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Gunnerud, Jørgen HatzOriginaltitel: Hostjakt
Unsere Meinung:"[Er, der Täter; d. Red.] plante das perfekte Verbrechen, übersah jedoch die Wahrheit, die sich alle Menschen zu Herzen nehmen sollten, wenn sie in ihrem Leben oder dem Leben anderer den lieben Gott spielen."
"Und welche Wahrheit wäre das?" Moen stand auf und breitete die Arme aus. "Nur Gott ist perfekt." (Jorgen Gunnerod: Hatz, S. 283) Diesem "Spannungsroman" kann man in einer Kritik kaum gerecht werden, weil er selbst kaum den geweckten Erwartungen gerecht wird. Der Titel und die Klappentexte klingen in der Ausgangskonstellation jedoch ganz ausdrücklich nach Hochspannung und dichtem Sozialdrama in der norwegischen Provinz. Marktschreierei. Denn die im Titel versprochene "Hatz" ist keine Hatz, der vorgebliche Spannungshintergrund entfaltet keine wirkliche Spannung, und auch das Drama entwickelt sich nicht zum Drama, weil sich der Autor mit seinem verquasten sozialkritischen Whodunnit und vielen verwirrenden Details permanent selbst im Weg steht. Gunnerud nervt darüber hinaus durch seinen (sozial)pädagogischen Eifer, und dieses Lesegefühl wird durch endlose Verhöre, Querbezüge und falsche Verdachtsmomente nur noch verstärkt. Die "Hatz" entwickelt sich dadurch leider zu einer eher sperrigen, langweiligen und dabei recht langatmigen Veranstaltung. Auch die vielen klischeehaften Zufallsmomente in der Handlung wirken überstrapaziert. Dass zum Beispiel Gunnerud seinen Kommissar Knut Moen auf Landurlaub und dann in einem komplizierten Fall (mit weiteren Opfern) fast umstandslos fremd ermitteln lässt, in dem ausgerechnet dessen Cousine einem Mord zum Opfer fiel ... - na ja. Das trägt alles zusätzlich zu dem Eindruck dabei, das dieser Kriminalroman nicht zuletzt überkonstruiert wirkt. Ist "Hatz" dann vielleicht ein Krimi für Sozialpsychologen und Sozialpädagogen? Immerhin handelt das Buch von den mörderischen Macht- und Beziehungskämpfen eines verlogenen Sozialarbeitermilieus, die in einem Wohnheim für auffällig gewordene Jugendliche erstmals eskalieren. Doch selbst für besagte Lesergruppe darf man berechtigte Zweifel hegen. Dazu kaschiert Gunnerud sein Drama viel zu sehr mit seiner überaus umständlichen Whodunnit-Strategie. Fazit: Der Klappentextschreiber muss ganz offenbar ein anderes Buch gelesen haben. Gleichwohl können wir auch das tatsächlich vorliegende Buch nach der eigenen Lektüre leider beim besten Willen niemandem empfehlen. [ hs/04.03.2010 ]
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Krimi-Specials
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