Tom Wolf

Wolf Tom Wolf 2008 (Foto: Copyright © Tanja Nittka; mit freundlicher Erlaubnis des be.bra Verlags)

Tom Wolf, geboren als Thomas Wolf 1964 in Bad Homburg vor der Höhe, Sohn eines Kriminalbeamten und einer Verkäuferin, wandte sich schon früh dem anspruchsvollen Schreiben zu. 1987 erschien im Rahmen seines Literaturstudiums seine erste wissenschaftliche Buchpublikation: Einmal lebt’ ich wie Götter. Nachforschungen zu Arno Schmidts "Gelehrtenrepublik". Von 1988 bis 1990 gab Tom Wolf zusammen mit Ralf Jeutter vier Ausgaben und zwei Sonderhefte der deutsch-englischen Literaturzeitschrift "proposition" heraus. Die Kriminalliteratur lag für ihn bis dahin aber noch in ferner Zukunft.

Sein Studium der Germanistik, Philosophie und Kunst führte ihn zuerst über Mainz, Bamberg und Marburg schließlich nach Tübingen, wo er 1996 über Pustkuchen und Goethe. Die Streitschrift als produktives Verwirrspiel promovierte. Er veröffentlichte dann jedoch schon bald zahlreiche belletristische Beiträge in Anthologien, Zeitschriften und Zeitungen und verfasste auch weiterhin wissenschaftliche Bücher, u. a. zu Alfred Döblin und Eduard Mörike.
Als wäre Vielseitigkeit eines der Grundprinzipien seines Lebens, studierte Wolf in diesen Jahren auch im Rahmen des Studium Generale am Tübinger Zeicheninstitut bei dem Künstler und Maler Martin Schmid und stellte zwischen 1989 und 1993 in mehreren Gruppen- und einer Einzelausstellung eigene Grafiken aus. Die Stuttgarter Literaturzeitschrift "Flugasche" veröffentlichte dazu eine Auswahl von Zeichnungen und Holzschnitten (Heft Nr. 43/1992).

Von 1992 bis 2000 lebte Tom Wolf in Hechingen/Hohenzollern. Als er 1994 mit Der Planetenroman in die Endauswahl des Arnsberger Kurzprosawettbewerbs kam, deutete sich bei ihm eine biographische Wende an. Denn nach ersten belletristischen Arbeiten beim kleinen Tübinger Genista Verlag wandte sich der äußerst vielfältige und umtriebige Autor zeitweise überdies dem Journalismus zu und schrieb u.a. für die taz, FR, junge welt, Jungle World. Vielleicht nicht zuletzt wegen seiner Verbindungen zur Berliner Presse wechselte er 2000 seinen Wohnort und Lebensmittelpunkt.

Tom Wolf zog es nach Berlin, wo sich schließlich schon bald darauf seine Karriere als Krimischriftsteller anbahnte. Er begann historisierende Kriminalromane zu konzipieren und veröffentlichte anlässlich des Preußenjahres 2001 im Berliner be.bra Verlag seinen ersten Roman Königsblau. In der Folge erschienen seit 2001 und bis dato insgesamt 11 "Preußen-Krimis". Sein anspielungsreiches kriminelles Farbenspiel mit dem detektivischen Ermittler Honoré Langustier, Hofküchenmeister Friedrichs II., wurde inzwischen auch vertont: DeutschlandRadio inszenierte Königsblau, Schwefelgelb und Rabenschwarz als Hörspiel (u.a. mit Boris Aljinovic, Martin Engler und Tilo Prückner).

Offenbar ziehen Tom Wolf historische Stoffe auch noch in jüngerer Zeit in ihren Bann: So erschienen im Imprintverlag "Die Hanse" bei der Europäischen Verlagsanstalt in Hamburg von 2007-2009 in unmittelbarer Folge drei "Hansekrimis".

Für seine Preußenkrimis erhielt der Autor im Jahr 2005 den kleinen, aber feinen Berliner Krimipreis "Krimifuchs". Von Februar bis Juni 2006 war er überdies Stadtschreiber in Rheinsberg. 2009 heiratete er die Schriftstellerin Rike Wolf.

Wenn Tom Wolf mit seinen 47 Jahren so weitermacht, dann werden wir noch viel von ihm hören und sehen respektive lesen.

Name: Wolf, Tom
Lebt in: Berlin
Nation: Deutschland
Lebensdaten: * 22. März 1964 in Bad Homburg
Links: Tom Wolfs Homepage
  Autor auf den Webseiten des be.bra Verlags

Als ich die Räume unterm Anatomischen Lehrsaal betrat, die Eimer, Wannen, Bäche, Flüsse, Ströme und Seen, ja Meere und Sintfluten von Blut gesehen hatten, erkannte ich nicht nur diesen Ort wieder, sondern auch den Mann, der dort noch immer sein Unwesen trieb: Theden, den Ersten Generalchirurg und Pathologus der Königlichen Charité. Dieser schlanke, aber nicht dürre baumlange Mann begrüßte mich mit dem breiten wesenlosen Lächeln, für das er berühmt war, da es nie aus seinem Gesicht wich:
"... Ich sehe auch mit Bedauern, dass Sie inzwischen die männliche Mode nicht mehr so hoch schätzen wie einst … Ein Jammer! Ist das das Ergebnis der Revolution? Dass Revolutionärinnen Röcke tragen?"
(Zitiert aus: Tom Wolf, Der rote Salon, S. 34 f.)

Reihe um Honoré Langustier, Hofküchenmeister Friedrichs II.:

  1. Königsblau
    2001
    (be.bra Verlag: Berlin 2001)
    Neuausgabe: Mord nach jeder Fasson (btb: München 2003)
  2. Purpurrot
    2002
    (be.bra 2002)
    Neuausgabe: Tödliche Passion (btb 2005)
  3. Rabenschwarz
    2002
    (be.bra 2002)
    Neuausgabe: Zepter und Mordio (btb 2006)
  4. Schwefelgelb
    2003
    (be.bra 2003)
  5. Smaragdgrün
    2004
    (be.bra 2004)
    Neuausgabe: Teuflische Pläne (btb 2007)
  6. Silbergrau
    2004
    (be.bra 2004)
  7. Goldblond
    2005
    (be.bra 2005)
  8. Muskatbraun
    2006
    (be.bra 2006)
  9. Kreideweiss
    2008
    (be.bra 2008)
  10. Kristallklar
    2009
    (be.bra 2009)
  11. Glutorange
    2011
    Noch nicht erschienen. Vom be.bra Verlag angekündigt für September 2011.
  12. Langustiers Memoiren
    2011
    Noch nicht erschienen. Vom Verlag zunächst angekündigt für Oktober 2010, inzwischen aber verschoben auf Herbst 2011.

Preußenkrimis um Geraldine de Lalande:

  1. Der rote Salon
    2010
    (be.bra Verlag: Berlin 2010)
  2. Die letzte Bastion
    2011
    (be.bra Verlag: Berlin 2011)

Hansekrimis:

  1. Die Bestie im Turm
    2007
    (Europäische Verlagsanstalt (eva/Die Hanse): Hamburg 2007)
  2. Der Bierkrieg
    2008
    (eva/Die Hanse 2008)
  3. Feuersetzen
    2009
    (eva/Die Hanse 2009)

Wissenschaftliche Bücher:

  1. Einmal lebt’ ich wie Götter. Nachforschungen zu Arno Schmidts "Gelehrtenrepublik"
    1987
    (Metzlersche Verlagsbuchhandlung: Frankfurt am Main 1987)
  2. Die Dimension der Natur im Frühwerk Alfred Döblins
    1993
    (Roderer: Regensburg 1993)
  3. Pustkuchen und Goethe. Die Streitschrift als produktives Verwirrspiel
    1999
    (Niemeyer: Tübingen 1999)
  4. Brüder, Geister und Fossilien. Eduard Mörikes Erfahrungen der Umwelt
    2001
    (Niemeyer: Tübingen 2001)

Andere Bücher (Nicht-Krimis/Auswahl):

  1. Das letzte Wort
    1994
    (Genista Verlag: Tübingen 1994)
  2. Der Gralsritter und die Fledermaus
    1994
    (Genista 1994)
  3. Ein Platz am Fixstern
    1994
    (Genista 1994)
  4. Heitere Stilübungen
    1994
    (Genista 1994)
  5. Streusel
    1994
    (Genista 1994)
  6. Stürmer
    1995
    (Genista 1995)
  7. 30 weg
    1995
    (Genista 1995)

Auszeichnungen:

  • 2005
    Berliner Krimi-Preis "Reinickendorfer Krimi-Fuchs"
  • 2006
    Ernennung zum 23. Stadtschreiber zu Rheinsberg

Anmerkungen:

  • Wem die Bücher von Tom Wolf gefallen, dem empfehlen wir u.a. auch folgende Krimiautoren zur weiteren Lektüre: Jürgen Ebertowski, Pierre Magnan, Petra Oelker.
  • Tom Wolf ist bei der Hammett Krimibuchhandlung in Berlin ein immer und gerne gesehener Gast: So unterstützten wir u.a. eine seiner vielen Lesungen am 16. September 2002 im ehemaligen Sarglager von Ahorn-Grieneisen in Berlin-Schöneberg.

Quellenangaben:

Deutsche Nationalbibliothek; Tom Wolfs Homepage; be.bra Verlag; Genista Verlag; Literaturport.

 

Diese Seite gibt es seit dem 18. Juli 2010. Die letzte Prüfung und Aktualisierung ihrer Inhalte nahmen wir am 8. Juni 2011 vor.

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