New York Crime - Künne, Cornelia (Hrsg.) - Atlantik

Künne, Cornelia (Hrsg.) New York Crime

Eine Schießerei im Central Park, eine Wasserleiche im East River, Messerstechereien im Meatpacking District, Mafiafehden in Little Italy? Those were the days.
Inzwischen geht es etwas ruhiger zu in der Stadt, die niemals schläft. Wer New York trotzdem von seiner dunklen Seite erleben will, der geht entweder nachts in die South Bronx oder greift nach diesem Buch, in dem so berühmte Autoren wie O'Henry, Donald E. Westlake, Jeffery Deaver, Henry Slesar und viele mehr ihr kriminalistisches Gespür beweisen.

Autor: Künne, Cornelia (Hrsg.)
Titel: New York Crime
Jahr: 2015-05
Seiten: 299 | Taschenbuch
Verlag: Atlantik
ISBN: 978-3-455-65035-8
Preis: 9.99 EUR

Status: Lieferbar

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Unsere Meinung:

Ein Blick ins Inhaltsverzeichnis hätte mir eigentlich alles sagen müssen. Wegen falscher Erwartungen wurde ich dann ziemlich enttäuscht. Allerdings hätte der Buchtitel ehrlicherweise auch „New York Classic Crime“ oder „Old School“ oder so heißen müssen.
Kurz gesagt: Das ist alles altes Zeug, von alten Leuten (für alte Leute?), und hat mit dem modernen oder gar einem heutigen oder jungen New York nichts zu tun. Klassikerpflege könnte man’s nennen.

Insgesamt 11 Storys von 10 Autoren. Denn Cornell Woolrich („Die Leiche in der Freiheitsstatue“ – vielleicht die witzigste und eine wirklich nur in New York mögliche Story) ist als William Irish noch mal vertreten („Nach dem Abendessen“ – auch nicht schlecht, aber man ahnt die Schlusspointe).
Leider fallen einem sofort drei, vier ganz große wichtige New-York-Kriminalautoren ein, die hier fehlen, aber sei’s drum.

Altes Zeug, so mein Fazit. Aber wie alt denn genau?

Der jüngste Autor ist Jeffery Deaver (66), und seine Story „Ein guter Psychologe“ ist ebenfalls die mit Abstand jüngste hier, nämlich aus seiner Story-Sammlung „Twisted“ von 2003, also schätzungsweise irgendwann in den 90ern geschrieben.

Die versammelten zehn Autoren sind im Schnitt 101 Jahre alt. Blödsinnige Statistik, klar, aber ich konnt’s mir nicht verkneifen, das mal auszurechnen.
Zwei Autoren sind im 19. Jahrhundert geboren (O’Henry und Damon Runyon), zwei kurz nach der Jahrhundertwende (Cornell Woolrich/William Irish und William O’Farrell), und nur drei leben überhaupt noch (Mary Higgins Clark, E. W. Heine und eben Jeffery Deaver – siehe oben).

Vier Storys sind aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg. Drei sind aus der Zeit um 1960 herum. Drei sind von Anfang bis Mitte der 80er Jahre. (Und die eine von Jeffery Deaver – siehe oben.)

Wie so oft bei solchen Anthologien, vermisse ich bibliografische Angaben zu Originaltitel und Originaljahr der Storys!
Das lässt sich nämlich keineswegs alles im Internet rausgoogeln. Romane der Autoren sind kein Problem, aber bei Storys findet man nicht mal immer den Originaltitel, und oft landet man am Schluss nur bei einer Anthologie, in der die Story erstmals erschienen ist (so z.B. im Fall Jeffery Deaver - siehe oben).

Ausgewählt hat diese mehr oder weniger klassischen Storys, und das ganz sicher mit Bedacht und sehr viel Liebesmüh, Verlagslektorin Cornelia Künne. Selbst eine ganze Generation jünger als der jüngste ihrer ausgewählten Autoren, hätte ich von ihr eigentlich ein bisschen mehr Mut, ein bisschen mehr frisches Blut in dieser Anthologie erwartet.

Versöhnliches Schlusswort: Wie so oft bei solchen Anthologien, retten auch hier zwei, drei hervorragende Storys die ganze Sammlung und lohnen allein schon die Anschaffung.
Neben Cornell Woolrichs „Die Leiche in der Freiheitsstatue“ waren das für mich William O’Farrells beklemmendes „Wo das Dunkel anfängt“ und Patricia Highsmiths bitterböses „Keiner von uns“.
Der Rest ist mindestens ganz nett, also nicht schlecht. Und positiv überrascht haben mich zwei altbekannte Namen: Mary Higgins Clark mit „Glückstag“, auch wenn man da das Ende irgendwann kommen sieht; und der deutsche Autor E. W. Heine mit „Ehrlich währt am längsten“.


(RS/30.05.2016)
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