Die verlorenen Schwestern - McKinty, Adrian - Suhrkamp

McKinty, Adrian Die verlorenen Schwestern

Originaltitel: In the Morning I'll be gone
Aus dem Englischen von Peter Torberg

Nordirland, 1983. Als an einem Septembertag 38 IRA-Terroristen aus einem Hochsicherheitsgefängnis ausbrechen, herrscht höchste Alarmbereitschaft: Unter den Flüchtlingen befindet sich der in Libyen ausgebildete Bombenspezialist Dermot McCann. Inspector Sergeant Sean Duffy drückte mit McCann die Schulbank, weshalb mit einem Mal der MI5 vor seiner Tür steht. Duffy soll McCann finden. Er weiß: Jeden Moment könnten Bomben hochgehen, doch McCann bleibt von der Bildfläche verschwunden.

Plötzlich wendet sich McCanns Ex-Schwiegermutter an Duffy. Sie will ihm helfen, allerdings nur unter einer Bedingung: Zuerst muss er das Rätsel um den Tod ihrer Tochter lösen. Vier Jahre zuvor war die Leiche der jungen Frau in einem von innen verriegelten Pub gefunden worden. Alles deutete auf einen Unfall hin, und doch ist die Mutter überzeugt, dass es Mord war. Aber wie sollte der Täter entwischt sein bei verschlossenen Türen? Duffy ist ratlos, und die Uhr tickt.

Autor: McKinty, Adrian
Titel: Die verlorenen Schwestern
Jahr: 2016-04
Seiten: 378 | Taschenbuch
Verlag: Suhrkamp
ISBN: 978-3-518-46668-1
Preis: 9.99 EUR

Status: Lieferbar

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Unsere Meinung:

Im dritten Teil der Serie um Sean Duffy liest man eigentlich vieles, was man schon kennt. Trotzdem lesenswert!

So begegnet man hier einem schrägen, aufmüpfigen Polizisten, der nur wegen seiner Fähigkeiten und persönlichen Kenntnisse reaktiviert wird. Zugleich muss Duffy einen vier Jahre alten Fall lösen, nur dann kann er bei seiner Suche nach einem aus dem Gefängnis entkommenen genialen Strategen und Bombenbauer der IRA (der Kriminalroman spielt 1983) zum Ziel kommen.

Um alles zu toppen, geht es in dem alten Fall um ein sogenanntes „Locked Room Mystery“. Wikipedia sagt dazu:
"Ein „verschlossener Raum“ oder eine „hermetisch verschlossene Kammer“ stellt in dieser Bedeutung ein Zimmer dar, in dem ein Mord begangen wurde. Es gibt stets nur eine begrenzte Anzahl von Verdächtigen, von denen einige eventuell über kein Alibi verfügen. Bei näherer Betrachtung des Tathergangs stellt sich aber heraus, dass niemand den Mord verübt haben kann, weil zur Tatzeit niemand den Raum betreten oder verlassen konnte, ohne gesehen zu werden oder eine Spur zu hinterlassen. Somit bleibt der erste Eindruck bestehen, dass sich der Eindringling in Luft aufgelöst hat."

Was Adrian McKinty aber daraus strickt, ist einfach toll!

„Die verlorenen Schwestern“ bietet einen faszinierenden Einblick in das Leben in Irland/Nordirland der frühen achtziger Jahre. Alte Erinnerungen werden wach, man fühlt sich als Leser mal eben um 30 Jahre zurückversetzt.
Die „kleine Polizeiarbeit“ mit Zeugenbefragungen, unschönen Erpressungen und anderen Druckmitteln wird von Adrian McKinty genauso detailliert und glaubhaft dargestellt wie die große, alle moralischen Grenzen überschreitende Politik.

Lakonisch, fernab jeder Illusion vom Sieg des Guten, also realistisch. Hervorragend, und in der Übersetzung von Peter Torberg ein Genuss. Wortwitz, Anspielungen und Ton der Achtziger sind durch ihn grandios eingefangen.

[ ck/21.03.2015 ]
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