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Herrmann, Elisabeth Zeugin der TotenSpuren eines quälend langsamen Todes, Blutlachen wie Seen, Hände, die verzweifelt Halt suchen. Judith Kepler hat viel gesehen. Sie wird gerufen, wenn die Spurensicherung geht. Sie macht aus Tatorten wieder bewohnbare Räume. Sie ist ein Cleaner. In der Wohnung einer grausam ermordeten Frau begegnet sie ihrer eigenen Vergangenheit. Die Tote kannte Judiths Geheimnis. Unter mysteriösen Umständen war Judith als Kind in ein Heim gebracht worden. Herkunft unbekannt. Immer im Schatten dabei, die Staatssicherheit. Als Judith Fragen zu stellen beginnt, gerät sie in das Visier mächtiger Gegner. Sehen Sie dazu auch unsere ausführliche TV-Kritik vom 08.04.2011 unter: Elisabeth Herrmann - Zeugin der Toten
Unsere Meinung:Der Tod von Christina Borg ist für die Berliner "Tatortreinigerin" Judith Kepler zunächst nur ein Job wie jeder andere. In der Wohnung der Ermordeten gerät sie aber zufällig an eine Akte, die sie selbst und ihre Vergangenheit in einem Kinderheim der DDR dokumentiert. Die Tote hatte offenbar umfangreiche Recherchen über Judith angestellt. Judith verschafft sich ein zweites Mal Zugang zu Borgs Wohnung, um der Sache genauer nachzugehen. Dabei überrascht sie einen Fremden, der gerade versteckte Kameras und Mikrofone verschwinden lassen will. Bei der Durchsuchung des vollkommen verängstigten Mannes findet sie vier Ausweispapiere, die allesamt mit unterschiedlichen Identitäten versehen sind. Bevor jedoch Judith den Mann genauer danach befragen kann, wird sie niedergeschlagen und der Unbekannte kann entkommen. Eine handschriftliche Notiz der Ermordeten führt Judith dann auf eine entscheidende Spur mit dem Hinweis auf eine Fernsehsendung. In dieser wird der ehemalige Spion Quirin Kaiserley zu verschiedenen deutschen Geheimdienstaktivitäten der 80er Jahre befragt, wobei schnell klar wird, dass bei der Aufklärung früherer Geheimdienstaktivitäten die "Rosenholz-Akte" eine zentrale Rolle spielt. Auch für Judith scheinen dort die Geheimnisse ihrer eigenen Vergangenheit verborgen zu sein ... Außergewöhnlich geschickt verknüpft Elisabeth Herrmann die persönliche Geschichte der Judith Kepler mit den Ereignissen der deutschen Geschichte der zermürbend langen Zeit des Kalten Krieges vor dem Mauerfall. Zentrales Motiv sind in "Zeugin der Toten" die sogenannten "Rosenholz-Akten". Bei diesen handelt es sich um jene legendären Dateien, die von auf westdeutschem Gebiet tätig gewesenen DDR-Auslandsagenten – und das meist unter ihrem Klarnamen – angelegt wurden. Gleichzeitig taucht man ein in die dunkle Vergangenheit Judith Keplers, wie auch über die Arbeit der ost- wie westdeutschen Geheimdienste in der Vorwendezeit. Mit der starken Figur der Tatort-"Cleanerin" (einer veritablen Berufsgruppe! - Anm. d. Red.) verlässt übrigens Elisabeth Herrmann die eingefahrenen (wenn auch zu Recht erfolgreichen) Gleise ihrer Serie um den Berliner Anwalt Joachim Vernau und seiner anarchistisch anmutenden Kollegin Marie-Luise Hoffmann. Der Mut und die Souveränität von ihrer erfolgreichen Serie abzugehen und sich an neuem Erzählstoff zu versuchen, ist der Autorin nicht hoch genug anzurechnen. Ganz stark machen den Roman auch seine Figurenzeichnungen und die Glaubwürdigkeit vieler seiner Nebenfiguren. Ob das nun die Beschreibung von Judiths Chef, dem Neuköllner Unternehmer Dombrowski, ist oder ob es sich dabei um die genauen Beschreibungen diverser Mitarbeiter unterschiedlicher Geheimdienste handelt. Was mir bei diesem Roman nahe ging, das waren übrigens weniger die Detailbeschreibungen von Judith Keplers Arbeitsalltag als Tatortcleanerin. Vielmehr war es die furchtbare Kälte, welche die Szenen in einem Kinderheim auf Rügen ausstrahlten ... [ ck/28.02.2011 ] Vergleichen Sie dazu auch unsere TV-Kritik unter: Elisabeth Herrmann, Zeugin der Toten (ck/13.04.2011)
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Krimi-Specials
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