Berliner Kriminalgeschichte - Schüler, Wolfgang - L&H

Schüler, Wolfgang Berliner Kriminalgeschichte

Wolfgang Schüler unternimmt einen Streifzug durch die Berliner Kriminalgeschichte, untersucht Hintergründe und zeigt kaum bekannte Zusammenhänge auf. Die spannende Reise zu den Schattenseiten des Lebens beginnt mit der ersten urkundlichen Erwähnung Berlins im Jahr 1237 und endet im Hier und Heute. Anhand von wahren Fällen werden Ursachen und Wirkung der Kriminalität beleuchtet. Der Leser erfährt, wie sich im Laufe der Jahrhunderte die Methoden zur Ermittlung von Straftätern gewandelt haben. Er trifft dabei auf bekannte Namen wie die berüchtigten Geldschrankknacker Gebrüder Saß, die Gladow-Bande und den Boxer Bubi Scholz. Aber auch viele andere spektakuläre Fälle werden beleuchtet, welche im Laufe der Zeit fast in Vergessenheit geraten sind.

Entstanden ist eine atemberaubende Exkursion durch die Abgründe der menschlichen Seele, durch Gemeinheit und Niedertracht. Aber der Autor weiß auch Heiteres und Kurioses zu berichten. Abgerundet wird das Buch durch ein kleines Lexikon der Berliner Gaunersprache.

Taschenbuch-Format 12 x 18,5 cm. Mit einigen Schwarzweiß-Abbildungen.

Autor: Schüler, Wolfgang
Titel: Berliner Kriminalgeschichte
Jahr: 2016-11
Seiten: 232 | Taschenbuch
Verlag: L&H
ISBN: 978-3-939629-36-8
Preis: 16.80 EUR

Status: Lieferbar

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Unsere Meinung:

Schade. Ehrlich gesagt, bin ich von dem Büchlein etwas enttäuscht, aus Buchhändlersicht.
Denn angekündigt war Wolfgang Schülers „Berliner Kriminalgeschichte“ ursprünglich als gebundenes Buch in entsprechend größerem Format, und angesichts der sonstigen Bücher des L&H Verlages erhoffte ich mir ein halbwegs vergleichbares Gegenstück zu Regina Stürickows großformatigem und reich bebildertem „Verbrechen in Berlin. 32 historische Kriminalfälle 1890-1960“.
Dort werden in allgemeinen Einleitungstexten und sensationellen Fallgeschichten eben diese 70 Jahre abgedeckt; das Buch ist beim Elsengold Verlag aktuell lieferbar als 2. durchgesehene Auflage, und kürzlich erschien ebenda auch Stürickows ähnlich opulenter Bild-Text-Band „Kommissar Gennat ermittelt“ über den berühmten Berliner Kommissar der Weimarer Zeit.
Herausgekommen ist Schülers Buch nun als spärlich schwarzweiß illustriertes Taschenbuch zum stolzen Preis von 16,80 Euro, bei dem man sich leider über Tippfehler im Text ärgert – da hoffe ich doch auf eine baldige 2. durchgesehene Auflage!

Schade, doch es ist nicht schlecht. Schwungvoll, beherzt, mit persönlicher Note und erfreulich politischem Blick geschrieben. (Pardon, wenn ich’s jetzt trotzdem wieder mit der Stürickow vergleiche.)
Wolfgang Schüler holt weiter aus, fängt praktisch im Mittelalter an, was ich hoch interessant finde: die Zeit, bevor Berlin Weltstadt war, Metropole und Moloch voller Glanz, Protz und Elend. Und er spannt den Bogen bis ins Heute, wodurch zwangsläufig manches fehlt oder zu kurz kommt, was bei Stürickow detaillierter zu lesen ist.
Aber ich hätte mir von Wolfgang Schüler sogar noch mehr Mut gewünscht zur Darstellung ganz allgemeiner, normaler, alltäglicher Kriminalität im historischen (politischen, sozialgeschichtlichen) Kontext. Während Stürickow sich an Sensationsfällen entlang hangelt, geht Schüler ja von vornherein schwerpunktmäßig eher auf den politischen Zusammenhang und politische Fälle ein.

Beide handeln beispielsweise die Tresorknacker-Brüder Sass ab. Ebenso den Mord oder Totschlag an Horst Wessel sowie die Ermordung von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg. Ausführlich auch bei beiden der S-Bahn-Mörder Paul Ogorzow (bei Regina Stürickow) bzw. Orgozow (bei Wolfgang Schüler). Nicht nur die Schreibweise dieses Namens hier ist unterschiedlich. Auch inhaltlich, ganz generell – na, sagen wir jetzt mal, vom Ansatz und vom Dargebotenen her ergänzen sich die beiden Bücher „Berliner Kriminalgeschichte“ und „Verbrechen in Berlin“, wahrscheinlich ungewollt, ganz überraschend.

Wolfgang Schüler führt uns letztlich vor allem zu der bitteren Einsicht, dass unsere offiziellen Ordnungsmächte zeitweise die schlimmsten Verbrechen begingen. Dabei würzt er seine Ausführungen manchmal fein mit einer bissigen Bemerkung.
So war mir sein Buch eine sehr willkommene Ergänzung zu den Büchern seiner bekannteren Kollegin (deren ältere Werke er im Literaturverzeichnis aufführt). Und für sein zehnseitiges Glossar der Berliner Gaunersprache bin ich ihm besonders dankbar.

(RS/20.11.2016)
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