Titel: Blind River

Hamilton, Steve

Blind River

Originaltitel: Blind River
Aus dem Amerikanischen von Monika Schurr und Volker Neuhaus

Es ist Februar in Paradise, Michigan, und zum ersten Mal, seit er sich dort verkroch, unterzieht Alex sein Leben einer Prüfung. Kein Wunder der Einzelgänger hat sich verliebt. In Natalie Reynaud von der Ontario Provincial Police. Natalies Partner wurde vor kurzem getötet, und für ihre Chefs ist Natalie schuld daran. Sie braucht Abstand, und Alex gelingt es, Natalie zu einem romantischen Wochenende zu überreden.
Trotz des schlimmsten Blizzards seit Jahren macht er sich auf den Weg in das alte Grand Hotel am See. Als er endlich dort ankommt und alles perfekt zu sein scheint, dringt etwas in ihr Leben ein, das sehr viel mörderischer ist als der Schneesturm, der da draußen immer noch tobt: jemand, der alles über Natalie weiß. Kurz darauf gibt es einen Toten.
Natalie ahnt, es geht um ihre Familie, um eine alte Geschichte, hinter deren Geheimnis sie nie gekommen ist. Sie will sich den Dämonen der Vergangenheit allein stellen und versucht Alex abzuschütteln, doch er denkt nicht daran, sie in einer solchen Bedrohung alleinzulassen. Beinahe übersehen die beiden über ihren Querelen die tödliche Gefahr, die sie umgibt.

Autor: Hamilton, Steve
Titel: Blind River
Jahr: 2010-10
Seiten: 379 | Taschenbuch
Verlag: DuMont
ISBN: 978-3-8321-6140-8
Preis: 9.95 EUR

Status: Angekündigt

Preis: 9.95 EUR

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Unsere Meinung:

„In a land of hard winters, the hardest of all is the winter that fills you with false hope.“
(Steve Hamilton, Ice Run, S. 1. Deutsche Ausgabe: „Blind River“)

Nachdem der DuMont-Verlag im Laufe des Jahres 2005 inoffiziell beschlossen hat, nach der ambitionierten Noir-Reihe, die von dem leider eher unglücklich agierenden Martin Compart von 1999-2000 herausgegeben wurde, auch noch die schon lange Zeit etablierte „Kriminalbibliothek“ aufzugeben und einzustellen, schienen uns u. a. mit Steve Hamilton und Joe R. Lansdale bereits zwei wichtige zeitgenössische amerikanische Krimiautoren für lange Zeit verloren gegangen zu sein. Im Falle Lansdales sprang der erfreulich rührige kleine Berliner Shayol-Verlag in die Bresche, doch Steve Hamilton wähnten wir lange völlig im Aus.
Nun hat sich besagter Verlag offenbar der Qualitäten eines herausragenden zeitgenössischen Krimiautoren besonnen und brachte zumindest noch den 6. Band der Alex McKnight-Serie kommentarlos als Hardcover zu 19,90 Euro auf den Markt, ohne allerdings die zum Verständnis der Krimiserie nicht unwichtigen Vorgängerromane lieferbar zu halten. Nur noch Band 4 der Serie, nämlich „Nördlich von Nirgendwo“, ist als Taschenbuch derzeit problemlos lieferbar. Schlechte Verlagspolitik - - -
Dennoch dürften sich viele deutsche Hamilton-Fans auf die Fortsetzung gefreut und den Brocken bereits verschlungen haben, den ihnen der Verlag so lieblos hingeworfen hat. Denn bei diesem Roman und bei dem Wiedersehen mit Alex McKnight verhält es sich in etwa so, als ob man einen alten und guten Bekannten wiedertreffen würde.
Steve Hamilton knüpft hier nahtlos an "Himmel voll Blut" an, insofern er seinen Helden McKnight die heftigen Erlebnisse jener Geschichte mit der Suche nach einer verloren gegangenen Jagdgesellschaft und den Beginn seiner Beziehung mit der Polizistin Nathalie Reynaud von der Ontario Provincial Police überhaupt „nahtlos“ verarbeiten lassen konnte.
In „Blind River“ (OT: „Ice Run“) freundet sich Alex mit dem Gedanken an, mit jener Nathalie ein neues Leben aufzubauen. Doch gerade als sie sich einander annähern und ein gemeinsames Wochenende miteinander verbringen wollen, zieht ein heftiger Schneesturm auf. So treffen beide in einem Hotel auf Simon Grant, einen mysteriösen alten Mann, der offenbar mehr über Nathalie und ihre Familie weiß als Nathalie selbst …

Steve Hamilton spinnt mit „Blind River“ seinem unfreiwilligen Detektiv McKnight weiter an einer der besten P.I.-Serien der letzten Jahre. Und es lohnt sich unbedingt, sich seine spannungsreichen Romane einmal vorzuknöpfen, die in einem angenehm lakonischen Ton und mit einem trockenen Schuß Humor erzählt sind.
Alle deutschen Fans, die des Englischen soweit mächtig sind, seine Romane ohne Handicaps und mit Genuß im Original lesen zu können, sind insofern zu beneiden. Sie haben ihre gute Krimilektüre quasi auf der sicheren Seite. Dagegen kann oder will Hamiltons deutscher Verlag seine Leser/innen offenbar nicht in entsprechender Weise bedienen. Angesichts einer solch heillos verqueren Verlagspolitik sollte DuMont trotz seiner durchaus bemerkenswerten Krimitradition vielleicht keine weitere Hoffnungen wecken, sondern endlich völlig Abstand von seinem „Schmuddelkind“ Kriminalliteratur nehmen und sich ganz auf sein genauso „sauberes“ wie unverdächtiges „Kerngeschäft“ konzentrieren: E-Literatur bis zum Abwinken.

[ hs/02.04.2007 ]
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