Robert Brack

Brack Robert Brack (Foto: © Copyright mit freundlicher Erlaubnis der Edition Nautilus)

Robert Brack, der mit eigentlichem Namen Ronald Gutberlet heißt und 1959 in Fulda geboren wurde, arbeitete nach seinem Studium der Soziologie in Hamburg als freier Autor und Journalist, bis er sich zunehmend größeren Buchprojekten zuwendete. Der Schriftsteller und Übersetzer lebt seit 1981 in Hamburg, der Stadt, die in den meisten seiner Romane und Erzählungen im Mittelpunkt steht.

Unter dem Pseudonym Virginia Doyle hat er sich ab 1999 zusätzlich mit seinen historischen Kriminalromanen "einen Namen gemacht".

1988 erschienen Bracks ersten beiden Kriminalromane Blauer Mohn und Die Spur des Raben, die zusammen mit Die siebte Hölle die Polnische Kriminaltrilogie bilden und sich mit den Verhältnissen im kommunistischen Polen und dem Leben polnischer Exilanten im Westen auseinandersetzten.

Seine genauso politischen wie sozialkritischen Krimis setzte er 1989 mit einer Trilogie um den Sensationsjournalisten Tolonen fort, der in den Romanen Rechnung mit einer Unbekannten, Schwere Kaliber und Psychofieber den Niedergang eines freischaffenden Journalisten beschreibt, der an der Korruption und den Machenschaften von internationalen und lokalpolitischen Interessengruppen zerbricht und am Ende schließlich im Knast landet.

Nach einer Vielzahl von historischen Romanen, die überwiegend im Hamburg des 19. Jahrunderts und des bürgerlichen Zeitalters angesiedelt sind, kehrte Brack erst 2003 wieder zu zeitgeschichtlichen Themen zurück. Mit seiner toughen Hamburger Detektivin und Aikido-Meisterin Lenina Rabe schuf er neuerlich eine temporeiche und hintergründige Krimi-Trilogie, die sich wiederum die Hamburger Verhältnisse vorknüpft.

Brack ist ein intimer Kenner seiner Stadt, denn er war nicht umsonst über 10 Jahre lang Redakteur bei "Szene Hamburg", sondern schreibt bis heute für das Hamburger Abendblatt als Restaurant-Kritiker. Unter eigenem Namen hat Gutberlet überdies sein geballtes Hamburg-Wissen in sechs kurzen, prägnanten Bändchen des Europa-Verlages unter dem Reihentitel "Hamburg Ahoi" veröffentlicht.

Der äußerst umtriebige Vielschreiber Robert Brack veröffentlichte überdies diverse Kriminalstories und Kurzgeschichten und fungierte als Herausgeber von Anthologien wie dem Kettenroman Eine böse Überraschung mit Gisbert Haefs, Janwillem van de Wetering, D. B. Blettenberg, Uta-Maria Heim und 20 (!) weiteren Autoren. Für die Story Das Osterhasen-Wochenende erhielt er dabei übrigens 1997 den Marlowe der Raymond-Chandler-Gesellschaft in der Kategorie Beste Kriminalkurzgeschichte - National (erschienen in der von Peter M. Hetzel herausgegeben Anthologie Bloody Bunny, Rowohlt 1996).

Der sehr vielfältige und schaffensreiche Krimiautor wurde in seiner langen Schriftstellerkarriere u.a. noch 1992 mit dem "Marlowe" der Raymond-Chandler-Gesellschaft für Das Mädchen mit der Taschenlampe und 1996 mit dem Deutschen Krimi-Preis für Das Gangsterbüro ausgezeichnet (beide Edition Nautilus). Zuletzt erschienen in der Hamburger Edition Nautilus Schneewittchens Sarg (2007) sowie nach sechs Jahren intensiver Recherche- und Schreibarbeit Und das Meer gab seine Toten wieder (2008). Im Juni 2010 erschien bei der Edition Nautilus sein neuer Kriminalroman Blutsonntag.

Name: Brack, Robert
Pseudonym: Virginia Doyle
Lebt in: Hamburg
Nation: Deutschland
Lebensdaten: * 4. Mai 1959
Links: Website von Robert Brack / Virginia Doyle
  Verlagsseiten Edition Nautilus

"Ich hatte geplant, die Fabel ein wenig wie bei Science-Fiction-Romanen zu gestalten. Ich wollte beschreiben, wie Massen von Menschen auf die Straße gehen, die Politiker bedrängen und die Einwanderer terrorisieren. Aber angesichts der Ereignisse von Rostock mag es sein, dass ich in Wirklichkeit die Geschehnisse sogar unterschätzt habe."
(Robert Brack zu seinem Roman Psychofieber von 1993)

 

Romane unter dem Namen Robert Brack:

Polnische Kriminaltrilogie

  1. Blauer Mohn
    1988
    (Rowohlt 1988)
  2. Die Spur des Raben
    1988
    (Rowohlt 1988)
  3. Die siebte Hölle
    1990
    (Rowohlt 1990)

Tolonen-Trilogie

  1. Rechnung mit einer Unbekannten
    1989
    (Rowohlt 1989)
  2. Schwere Kaliber
    1991
    (Rowohlt 1991)
  3. Psychofieber
    1993
    (Rowohlt 1993; Neuausgabe bei Edition Köln 2008)

 

Andere Romane

  1. Das Mädchen mit der Taschenlampe
    1992
    (Edition Nautilus 1992)
  2. Das Gangsterbüro
    1995
    (Edition Nautilus 1995)
  3. Nachtkommando
    1997
    (Edition Nautilus 1997)
  4. Und das Meer gab seine Toten wieder
    2008
    (Edition Nautilus 2008)
  5. Blutsonntag
    2010
    (Edition Nautilus 2010)
  6. Unter dem Schatten des Todes
    2012
    (Edition Nautilus 2012)

Lenina-Rabe-Reihe

  1. Lenina kämpft
    2003
    (Nautilus 2003)
  2. Haie zu Fischstäbchen
    2005
    (Nautilus 2005)
  3. Schneewittchens Sarg
    2007
    (Nautilus 2007)

 

Kinder-/Jugendkrimis

  1. Kai und die Weihnachtsdiebe
    2008
    (Carlsen 2008)
  2. Kai und das Geisterbüro
    2011
    Noch nicht erschienen. (Vom Carlsen Verlag angekündigt für September 2011.)

 

Erzählungen in Einzelausgaben

  • Die Feinschmecker-Morde
    1998
    (Schwarze Hefte 7, Verlag Hamburger Abendblatt)
  • Der blutrote Chevrolet
    1999
    (Schwarze Hefte 16, Verlag Hamburger Abendblatt)
  • Todestropfen
    2000
    (Schwarze Hefte 26, Verlag Hamburger Abendblatt)
  • Brandnacht
    2001
    (Schwarze Hefte 30, Verlag Hamburger Abendblatt)
  • Blutgericht in Altona
    2002
    (Schwarze Hefte 42, Verlag Hamburger Abendblatt)
  • Kalte Abreise
    2006
    (Kaliber .64, Edition Nautilus)

 

Romane unter dem Pseudonym Virginia Doyle:

Jacques-Pistoux-Reihe

  1. Die schwarze Nonne
    1999
    (Rowohlt 1999)
  2. Kreuzfahrt ohne Wiederkehr
    1999
    (Rowohlt 1999)
  3. Das Blut des Sizilianers
    1999
    (Rowohlt 1999)
  4. Die Burg der Geier
    2000
    (Rowohlt 2000)
  5. Tod im Einspänner
    2000
    (Rowohlt 2000)
  6. Das giftige Herz
    2000
    (Rowohlt 2000)
  7. Das Totenschiff von Altona
    2002
    (Rowohlt 2002)
  8. Der Fluch der schönen Insel
    2008
    (Heyne 2008)

St. Pauli-Trilogie

  1. Die rote Katze
    2004
    (Heyne 2004)
  2. Der gestreifte Affe
    2005
    (Heyne 2005)
  3. Die schwarze Schlange
    2006
    (Heyne 2006)

Andere Romane

Erzählungen in Einzelausgaben

  • Mord im Star-Club
    2003
    (Schwarze Hefte, Verlag Hamburger Abendblatt 2003)

Romane unter dem Realnamen Ronald Gutberlet:

  1. Der Schatz des Störtebeker
    2005
    (Bastei Lübbe 2005)
  2. Die Morde der Mary Stuart
    2005
    (Europa Verlag 2005)

 

Erzählungen in Einzelausgaben

  • Das Fenster zum Fleet
    2001
    (Mit Robert Brack als Protagonist! - Europa Verlag 2001)

Anmerkungen:

  • Als Übersetzer aus dem Englischen/Amerikanischen arbeitet der Autor vor allem unter seinem wirklichen Namen Ronald Gutberlet (vgl. jüngere Übersetzungen von Anthony Bourdain und John Birmingham), aber auch unter seinem hauptsächlichen Pseudonym Robert Brack (vgl. u.a. die Übersetzungen zu Robert B. Parker, Caleb Carrs "Das Blut der Schande" oder William Landays "Strangler").
  • In eigener Sache: Robert Bracks Roman Unter dem Schatten des Todes gefiel uns so gut, dass wir ihn zum "Hammett"-Krimi des Monats März 2012 wählten.

Auszeichnungen:

  • 1992
    Marlowe der Raymond-Chandler-Gesellschaft in der Kategorie Bester Kriminalroman - National für Das Mädchen mit der Taschenlampe
  • 1996
    Deutscher Krimi-Preis, 2. Platz Kategorie National für Das Gangsterbüro
  • 1997
    Marlowe der Raymond-Chandler-Gesellschaft in der Kategorie Beste Kriminalkurzgeschichte - National für Das Osterhasen-Wochenende

Sekundärliteratur:

  • Steckbrief Robert Brack
    1995
    (In: Rudi Kost / Thomas Klingenmaier: Steckbriefe. Die Krimi-Kartei von A-Z. Rowohlt Verlag: Reinbek bei Hamburg 1995, S. 24.)

Quellenangaben:

Deutsche Nationalbibliothek; Robert Bracks offizielle Webseiten; Edition Nautilus; Lexikon der deutschen Krimiautoren.

Diese Seite wurde am 28. Juni 2010 erstellt. Letzte Prüfung und Aktualisierung dieser Seite am 11. März 2012.

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