Jenny Siler

Siler Jenny Siler (Foto: Copyright © Gary Isaacs / mit freundlicher Erlaubnis des Fischer Verlags)

Jenny Siler, geboren 1971 in New Brunswick (New Jersey), verbrachte ihre Kindheit in Montana, was sie selbst in trockenen Worten so beschreibt:

"I was born in New Brunswick, New Jersey, but my family moved to Missoula, Montana when I was five, so that my mother could study creative writing at the University of Montana. At twelve, inspired by the fashions I'd encountered on our family's recent year-long expedition to Europe, I became punk's first official embassador to Montana. Sadly, my attempts were not appreciated by the local cowpokes."

Nach dieser nicht einfachen und bewegten Kindheit und Jugend in der tiefsten amerikanischen Provinz trieb es sie an die Ostküste nach New York. Dort begann sie nach drei arbeitsreichen und erfolgreichen Studienjahren an der High School ein Studium an der renommierten Columbia University in New York, das sie jedoch schon bald aus jugendlichem Übermut heraus wieder abbrach.

Danach zog es Jenny Siler in alter Verbundenheit nach Europa. In Paris, im Burgund, in Schottland, Deutschland, Griechenland und Spanien schlug sie sich mit verschiedenen Gelegenheitsjobs durch und machte dabei erste handfeste Lebenserfahrungen. So verdiente sie sich unter anderem als Gabelstaplerfahrerin, Möbelpackerin, Tutorin für taube Schüler und Barmixerin ihre Brötchen. Relativ abgebrannt und "with only 1000 Italian Lire" (also damals gerade einmal einem Dollar) in der Tasche, kehrte sie Anfang der 90er Jahre wieder in die USA zurück, wo sie sich in Key West und Seattle weiterhin mit allen möglichen Jobs über Wasser hielt.

Nach einigen fehlgeschlagenen Lebensentwürfen und verschiedenen Orientierungsversuchen - nun jedoch auch mit einiger Lebenserfahrung - begann sie zu schreiben und veröffentlichte 1998 bei dem angesehenen Verlag Henry Holt in New York in New York ihren ersten Roman "Easy Money" (deutsch: Schnelle Beute) - ein Thriller. Jenny Siler: Verschärftes VerhörSie erregte damit in der Folge zwar erstes Aufsehen, setzte sich dann aber erst sechs Jahre später und nach zwei weiteren Romanen mit ihren Spionagethrillern Ticket nach Tanger und Portugiesische Eröffnung international durch.
In Deutschland gelangten diese beiden Romane so jeweils auf Anhieb in die Bestenliste der KrimiWelt. Jenny Silers Bücher wurden unterdessen in mehr als ein Dutzend Sprachen übersetzt. Inzwischen zählt sie laut einigen Stimmen zu den wichtigsten Newcomern der amerikanischen Kriminalliteratur.
Dass sie im englischen Sprachraum derweil auch unter dem eher männlichen Pseudonym Alex Carr veröffentlicht, ist allerdings eine Randnotiz, die man interpretieren kann wie man will. - Traut man da etwa von Verlagsseite einer Autorin nicht zu, spannende Agenten- und Spionagethriller zu schreiben? 

Jenny Siler tritt dazu den lebendigen Gegenbeweis an und lebt heute mit ihrem Mann, ihrer Tochter und ihrer "exzentrischen Katze" in Lexington, Virginia.

Name: Siler, Jenny
Pseudonym: Alex Carr
Lebt in: Lexington, Virginia
Nation: USA
Lebensdaten: * 1971 in New Brunswick
Links: Jenny Silers Homepage
  Webseiten zu Jenny Silers Roman "An Accidential American"

In den letzten Jahren herrscht wachsende Unsicherheit, wie man Fiktion und Sachbuch voneinander trennen kann. Der kometenhafte Aufstieg des "erzählendenden Sachbuchs" hat die ohnehin undeutliche Grenze zwischen kleinen Ausschmückungen und kompletter Erfindung weiter verschwimmen lassen. Die Beliebtheit einer bestimmten Art von Fiktion, die angeblich lange verborgene Wahrheiten enthüllen will, hat dazu geführt, dass die Leser clevere Erfindung mit Tatsachen verwechseln, was wiederum zu zornigen Reaktionen führte. Ich muss gestehen, dass ich die Aufregung nicht ganz verstehe. Geschichten wollen etwas vermitteln – historische Romane können uns im Idealfall sogar neue Perspektiven für unsere Zeit eröffnen -, und wenn man den Lesern das Vergnügen raubt, ihre Zweifel vorübergehend auszuschalten, brauchen sie tatsächlich nicht erst zu lesen.
Das bedeutet natürlich nicht, dass wir die historische Wahrheit durch die verwässerten Wahrheiten historischer Fiktion ersetzen dürfen. Die Loyalität der Schriftsteller gilt letztlich immer der Story, die der Historiker und Journalisten der Wahrheit. Und wir leben in einer Welt, in der wir uns keine Unwissenheit leisten können.


(Jenny Siler, Portugiesische Eröffnung. Nachwort mit den "Anmerkungen der Autorin zur Bombardierung der amerikanischen Botschaft in Beirut", S. 261-267)

Kriminalromane:

  1. Easy Money
    1998/99
    Schnelle Beute (Goldmann Verlag: München 2001)
  2. Iced
    2000
    Auf dünnem Eis (Goldmann 2002)
  3. Shot
    2002
    Noch nicht auf Deutsch erschienen.
  4. Flashback
    2004
    Ticket nach Tanger (Fischer Verlag: Frankfurt a.M. 2006)
  5. An Accidental American (englischsprachige Ausgabe unter dem Pseudonym Alex Carr)
    2007
    Portugiesische Eröffnung (Fischer 2008)
  6. The Prince of Bagram Prison (englischsprachige Ausgabe unter dem Pseudonym Alex Carr)
    2008
    Verschärftes Verhör (Fischer 2010)

Sachbücher:

  1. The Art of the Heist. Confessions of a Master Thief (zusammen mit Myles J. Connor)
    2009
    - Noch nicht auf Deutsch erschienen.

 

Sekundärliteratur:

  • Jochen Schmidt: Die Klassiker und ihre Erben, Abschnitt m) Montana
    2009

    (In: Jochen Schmidt: Gangster, Opfer, Detektive. KBV: Hillesheim 2009. Kapitel II., S. 217-223.)

Anmerkungen:

  • Wem die Bücher von Jenny Siler gefallen, dem empfehlen wir u.a. auch folgende Krimiautoren zur weiteren Lektüre: Eric Ambler, John Le Carré, Liaty Pisani oder auch Daniel Silva.

Quellenangaben:

Deutsche Nationalbibliothek; Library of Congress; Jenny Silers offzielle Website; Fischer Verlag.

 

Diese Seite wurde am 30. Juli 2010 erstellt. Letzte Prüfung und Aktualisierung dieser Seite am 21. Mai 2011.

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