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Beckett, Simon Kalte AscheOriginaltitel: Written in Bone Aus dem Englischen von Andree Hesse Asche ist alles, was von ihr übrig geblieben ist. Fast alles. Als der Rechtsmediziner David Hunter die Überreste der Frau in einem verfallenen Cottage auf der schottischen Insel Runa zum ersten Mal erblickt, weiß er sofort: dieser Tod war kein Unfall. Er will seine Erkenntnisse dem Superintendenten mitteilen, doch die Leitung ist tot. Ein Sturm schneidet die Insel von der Außenwelt ab. Da geschieht ein weiterer Mord.
Unsere Meinung:Selten hat mich ein Roman in den letzten Jahren so verärgert! Ein Werk ohne jede Substanz oder gar erzählerische Stärke. „Kalte Asche“ macht seinem Namen alle Ehre, denn es handelt sich um ein künstliches Gebilde ohne jedwedes Eigenleben. Simon Beckett liefert hier ein cleanes Produkt ab, das nur mit ebenso lieblosen wie kaum genießbaren Fertiggerichten zu vergleichen ist. Nichts, aber auch gar nichts Eigenes hat uns dieser Autor mitzuteilen. Auffallend viele Bausteine des Romangebildes sind aus Klassikern offensichtlich entlehnt, mal mehr, mal weniger unverschämt deutlich. Hier ein bisschen Maurice Leblanc ("Die Insel der 30 Särge"), da ein wenig Agatha Christie ("And Then There Were None"/"Zehn kleine Negerlein") und natürlich wird auch Arthur Conan Doyles "The Adventure of the Final Problem"/"Das letzte Problem" nicht ausgelassen. Das allein ist durchaus kritikwürdig, wenn auch nicht viel mehr als bei anderen Autoren. Simon Beckett setzt dem ganzen aber instantmäßig die Krone auf. Er geht mit seinem Werk genau bis an die Grenzen des im Rahmen des Mainstreams Erlaubten. Ein paar geschickt dosierte Details aus der Rechtsmedizin, die erschrecken sollen ohne jedoch zu verletzen. Ein überdeutlich auf Fortsetzungen abzielendes Ende, denn die sind ja notwendig um die hohen Werbungskosten für diesen und vor allem den ersten Roman wieder einzuspielen. Auch die unterhalb der Gürtellinie angesiedelten Instinkte werden anhand eines geschwisterlichen Inzests bedient. Natürlich auch hier weder zu abstoßend noch zu lustvoll dargestellt. Um Himmels Willen bloß keinen Leser verprellen. Jeder Autor von Groschenheftchen verdient mehr Respekt. Die nämlich liefern ihren Trash in Verpackungen ab, wo ehrlicherweise auch Trash draufsteht… [ ck/02.09.2007 ] Diese Rezension bezieht sich auf die Ausgabe vom Juli 2007
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Krimi-Specials
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