Lucie Flebbe

Flebbe Lucie Flebbe (Foto: Copyright © privat / mit freundlicher Erlaubnis des Grafit Verlags)

Lucie Flebbe kam 1977 unter dem Mädchennamen Lucie Ringe in Hameln zur Welt und machte gleich nach dem Abitur eine Ausbildung zur Physiotherapeutin und Rai-Reitlehrerin. So ist ihr Brotberuf noch heute die erlernte Arbeit in der orthopädischen Rehabilitation.

Zum Schreiben kam die Krimiautorin Flebbe nach eigener Aussage schon früh bzw. "eigentlich schon immer". Bereits mit vierzehn Jahren, verfasste sie ihren ersten belletristischen Text, der veröffentlicht wurde: Red Light – Die Geschichte eines Rennpferdes (erschienen in dem spanischen Verlag alhulia).
Das ist der Erzählerin und schriftstellerischen Überzeugungstäterin heute übrigens keinesfalls peinlich. Zumal es bei diesen für junge Mädchen offenbar so "unvermeidlichen Pferdegeschichten", wie sie selbst einmal sagte, natürlich nicht bleiben sollte.
Es dauerte dann schließlich noch bis 2008, als die damals 31jährige mit ihrem Krimidebüt gleich die ganze deutsche Krimiszene kurz einmal ein wenig aufmischte und für Der 13. Brief mit dem Friedrich-Glauser-Preis als die beste Newcomerin in der Sparte Roman ausgezeichnet wurde.

 

Im Mittelpunkt ihrer Detektivromane steht die knapp 20jährige Lila Ziegler. Sie ist aus ihrem Elternhaus in Bielefeld geflohen und im Ruhrgebiet gelandet, wo sie dann der Bochumer Privatdetektiv Ben Danner als "Assistentin" anstellt. Während ihrer Ermittlungen für Danner schleicht sich die junge Frau immer wieder geschickt in das zu observierende Umfeld ein. So ermittelt Lila Ziegler in recht unterschiedlichen Milieus: In ihrem ersten Fall (Der 13. Brief) in einem Gymnasium, dann im zweiten Fall in einem Krankenhaus (Hämatom) und bisher zuletzt im Roman Fliege machen ist es ein Kindergarten, dem ihre "Undercover"-Ermittlungen gelten.
In den Charakterisierungen von Lucie Flebbes Schreib- und Erzählstil fallen immer wieder Schlagworte wie "jung", "humorvoll" und "herzerfrischend". Bei der Literaturkritik urteilte u.a. und nicht zuletzt die 3sat Kulturzeit: "Jung, geistreich und nicht auf den Kopf gefallen." Und die Jury des Friedrich-Glauser-Preises begründete ihre Preisverleihung an Lucie Klassen für Der 13. Brief als bestem Romandebüt 2009 dementsprechend:

"Lucie Klassen gelingt es, einen erkennbar klassischen Ermittlerkrimi sehr kreativ zu variieren und dabei eine Menge frischen Wind in das Arsenal der Klischeesituationen zu bringen: Das beginnt bei der Hauptfigur Lila, die faszinierend zwischen Kind, Teeny und Erwachsener schillert, und das zeigt sich auch in der Anlage der Grundstory.
Einer der für Autoren am schwierigsten zu bewältigenden Teile der Krimidramaturgie besteht ja darin, eine Hauptfigur, die kein Polizist oder keine Polizistin ist, an den Fall zu bringen. Lucie Klassen gelingt das bravourös aus der gelungenen Entwicklung der Hauptfigur Lila heraus. Eine Heldin, die ein echtes Trauma hat, die deshalb handelt, die in abstruseste Situationen gerät und zusätzlich wird der Leser von der Autorin mit einem herzerfrischenden Humor und unerwarteten Wendungen unterhalten."

(Zit. nach der offiziellen Pressemitteilung der "Jury der Autorengruppe deutschsprachige Kriminalliteratur DAS SYNDIKAT" vom 9.5.2009.)

Zur Zukunft ihrer Krimireihe um Lila Ziegler meinte Lucie Flebbe übrigens in einem Interview vom April 2011:

"Teil vier ist im Prinzip fertig. Ich habe es soweit im Kopf und auch schon begonnen zu schreiben. Aber worum es gehen wird, verrate ich noch nicht. Insgesamt schätze ich, dass der Stoff für zehn Fälle reichen wird."
(Zit. nach: Matthias Düngelhoff, "Lucie Flebbe – Bochum-Krimis aus Bad Pyrmont" - Interview. In: Der Westen vom 07.04.2011)

 

2008, kurz nach der Veröffentlichung von "Der 13. Brief", hat Lucie Flebbe erneut geheiratet und ihren Nachnamen von Klassen in Flebbe geändert. Sie lebt heute mit ihrem zweiten Mann und vier Kindern in Bad Pyrmont im Weserbergland.

Name: Flebbe, Lucie
Pseudonym: vormals Lucie Klassen / Geburtsname: Lucie Ringe
Lebt in: Bad Pyrmont
Nation: Deutschland
Lebensdaten: * 1977 in Hameln
Links: Homepage von Lucie Flebbe
  Lucie Flebbe beim Grafit Verlag

Vor mir stand ein Schlumpf.
Ein kleiner, stinkender Schlumpf, der zu allem Überfluss hicksende Heulgeräusche von sich gab wie ein defekter Feuermelder.
Mein Name ist Lila, ich bin zwanzig Jahre alt und ich habe definitiv den falschen Job.
Dabei war heute erst mein zweiter Tag als Praktikantin in der Schlumpfgruppe des Zwergenland-Kindergartens in Bochum-Langendreer. Aber es war bereits die dritte vollgeschissene Hose an diesem Vormittag und die brachte mich dazu, meine Berufswahl zu überdenken. Wieso zum Teufel hatte ich mich zu dieser Arbeit überreden lassen?
"A-a", jaulte der breitbeinig vor mir stehende rothaarige Schlumpf namens Till mit tränenüberströmtem Gesicht.
Gehörte der Toilettendienst eigentlich nur zu meinem Aufgabenbereich?

(Lucie Flebbe, Fliege machen, S. 5 / Romanbeginn)

Serie um Lila Ziegler und den Privatdetektiv Ben Danner:

  1. Der 13. Brief [als Lucie Klassen]
    2008
    (Grafit Verlag: Dortmund 2008)
  2. Hämatom
    2010

    (Grafit 2010)
  3. Fliege machen
    2011
    (Grafit 2011)

Kriminalerzählungen:

  1. Weg zur Hölle
    2011
    (In: Ralph Gerstenberg (Hrsg.), He Shot Me Down. Rock'n'Crime Stories. Rotbuch Verlag: Hamburg 2011, S. 79-90.)
  2. Der Mopp ist weg! (11. Kapitel)
    2010
    (In: GrafiTäter [Sammelpseudonym]: Der Mopp ist weg - Kettenkrimi. Grafit Verlag: Dortmund 2010. Unverkäufliche Verlagsgabe. S. 73-77.)*
  3. Auf die nette Art
    2011
    (In: Angela Eßer / Arnold Küsters (Hrsg.): Leichenblass am Niederrhein. Grafit Verlag: Dortmund 2011, S. 175-185.)


    Anmerkung: Weitere Kurzgeschichten von Lucie Flebbe sind auf dem Literaturforum e-Stories.de einzusehen.

Jugendbücher:

  1. Red Light - die Geschichte eines Rennpferdes [als Lucie Ringe]
    1998
    (Verlag alhulia: Salobreña, Granada 1998)
  2. Indianer laufen barfuß [als Lucie Klassen]
    2004
    (Verlag Mein Buch: Hamburg 2004)

Anmerkungen:

  • * An diesem Kettenkrimi wirkten insgesamt 17 deutsche/deutschsprachige Autoren/innen mit (in chronologischer Reihenfolge nach Kapiteln): Leo P. Ard, G. Wollenhaupt und F. Grenz, Horst Eckert, Michael Herzig, Sunil Mann, Niklaus Schmid, Beate Sauer, Ralph Gerstenberg, Peter Godazgar, Theo Pointer, Lucie Flebbe, Jürgen Kehrer, Petra Würth, Wilfried Eggers, Jan Zweyer, Reinhard Junge.
  • Wem die Bücher von Lucie Flebbe gefallen, dem empfehlen wir u.a. auch folgende Krimiautoren zur weiteren Lektüre: Jeffery Deaver (Reihe um die Privatermittlerin Nancy "Rune" Drew), Eva Rossmann und Nury Vittachi.

Auszeichnungen:

  • 2008
    Friedrich-Glauser-Preis in der Kategorie "Debüt – Bester Erstlingsroman" für Der 13. Brief

Sekundärliteratur/-werke (Auswahl):

Quellenangaben:

Deutsche Nationalbibliothek; Lucie Flebbes offizielle Homepage; Grafit Verlag; Lexikon der deutschen Krimiautoren.

Diese Seite wurde erstellt am 11. Mai 2011. Die letzte Prüfung und Aktualisierung ihrer Inhalte fand am 6. Juni 2011 statt.

Krimi-Specials

Ansehen

Warenkorb:

Weitere Autorenportraits:

» Ambler, Eric
» Arjouni, Jakob
» Aykol, Esmahan
» Bernuth, Christa
» Blomkvist, Stella
» Brack, Robert
» Brown, Andrew
» Carlotto, Massimo
» Connelly, Michael
» Dal Masetto, Antonio
» De Santis, Pablo
» Disher, Garry
» Fischer, Claus Cornelius
» Flebbe, Lucie
» Fleischhauer, Wolfram
» Geier, Monika
» Giovinazzo, Buddy
» Haines, Kathryn Miller
» Hart, John
» Helmich, Hans
» Herrmann, Elisabeth
» Indridason, Arnaldur
» Ingolfsson, Viktor Arnar
» Izzo, Jean-Claude
» Johler, Jens
» Kepler, Lars
» Kutscher, Volker
» Lansdale, Joe R.
» Larsson, Asa
» Lehmann, Christine
» Manotti, Dominique
» McDermid, Val
» Melo, Patricia
» Nadelson, Reggie
» Nisbet, Jim
» Noll, Ingrid
» Peace, David
» Pineiro, Claudia
» Pryce, Malcolm
» Rossmann, Eva
» Sallis, James
» Scharsich, Dagmar
» Schenkel, Andrea Maria
» Schorlau, Wolfgang
» Sigurdardottir, Yrsa
» Siler, Jenny
» Smith, Roger
» Starr, Jason
» Steinfest, Heinrich
» Stevens, Chevy
» Tracy, P.J.
» Winslow, Don
» Wolf, Tom
» Wolter, Walter