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Markaris, Petros Der GroßaktionärOriginaltitel: Vasikos metochos
Unsere Meinung:Petros Markaris hat sich mit seinen eigenwilligen Polizeiromanen um den Athener Kommissar Kostas Charitos inzwischen in die moderne Geschichte der Kriminalliteratur eingeschrieben. Sein Können und sein prägnanter Erzählstil kommen so auch in seinem vierten Roman um Charitos "Der Großaktionär" erneut zur Wirkung.
Humorvoll und sarkastisch nimmt Markaris in Person seines Kommissars kein Blatt vor den Mund, um seinen Landsleuten den gesellschaftlichen Spiegel vorzuhalten. Ob es sich nun um die politische Korruption und die notorische Vetternwirtschaft in Griechenland handelt, oder um das alltägliche Chaos auf Athens Verkehrsstraßen. Wer wie Markaris weiß, wie chaotisch Menschen und Gesellschaften zum Teil funktionieren, der scheut auch nicht vor großen Themen zurück. In "Der Großaktionär" knöpft sich Markaris in bewährter Manier das Thema "Terrorismus" vor und hat dazu auf seine eher dezente und zurückhaltende Weise viel mehr zu sagen als manch andere Autoren. Es beginnt damit, daß hier Charitos Tochter Katerina ihr jahrelanges Jurastudium ausgerechnet mit dem Thema "Rechtsordnung und Terrorismus" abschließt, wobei Charitos bei allem Vaterstolz zuerst nichts besseres einfällt, als über die berufliche Zukunft seiner Tochter zu spekulieren und über die seltsamen Karrierewege in Hellas zu frotzeln: "Griechenland ist eine riesige Börse, wo alle mit ihren Papieren handeln, vom Aktienpaket bis zum Universitätsdiplom, vom Masterabschluß bis zur Promotion. Damit sichert man sich Positionen und erwirtschaftet sich Gehaltszulagen, ohne dass irgendjemand weiß, worin ihr tatsächlicher Wert eigentlich liegt. So kann man sich mit einem Juradiplom auf der Sternwarte und mit einem Physikabschluß bei der Polizei wiederfinden. Wie an der Börse handelt man einfach mit seinem Papier." (Petros Markaris, Der Großaktionär, S. 17 f.) Doch ob der Frotzeleien werden Charitos und seine Familie bald vom bitteren Ernst des Lebens eingeholt. Es ist eine Ironie des Schicksals: Kurz nachdem seine Tochter zum Thema "Terrorismus" promoviert hat, wird sie während der Urlaubsreise mit ihrem Verlobten Fanis bei deren Schiffspassage nach Kreta das Fährschiff von mutmaßlichen Terroristen entführt. Der Kommissar fällt aus allen Wolken und sieht sich zusammen mit seiner Frau schon bald der Verzweiflung nahe, weil ihm als Polizisten in dieser Situation trotzdem die Hände gebunden sind und ihm damit die ganze Hoffnungslosigkeit der Lage bewusst wird. Dazu kommt im Ablauf der Ereignisse, dass die Entführung offenbar tatsächlich einen terroristischen Hintergrund hat. Die wilde Entschlossenheit der Terroristen wird erkennbar, als sie beginnen, Geiseln zu erschießen und ins Meer zu werfen. Doch ihre Identität und ihre genauen Absichten bleiben seltsamerweise im Dunkeln: Hat man es hier nun mit Islamisten, Palästinensern oder gar Tschetschenen zu tun? Die Überraschung über die wahren Hintergründe wird letztlich bei allen groß sein, doch zu diesem Zeitpunkt ahnt Charitos ja noch nicht, dass er sich mit einem neuen Fall, den er sich zur Ablenkung von den nervlichen Strapazen des Entführungsdramas verordnet hat, genau auf der Spur zu ebenjenen Hintergründen befindet. Denn anfangs sieht er sich nur mit einer ominösen Mordserie konfrontiert. In seiner langsamen und gründlichen Art wird ihm aber schnell klar, dass in Athen ein Serienmörder am Werke ist, und nach Morden an einem Fotomodell und einem Werbefachmann scheint es ganz so, als wolle hier jemand den Verantwortlichen in der Fernseh- und Werbebranche am Zeug flicken. Genauso verrückt wie dieser offenbar psychopathische Täter sind die Entführer auf dem entführten Fährschiff. Auch ihre Motivation ist zunächst kaum nachvollziehbar. Charitos versucht dieses für ihn sehr persönliche Entführungsdrama dennoch zu begreifen und plagt sich während der Krise in schlaflosen Nächten damit ab, eine Erklärung für die geheimnisvollen Vorgänge zu finden. Und ein solches Begreifen nimmt der Kommissar, wie der kundige Leser bereits weiß, wie immer wortwörtlich: Nach meiner Rückkehr ins Schlafzimmer greife ich zu Dimitrakos’ Wörterbuch und suche nach dem Eintrag "Terrorismus". Terror, der; [lat. >SchreckenRoter TerrorKlassenfeind< gerechtfertigt, bes. dann, wenn dieser auch zu gewalttätigen Mitteln (>Weißer Terror
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Krimi-Specials
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