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Smith, Tom Rob Kind 44Originaltitel: Child 44 Aus dem Amerikanischen von Armin Gontermann Moskau 1953. Auf den Bahngleisen wird die Leiche eines kleinen Jungen gefunden, nackt, fürchterlich zugerichtet. Doch in der Sowjetunion der Stalinzeit gibt es offiziell keine Verbrechen. Und so wird der Mord zum Unfall erklärt. Der Geheimdienstoffizier Leo Demidow jedoch kann die Augen vor dem Offenkundigen nicht verschließen. Als der nächste Mord passiert, beginnt er auf eigene Faust zu ermitteln und bringt damit sich und seine Familie in tödliche Gefahr ...
Status: Angekündigt Preis: 10.00 EUR Unsere Meinung:Immer wieder begegnet uns insonderheit bei angloamerikanischen Autoren der Verweis auf die erbrachten "creative writing"-Studien. Dem Label "creative" scheint allerdings nur allzu häufig kaum mehr Aussagekraft innezuwohnen als den "erlesenen" Früchten in der Massenware oder dem "Exklusivangebot" einer millionenfach gelesenen Zeitung an ihre Leser. Denn mit ureigentlicher Kreativität haben die Resultate in unschöner Regelmäßigkeit doch recht wenig zu tun. Oder werden die kreativen Ansätze von Verlagen und Lektoren ausgemerzt? Wie dem auch sei, Tom Rob Smith hat seinem Creative Writing-Studium fünf Jahre gewidmet und womöglich aufgrund dessen immerhin nicht das heimatliche London als Schauplatz seines Thrillers auserkoren sondern das stalinistische Russland. Dafür hat er allerlei Bücher gelesen und da, wo es um die Ermittlungs- und familiären Zustände eines Tschekisten geht, kann "Kind 44" durchaus punkten, denn ein Staat, in dem es keine Kriminalität gibt, da es die Bürger vorziehen, mopsfidel und produktiv zu sein, ist eine gute Grundlage für doppelbödige Spannung: Was tun, wenn da einer unablässig Kinder umbringt, und einem gleichzeitig erklärt wird, das nicht sein kann, was nicht sein darf? Auch die ständige Gewissheit selbst als Offizier der Staatspolizei stets mit einem Bein auf dem Weg in den Gulag zu sein entbehrt nicht eines gehörigen Spannungspotenzials. Soweit leider schon zur Habenseite. Zu wenig nämlich verlässt sich Smith auf seine (zumindest anstudierte) Kreativität und zu sehr setzt er auf altbekannte Schemata. Uraltbekannte gar, denn mitunter folgt diese Geschichte den spätestens seit Kotzebue vertrauten Regeln für ausgewachsene Melodramen: ein grundfieser Möppes, eine holde Maid, zu deren Rettung der mählich zum Helden mutierende Protagonist sich aufschwingt, und pünktlich zum Ende des Geschehens der Abgang Stalins und der Beginn einer strahlenden Zukunft für alle Beteiligten mit Ausnahme des fiesen Möppes. Ein Hollywood-Ending, wie es mit kreativem Schreiben eigentlich nichts zu tun haben sollte. Zudem sich im Verlaufe des Showdowns die durchstalinisierte Gesellschaft so hilfreich und freundlich gibt wie die Entenhausener Bürgerschaft. Nicht unerwähnt bleiben darf leider auch die wie so oft recht krude Motivation des Serienkillers, die leider recht sehr an den obskuren Versuch "Hannibal Rising" erinnert. Leider also ein nur mäßig gelungener Thriller, dessen Ansätze mehr versprachen, als der Autor zu halten vermochte. [ kw/17.01.2008 ] Diese Rezension bezieht sich auf das Hardcover vom Januar 2008
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Krimi-Specials
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