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French, Nicci Seit er tot istOriginaltitel: What To Do When Someone Dies
Unsere Meinung:Eleanor Falkner verliert ihren Ehemann Greg bei einem Autounfall. Das wirft ihr Leben völlig aus der Bahn, und das nicht zuletzt deshalb, weil bei dem tödlichen Unfall auf dem Beifahrersitz eine fremde Frau mit Greg in den Tod gefahren ist. Die Witwe wird fortan von Zweifeln zerfressen: Hatte ihr Mann ein Verhältnis mit dieser Frau? Und wie hätte das sein können, erschien doch ihre Ehe bis zuletzt so überaus glücklich?
Als Eleanor schließlich Ihre Zweifel und Selbstvorwürfe nicht loswird, beginnt sie den Unfalltag und die Ereignisse vor dem Tod ihres Mannes so akribisch zu rekonstruieren, so dass sich ihre Freunde bald ernsthaft um sie Sorgen machen. Doch für Eleanor passen da einige Dinge im Ablauf der Ereignisse einfach nicht zusammen und zu viele Fragen bleiben für sie ungeklärt. Wie von einer fixen Idee angetrieben, beginnt die Witwe bald, Detektiv zu spielen. Denn das Gefühl lässt sie einfach nicht los, dass es sich hier vielleicht um mehr als einen einfachen Autounfall mit Todesfolge handelt. Dieser Handlungsablauf des Romans "Seit er tot ist" klingt spannender als er tatsächlich ist und legt zudem auf den ersten Blick den Plot eines klassischen Psychothrillers nahe. Allerdings verbreitet der Roman des Autorengespanns Nicci Gerard und Sean French (= Nicci French) zunächst über fast 160 Seiten nur gediegene Langeweile, bis sich dann mit ein paar erlösenden Sätzen langsam andeutet, dass man es hier tatsächlich und doch noch mit einem Kriminalroman zu tun haben könnte: Ich blickte von einem zum anderen. Niemand lächelte oder nickte, alle starrten mich nur ernst oder verlegen an. "Es muss also etwas anderes gewesen sein", fuhr ich düster fort. Ich hörte meine Worte die Stille durchschneiden. "Etwas Schlimmes." "Etwas Schlimmes?" "Ich glaube, dass er ermordet wurde." In dem Moment hätte man eine Stecknadel fallen hören können. (Nicci French, Seit er tot ist, S. 156 f.) Ich mochte es bis dahin aber kaum glauben, in welcher geschwätziger Belanglosigkeit hier zuvor und auch noch danach mit dem Anspruch auf Tiefgründigkeit die Seelennöte einer Witwe ausgebreitet werden, die von dem Tod ihres Mannes völlig aus der Fassung gebracht wird. Bei weiten nicht alles daran ist schlecht erzählt, es gibt so durchaus einige bemerkenswerte Passagen. Dennoch bleibt der Eindruck dieser doch so umständlichen Art und Weise, in der das Autorengespann seine Geschichte aufbaut und banale Alltäglichkeiten und Beobachtungen aneinander reiht, ohne sie in ein plausibles Spannungsgefüge einzubauen. Es wird fast wahllos von diesem und jenem geredet, wobei sich die Autoren redlich anstrengen, Figuren und Erzählmomente noch entsprechend zu psychologisieren, aber entscheidende Bedeutungsgehalte vermissen lassen. Das Autorengespann Nicci French zeigt in "Seit er tot ist" also weder die erzählerische Kraft, persönliche Tragödien eindrücklich nachempfindbar zu machen oder Figurenzeichnungen wirklich lebendig werden zu lassen, noch ist da offenbar das handwerkliche Können, dies alles spannungstechnisch in einen spannungsreichen Psychothriller umzusetzen. - Aus Großbritannien ist man in dieser Hinsicht derzeit überdies mit Autoren und Autorinnen wie Val McDermid (vor allem in ihren eigenständigen Romanen wie "Echo einer Winternacht"), Michael Robotham ("Adrenalin"), oder zuletzt auch Camilla Way ("Schwarzer Sommer") weitaus besser bedient. Am Ende (beachte S. 342-349) scheinen "French" sich sogar selbst in einer Tatrekonstruktion, die der stereotypischen Rückblende in den alten "Kommissar"-Fernsehkrimis alle Ehre macht, noch einmal vergegenwärtigen zu wollen, dass man hier doch eigentlich vorhatte, einen Kriminalroman zu schreiben ... Fazit: Hart dies so zu sagen, aber dieser Roman wirkt trotz starker Ausgangsmotive einfach nur öde und langweilig. [ hs/11.06.2009 ]
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Krimi-Specials
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