Claus Cornelius Fischer

Fischer Claus Cornelius Fischer (Foto: privat / Copyright © Petra Schramek; mit freundlicher Erlaubnis des Autoren)

Claus Cornelius Fischer wurde 1951 in Berlin geboren. Aufgewachsen ist er in der Gegend von Ibbenbüren-Mettingen in Nordrhein-Westfalen. Seine Schulzeit verbrachte er bis zum Abitur als Jesuitenschüler. Danach besuchte er eine Journalistenschule und arbeitete anschließend mehrere Jahre als Pressesprecher, Reporter und freier Mitarbeiter für verschiedene Magazine und Tageszeitungen, so unter anderem für "Die Welt" und "Die Zeit".

Ausgangs der 70er Jahre etablierte er sich dann zunehmend als freier Schriftsteller und Übersetzer. Dabei übersetzte er nicht nur Romane von Sidney Sheldon, Lawrence Sanders, Paul Erdmann, Robin Cook und Irving Wallace, sondern ging als beginnender Schriftsteller nebenbei auch durch die harte Schule der deutschen "Pulp Fiction":

"Was seine Schreibdisziplin (zehn Seiten täglich) und sein ausgeprägtes Gespür für Dramaturgie anbelangt, zehrt der Chandler- und Highsmith-Fan übrigens von seinen literarischen Anfängen. Wilde Western im Groschenheftformat hat Fischer eine Zeit lang im Akkord geschrieben. Dagegen sei ein Roman pro Jahr gar nichts, sagt Fischer, während er am kalbsledernen Weihnachtsgeschenk seiner Frau zupft. Wie jemand, der darum weiß, dass gute Handarbeit heutzutage ein rares Gut ist."
(Zitiert nach: Hendrik Werner, Tod in Amsterdam. In: Die Welt vom 28.04.2007)

Diese harte "Handwerkslehre" hat dem Autoren genauso wenig geschadet wie einst Hammett und Chandler, die ihre Kriminalgeschichten ja ebenfalls zunächst in sogenannten Groschenromanen und Heftchenreihen wie "Black Mask" veröffentlichten.

Fischers erster Roman, der in einer breiteren Öffentlichkeit ankam, war Der Caid und erschien 1981 (Neuausgabe später u.d.T. Mit dem Auge des Tigers). Seit dieser Zeit entfaltete der Autor eine Claus Cornelius Fischer: EisHerzbemerkenswerte Produktivität und liefert bis heute pro Jahr durchschnittlich fast einen Roman ab.
Unter dieser "Vielschreiberei" litt aber keineswegs die Ernsthaftigkeit und Qualität seiner Schriftstellerei: 1989 war er unter anderem mit Günter Grass, Norbert Blüm und Heiner Geissler Herausgeber der Satanischen Verse von Salman Rushdie in Deutschland. Seit 1989 hat er zahlreiche Romane und Drehbücher für Film (Blueprint mit Franka Potente) und Fernsehen (Tatort) geschrieben. Sein Roman Goyas Hand wurde für den aspekte-Literaturpreis nominiert, weitere Bücher folgten.

Fischer schreibt überdies seit Jahren unter verschiedenen Pseudonymen Kinderbücher und historische Romane. Unter dem Titel Der Optimist hat er so u.a. als "Noel Sanssouci" Voltaires moralische Erzählung Candide als satirische Parabel in die Gegenwart übertragen.

Seine ersten Kriminalromane mit dem Amsterdamer Commissaris Bruno van Leeuwen Und vergib uns unsere Schuld (2007) sowie Und verführe uns nicht zum Bösen (2008) waren große Erfolge und wurden in zahlreiche Länder verkauft. Der zuletzt erschienene Roman Eisherz ist inzwischen Commissaris Van Leeuwens vierter Fall.

Claus Cornelius Fischer lebt heute als freier Schriftsteller in München.

Name: Fischer, Claus Cornelius
Pseudonym: Christopher Barr
Lebt in: München
Nation: Deutschland
Lebensdaten: * 8.6.1951 in Berlin
Links: Claus Cornelius Fischers offizielle Homepage
  Bastei Lübbe Verlagsseiten des Autors

Vorsichtig, um sie nicht zu erschrecken, näherte er sich ihr. Als er noch überlegte, was er sagen sollte, hob sie den Kopf und sah ihm entgegen. Er ging zu ihr, umarmte sie und presste sie an sich. Sein Gesicht lag an ihrem Hals, und er spürte, wie sie zitterte, am ganzen Körper, als würde sie von einem inneren Schluchzen geschüttelt.
"Wie siehst du denn aus?", fragte sie.
"Die Menschen sind verrückt geworden", sagte er.
"Ich weiß", sagte sie. "Ich bin Psychologin, schon vergessen?"
Er hielt sie fest umschlungen, und über ihre Schulter hinweg sah er hinter dem Schleier aus Schnee die Beleuchtung der Magere Brug schimmern, und auf einmal wusste er, dass etwas Neues seinen Anfang nahm. "Ich brauche dich", sagte er.

(aus: Claus Cornelius Fischer, EisHerz, S. 21.)

Serie um den Amsterdamer Commissaris van Leeuwen

  1. Und vergib uns unsere Schuld
    2007
    (Ehrenwirth Verlag: Bergisch Gladbach 2007)
  2. Und verführe uns nicht zum Bösen
    2008
    (Ehrenwirth 2008)
  3. Totenengel
    2009
    (Ehrenwirth 2009)
  4. Eisherz
    2010
    (Ehrenwirth Verlag: Köln 2010)

Serie um James Barry (kleine Auswahl an Krimi-Heftromanen)

  1. Rendezvous mit dem Tod
    1979
    (Pabel Verlag: Rastatt/Baden 1979)
  2. Tage der Rache
    1980
    (Pabel 1980)

Andere Bücher (als Christopher Barr und zusammen mit Hans Gamber)

  1. Soldato, der Killer
    1981
    (Droemer Knaur Verlag: München 1981)
  2. Zum Sterben zu schön
    1981
    (Droemer Knaur 1981)
  3. Mago. Ein archäologischer Thriller
    1986
    (Schneekluth Verlag: München 1986)
  4. Hallo, kleiner Planet. Ein Märchen für Erwachsene [Achtung! Keine Kriminalliteratur!; Anm. d. Red.]
    1991
    (Schneekluth 1991)

Andere Kriminalromane

  1. Der Caid
    1981
    (Erb Verlag: Düsseldorf 1981)
    Neuausgabe: Mit dem Auge des Tigers (Bastei Lübbe: Bergisch Gladbach 1981)
  2. Schwerter des Lichts
    1983
    (Lübbe 1983)
  3. Das Blut des Meeres
    1983
    (Bastei Lübbe 1983)
  4. Tulpen aus Amsterdam
    1985
    (Heyne Verlag: München 1985)
  5. Davids Rio Bar
    1986
    (Heyne 1986)
  6. Der Sicherheitsmann
    1986
    (Heyne 1986)
  7. Das Messer
    1986
    (Lübbe 1986)
  8. Die Haut der Schlange
    1988
    (Heyne 1988)
  9. Dicht am Feuer
    2001
    (RM-Buch-und-Medien-Vertrieb / Club Premiere: Rheda-Wiedenbrück, Gütersloh 2001)
  10. Wer den Tiger reitet
    2003
    (Verlag Wunderlich: Reinbek bei Hamburg 2003)
  11. Erlösung
    2011
    (Blessing Verlag: München 2011)

Andere Romane

  1. Goyas Hand
    1989
    (Econ Verlag: München 1989)
  2. Elmsfeuer
    1990
    (Econ 1990)
  3. Wälder des Himmels
    1992
    (Econ 1992)
  4. Mit einem Fuss im Paradies
    1995
    (Marion von Schröder Verlag: München 1995)
    Neuausgabe: Sushi in Paris (Econ / List: München 1998)
  5. Das Ende aller Tage
    1997
    (Marion von Schröder 1997)
  6. Zärtlich sind die Sterne
    2000
    (Ullstein Verlag: München 2000)

Sachbücher

  1. "Ohne Moos - was los" oder: Wie man gut lebt, ohne besser zu verdienen
    1983
    (Verlag Simon: Düsseldorf 1983)

Kinderbücher

  1. Der Tierfänger
    1985
    (Verlag Jugend und Volk: Wien 1985)
  2. Der tödliche Müll
    1985
    (Jugend und Volk 1985)

Drehbücher (Auswahl)

  1. Reporter des Regenbogens
    1987
    (TV-Folge der Serie "Auf Achse" - Staffel 4, Folge 9 der Serie)
  2. Der Fluch der Mumie
    1987
    (TV-Folge der Serie "Auf Achse" - Staffel 4, Folge 12 der Serie)
  3. Zärtliche Sterne
    2000
    (TV-Film [kein Krimi]. Premiere: Filmfest München am 25.06.2000. Erstausstrahlung im TV: 30.11.2000 im Bayerischen Rundfunk)
  4. Boran
    2001
    (Deutschland 2001. R: Alexander Berner. Premiere: 2001)
  5. Blueprint
    2003
    (Deutschland 2003. R: Rolf Schübel. Premiere: 01.01.2003)
  6. Schneetreiben
    2005
    (TV-Folge der Serie "Tatort" - Folge 617 der Serie. Erstausstrahlung: ARD/BR "Tatort München" am 18.12.2005)
  7. Die Frau im roten Kleid
    2006
    (TV-Film [kein Krimi]. Erstausstrahlung: ARD am 19.05.2006)
  8. Kommissar Süden und das Geheimnis der Königin
    2008
    (TV-Film. Premiere: 06.03.2008 in Wiesbaden. TV-Erstausstrahlung: ZDF am 04.04.2009)

Anmerkungen:

  • Die Bücher Fischers wurden in mehreren Sprachen veröffentlicht, so u.a. mit Übersetzungen ins Bulgarische, Polnische und Tschechische. In den Niederlanden erschien er bei dem renommierten Querido Verlag in Amsterdam.
  • Wem die Bücher von Claus Cornelius Fischer gefallen, dem empfehlen wir u.a. auch folgende Krimiautoren zur weiteren Lektüre: Linus Reichlin, Ulrich Ritzel und Hansjörg Schneider.

Sekundärliteratur:

Quellenangaben:

Sofern nicht schon oben angegeben: Deutsche Nationalbibliothek; Bastei Lübbe Verlag, Lexikon der deutschen Krimiautoren, Wikipedia; IMDB - Online Movie Database; Online-Flmdatenbank.

 

Diese Seite wurde am 21. Februar 2011 erstellt. Letzte Prüfung und Aktualisierung dieser Seite am 10. April 2011.

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