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Chabon, Michael Die Vereinigung jiddischer PolizistenOriginaltitel: The Yiddish Policemen's Union Aus dem Amerikanischen von Andrea Fischer Detektiv Meyer Landsman, abgetakelter Polizist in Sitka, der Hauptstadt der Juden, ermittelt in einem Mordfall. In dem schäbigen Hotel, in dem er wohnt, wurde sein Zimmernachbar erschossen, und gemeinsam mit seinem Partner Berko beginnt er die Untersuchungen, die ihn zu den Gründungsvätern der Stadt, Schachmeistern und in religiöse Randbezirke führen. Ein irrwitziges literarisches Szenario - auch so hätte die Geschichte verlaufen können. Sechzig Jahre lang haben jüdische Flüchtlinge und ihre Nachkommen den Distrikt Sitka in Alaska aufgebaut und sich nach dem Holocaust und dem Zusammenbruch des Staates Israel im Jahre 1948 eine eigene kleine Welt erschaffen: eine Grenzstadt, in der das Leben trotz der klimatischen Widrigkeiten pulsiert und in der Jiddisch Umgangs- und Amtssprache ist. Doch jetzt soll der Distrikt an Alaska zurückfallen und sich die Geschichte wiederholen - erneut droht den Juden Vertreibung und Heimatlosigkeit. Aber Meyer Landsman vom Morddezernat hat noch andere Probleme als die bald anstehende"Reversion". Seine Ehe ist am Ende, er trinkt und steckt auch beruflich in einer Sackgasse: Nicht mal die Hälfte der Fälle ist gelöst. Sein neuer Chef ist seine Exfrau, und in dem billigen Hotel, in dem er wohnt, wurde ein Mord begangen. Das Opfer ist ein ehemaliges Schach-Wunderkind, und Landsman beginnt mit seinen Untersuchungen aus bloßer Routine und mit dem Gefühl, dass er dadurch vielleicht noch etwas gutmachen kann. Doch als von ganz oben die Anweisung ergeht, dass der Fall sofort zu den Akten gelegt werden soll, ermittelt Landsman mit seinem Partner auf eigene Faust und gerät tief in eine Welt, in der politische Ziele und religiöser Wahn eine gefährliche Allianz eingehen.
Unsere Meinung:Immer wieder muss man sich mit den Ergüssen herumplagen, die den Absolventen diverser creative writing-Schulen von den Verlagen begeistert aus den Händen gerissen werden. Dabei steht das historische oder auf andere Art „besondere“ Setting meist derart im Vordergrund, dass die vermeintliche Kreativität und mithin die Spannung auf der Strecke bleiben. Auch Michael Chabon hat sich für seinen Roman ein außergewöhnliches Szenario einfallen lassen. Gottlob gelingt es ihm jedoch aufs Gelungenste, dessen Möglichkeiten vollständig auszuschöpfen, sodass der Leser sich mühelos in den alaskischen Übergangsstaat, seine Bewohner und das drohende Ende dieser Einrichtung hineinversetzen kann. Das Ganze ist angenehm noir uns spannend, ein äußerst lesenswerter Roman. [ kw/23.02.2009 ]
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Krimi-Specials
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