Titel: Des Teufels Stimme

Misto, John

Des Teufels Stimme

Originaltitel: "The Devil’s Companions" (Hodder Headline: Sydney 2005)
Aus dem australischen Englisch von Andrea Fischer
Im Kloster St. Michael's gab es einen Einbruch, ein Raum wurde verwüstet. Die Polizei nimmt auf der Wache Fingerabdrücke von sämtlichen Nonnen. Ein Polizist gibt diese routinemäßig ins System ein und findet einen Treffer. Als er die Archivnummer und die dazugehörige Akte hat, trifft ihn fast der Schlag: Es ist der Fingerabdruck von Anna Brennan, eines dreijährigen Mädchens, das einundzwanzig Jahre zuvor an Heiligabend aus der vollbesetzten Kirche verschwand, offenbar entführt wurde und nie wieder auftauchte. Der berühmteste ungelöste Fall Australiens. Die ermittelnden Beamten, Greg Raine und seine Kollegin Nikki, konfrontieren die Nonnen mit ihren Erkenntnissen. Detective Raine will auch die Eltern der damals verschwundenen Anna informieren. Doch sein Chef bremst ihn, da Annas Vater inzwischen ein mächtiger Politiker und Anwärter auf den Posten des Polizeiministers ist, und auch andere erweisen sich nicht als hilfreich, z.B. Gregs eigener Vater, der früher selbst Polizist war und den Brennan-Fall bearbeitete, und die Kollegen für interne Ermittlungen, die Greg und seine Kollegin bei ihren Nachforschungen heimlich beobachten. Dennoch geben die beiden nicht auf und verfolgen alle alten Spuren nochmal - bis zum atemberaubenden Finale.

Autor: Misto, John
Titel: Des Teufels Stimme
Jahr: 2008-12
Seiten: 280 |
Verlag: Fischer
ISBN: 978-3-596-17714-1
Preis: 8.95 EUR

Status: Lieferbar

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Unsere Meinung:

Dieses bemerkenswerte Krimidebüt des australischen Autoren John Misto präsentiert sich in einer solch konzentrierten Form, dass wir uns kaum ausführlicher darüber auslassen können, ohne zuviel von diesem ausgeklügelten Spannungsroman zu verraten.
"Des Teufels Stimme" ist ein Buch, das sich haarscharf am Mystery-Thriller vorbeibewegt, dann aber direkt auf einen Noir-Roman zusteuert. Es steht und fällt allerdings mit seinem ausgeklügelten Plot, der folgenden Hintergrund hat:
Der australische Polizist Detective Raine und seine Kollegin (und dann bald auch Geliebte) Nikki stoßen auf einen seltsamen Fall, bei dem beide (aber im Besonderen er) im Verlaufe der Ermittlungen in einen wahrhaft bösen Sog menschlicher Verwicklungen und abgründiger Vergangenheitsmomente geraten. Die Vergangenheit scheint dabei auf mysteriöse Weise die Gegenwart buchstäblich auffressen zu wollen ..
Trotz ihrer ganzen Überraschungen und Wendungen wirkt die Story in "Des Teufels Stimme" nicht unbedingt neu. Auch diesbezüglich könnten wir Ihnen nach einigem Nachdenken mühelos einige mutmaßlichen Vorbilder des Romans nennen, - aber was sollen wir Sie hier mit Rück-, Seiten- oder Querbezügen langweilen oder Sie gar damit enttäuschen, zuviel von der hintergründigen Handlung dieses gelungenen Thrillers zu verraten?
Überdies haben wir schon aus vielen unserer Hammett-Kundenrückmeldungen unsere eigene Meinung bestätigt gefühlt, dass einen gerade der genauso hintergründige wie perfide Plot des Thrillers bis zuletzt im Bann hält. Die Auflösung und das Ende des Romans mögen vielleicht ein wenig überreizt wirken: Aber - und das verbuchen Sie bitte nicht als Kapitulation des Rezensenten - lesen Sie doch einfach selbst nach, was dieser Krimi in sich hat.
Denn es ist immerhin beachtlich, auf welche Weise es John Misto letztlich gelungen ist, seine prekäre Balance zwischen seiner erzählerischen Grundidee und der heftigen Auflösung zu diesem spannenden australischen Familien- und Gesellschaftsdrama zu halten.
Die moderaten Schwächen dieses Krimidebüts liegen gleichwohl offen: Die Handlungsstrecke zur Auflösung des überaus verstrickten Falls wirkt auf den knapp 280 Seiten etwas bemüht. Hier geschieht vielleicht doch ein wenig zuviel auf recht knapp bemessenem erzählerischen Raum, als dass man dies einfach so unhinterfragt stehen lassen möchte. Hervorragend ist wiederum und gleichzeitig die sehr reizvolle Verschleppung der Handlungsmomente: Wer agiert aus welcher Zeit und Vergangenheit heraus, und wer bestimmt wirklich den Fortgang der Ereignisse? Wir denken: Genau diese Ambivalenz machen vielleicht den besonderen Reiz dieses knappen und etwas überborden wirkenden Kriminalromans aus …
Deshalb folgendes Fazit: Düster, abgründig und empfehlenswert.
[ hs/18.04.2009 ]
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