Preisgeld - Coben, Harlan - Goldmann

Coben, Harlan Preisgeld

Originaltitel: Back Spin
Aus dem Amerikanischen von Gunnar Kwisinski und Friedo Leschke

Als der Sohn der beiden langjährigen Golf-Profis Jack und Linda Coldren entführt wird, wenden sich die verzweifelten Eltern an den Sportagenten Myron Bolitar. Denn dieser hat sich in der Branche mittlerweile einen guten Namen als Ermittler in vertrakten Kriminalfällen gemacht. Myron begibt sich sofort auf die Suche nach dem verschwundenen Jungen. Doch seine Arbeit wird deutlich dadurch erschwert, dass Jack kurz davor steht, die US Open zu gewinnen. Bald wird offensichtlich, dass die Entführer es auf mehr als das Lösegeld abgesehen haben - und dass es nicht nur das Leben des jungen Chad Coldren ist, um das sich Myron Bolitar Sorgen machen muss.

Autor: Coben, Harlan
Titel: Preisgeld
Jahr: 2016-12
Seiten: 379 | Taschenbuch
Verlag: Goldmann
ISBN: 978-3-442-48459-1
Preis: 9.99 EUR

Status: Lieferbar

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Unsere Meinung:

Myron Bolitar blickte mit seinem Papp-Periskop über die erdrückende Menge lächerlich gekleideter Zuschauer. (…) Im mehrfach gespiegelten Bild beobachtete Myron einen Mann in Knickerbocker – Herrgott noch mal, Knickerbocker –, der neben einer kleinen weißen Kugel stand. Die lächerlich gekleideten Zuschauer murmelten aufgeregt. Myron unterdrückte ein Gähnen.

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Tja, vor zwanzig Jahren, da war Harlan Coben noch witzig! Inzwischen ist ihm sogar in der Bolitar-Serie der Humor ausgegangen. Mit seinen zahlreichen bierernsten und jeweils eigenständigen Thrillern („Kein Sterbenswort“, usw. usf.) produziert er sowieso seit über zehn Jahren Bestseller am Fließband. (Siehe meine Rezi zu „Sein letzter Wille“.)

„Preisgeld“ („Back Spin“, 1997, vierter Bolitar-Krimi und rätselhafterweise erst jetzt übersetzt) ist kein gemütlicher Gute-Nacht-Krimi. Eher ein lustiges Gute-Laune-Buch. Als Großes-Drama-Buch zwischendurch klappt’s nicht so richtig, weil’s dauernd was zu kichern gibt. Aber als Pageturner!
Ich hab’s spät abends angefangen zu lesen; viel gelacht; so um eins dann endlich weggelegt und das Licht ausgemacht; mich schlaflos hin und her gewälzt; Licht wieder angemacht und weiter gelesen; und weiter, und weiter, bis morgens um fünf. Ach, Mist, in drei Stunden aufstehen! Aber schön war’s. Schwungvoll. Mitreißend. Sauspannend. Und saukomisch.

„Das Spiel seines Lebens“ - American Football. „Schlag auf Schlag“ - Tennis. „Der Insider - Basketball. „Preisgeld“ - Golf.
Jeder Krimi um den New Yorker Sportagenten Myron Bolitar handelt von einer anderen Profisportart. Stets muss der pfiffige, schlagfertige, schlitzohrige und doch auch treuherzige Agent von Spitzensportlern in ein merkwürdiges Profisport-Milieu eintauchen, dort hinter den Kulissen von Starallüren und Big Business herumschnüffeln und im Dreck wühlen, um seine Schützlinge vor Skandal, Ruin oder Schlimmerem zu bewahren. Im Prinzip sind es also Privatdetektivromane.
Als Myrons Sidekick hilft, wenn’s hart auf hart kommt, sein bester Freund Win, der exzentrische superreiche Windsor Horne Lockwood III., eigentlich eine zwiespältige Witzfigur von einem zynischen Snob, der aber, ganz nützlich, eine brutale, finstere Seite hat. Doch diesmal hält Win sich raus, weil Myrons aktueller Fall in Wins eigene ominöse Familiengeschichte hineinspielt. Da hört der Spaß auf, da wird’s dann schwerst melodramatisch.

Überhaupt, wie dieser Fall eines entführten Profigolfer-Sohnemanns während des „US Open“-Turniers immer verwickelter und verzwickter, immer verrückter … - na, wie soll ich sagen: Haken schlägt, ausartet, ins Kraut schießt? Richtig übermütig, so als hätte Coben die Erzählfäden von zehn Agatha-Christie-Krimis auf einen Haufen geschmissen und miteinander verknäuelt. Over the top, sozusagen.
Aber okay, alles verziehen, denn wie er uns da immer wieder zum Lachen bringt, mit Situationskomik, Dialogwitz, coolen Detektivsprüchen, schrägen Nebenfiguren, und wie er gnadenlos den Golfsport und das ganze stinkreiche elitäre schnöselige Golfer-Milieu durch den Kakao zieht, aus der Sicht von Myron Bolitar, der die Faszination für Golf so absolut nicht begreifen kann und will, das ist große Klasse, das ist herzerwärmende und herzerfrischende Krimi-Komödie!
Da darf’s dann am Ende bei Win und Myron ruhig noch mal kurz rührselig und versöhnlich werden …

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Sie starb drei Tage später. (…) An diesem Tag spielten sie sechsunddreißig Löcher im Merion. Am nächsten Tag weitere sechsunddreißig. Und im Laufe des dritten Tages fing Myron an, es zu begreifen.

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[rs/24.01.2017]
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