschien dann in Island erst knapp zwei Jahrzehnte später. In Deutschland debütierte Ingólfsson 2005 zunächst mit seinem insgesamt vierten Roman Das Rätsel von Flatey (OT: Flateyjargáta), der zuvor immerhin für den "Nordic Crime Award 2004" nominiert worden war.

In seinem Hauptberuf als Ingenieur sieht er sich seit 1985 u.a. für alle Publikationen der Verwaltung verantwortlich. In dieser Funktion erreichte ihn dann auch einmal die kuriose Anfrage, weshalb die Straßenverwaltung von Island bis in die jüngste Zeit manche Straßen um sogenannte "Elfenbehausungen" herumbaut, zu welcher Tatsache Ingólfsson folgendermaßen Stellung nahm:

"Wenn die Ureinwohner Amerikas, dagegen protestieren, daß Straßen über altertümliche Begräbnisstätten gebaut werden, wird auf sie gehört. Desgleichen geschieht hier. Es gibt Leute, die glauben an Elfen und wir machen uns nicht über sie lustig. Wir versuchen, mit ihnen auszukommen."
(Zitiert nach dem Autorenporträt des Literaturportals Schwedenkrimi.de vom April 2005.)

Der Autor ist im Übrigen Mitglied im Schriftstellerverband Island seit 1983, dem Verband der isländischen Kriminalschriftsteller gehört er seit 1999 an.

Heute lebt Viktor Arnar Ingólfsson mit seiner Frau und zwei Töchtern in Reykjavík, arbeitet weiterhin hauptberuflich als Ingenieur beim Isländischen Straßenamt und veröffentlicht überdies weiter mit beachtlichem Erfolg Kriminalromane. Zuletzt erschien von ihm auf Deutsch im Oktober 2010 sein Kriminalroman Späte Sühne.

Name: Ingolfsson, Viktor Arnar
Lebt in: Reykjavík
Nation: Island
Lebensdaten: * 12. April 1955 in Akureyri
Links: Deutsche Verlagsseiten des Autoren bei Bastei Lübbe

Montag, 12. Oktober

01:45

"Erinnerst du dich an mich?", fragte jemand an der Tür zur Toilette. Sie stand halb offen. Ein feister Mann wusch sich an einem halbkugelförmigen Waschbecken aus glänzendem Edelstahl die Hände.
"Ja, wir haben heute Abend schon einmal kurz miteinander gesprochen", antwortete er, ohne aufzublicken.
"Richtig, wir haben uns vorhin unterhalten. Du erinnerst dich aber nicht an mich?"
"Sollte ich das?"
"Ja, aber vielleicht erkennst du mich nicht mehr."
"Tja", sagte der feiste Mann und schüttelte die nassen Hände über dem Waschbecken ab.
"Es ist viele Jahre her, Anton. Ich war damals erst neun."
Der feiste Mann, der Anton hieß, nahm ein sauberes Handtuch von einem Tisch neben dem Waschbecken und trocknete sich sorgfältig die Hände ab. Anschließend fuhr er sich mit dem Handtuch durch das aufgedunsene Gesicht und wischte sich Schweißperlen von der Stirn.
"Ein gutes Alter", sagte er.
Eine Weile herrschte Schweigen, bis der andere Mann leise, nahezu flüsternd sagte: "Es war mein letztes gutes Jahr."

(Aus: Viktor Arnar Ingólfsson, Späte Sühne, S. 7)

Kriminalromane:

  1. Dauðasök
    1978
    Nicht auf Deutsch erschienen.
  2. Heitur snjór
    1982
    Nicht auf Deutsch erschienen.
  3. Engin spor
    1998
    Haus ohne Spuren (Verlagsgruppe Lübbe: Bergisch Gladbach 2007)
  4. Flateyjargáta
    2002
    Das Rätsel von Flatey (Lübbe 2005)
  5. Afturelding
    2005
    Bevor der Morgen graut (Lübbe 2006)
  6. Sólstjakar
    2009
    Späte Sühne (Lübbe 2010)

Anmerkungen:

  • Wem die Bücher von Viktor Arnar Ingólfsson gefallen, dem empfehlen wir u.a. auch folgende Krimiautoren zur weiteren Lektüre: Arnaldur Indridason, Arturo Pérez-Reverte und Yrsa Sigurðardóttir.

Sekundärliteratur:

Quellenangaben:

Deutsche Nationalbibliothek; Bastei Lübbe Verlag, Literaturportal schwedenkrimi.de; Web-OPAC des Verbundes isländischer Bibliotheken (Landskerfi bókasafna); Wikipedia.

 

Diese Seite wurde am 28. Januar 2011 erstellt. Die letzte Prüfung und Aktualisierung dieser Seite fand am 29. Januar 2011 statt.

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