Das Haus mit der grünen Tür - Staalesen, Gunnar - Fischer

Staalesen, Gunnar Das Haus mit der grünen Tür

Originaltitel: Bukken til havresekken
Aus dem Norwegischen von Kerstin Hartmann

Scheidungssachen nimmt er nicht an, deshalb läßt Privatdetektiv Varg Veum den angesehenen Anwalt Moberg abblitzen, der seine junge Frau beschatten lassen möchte. Als kurz darauf ein besorgter Bruder für den im Sterben liegenden Vater die verlorene Tochter finden will und gleich einen ordentlichen Vorschuß auf den Tisch des Hauses blättert, wittert Veum leicht verdientes Geld und nimmt den Auftrag an. Denn beide Männer haben ihm ein Foto der gleichen Frau gezeigt.

Autor: Staalesen, Gunnar
Titel: Das Haus mit der grünen Tür
Jahr: 2015-10
Seiten: 180 | Taschenbuch
Verlag: Fischer
ISBN: 978-3-596-30545-2
Preis: 10.99 EUR

Status: Lieferbar

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Unsere Meinung:

Es war einmal im Jahre 1977 …

Kurzer krimihistorischer Rückblick: In den 1970er Jahren erlebte das Untergenre des (mehr oder weniger) hartgesottenen Privatdetektivromans in seiner Heimat USA (Hammett, Chandler, usw.) ein unglaublich kraftvolles und variantenreiches Revival. Eine wahre Schwemme mindestens erfreulich souveräner, mittelguter bis guter Autoren und am Ende auch Autorinnen (Muller, Paretsky, usw.) schwappte in den 80ern dann auch zu uns, über den großen Teich, in die Krimireihen (Ullsteins Gelbe Reihe, Bastei Lübbes Schwarze Serie, usw.). Und Mitte der 80er kriegte übrigens in Frankfurt am Main endlich auch mal jemand einen „deutschen Philip Marlowe“ hin: Jakob Arjouni.

Jedenfalls erschien 1977, in Norwegen anscheinend gleich gelobt und beachtet, bei uns aber erst mal nicht so richtig wahrgenommen, Gunnar Staalesens erster Detektivkrimi um Varg Veum. Die deutsche Übersetzung „Das Haus mit der grünen Tür“ erschien dann erst 1990 beim Wolfgang Butt Verlag. (Wolfgang Butt, Skandinavist, hat sich unter anderem selbst als Krimi-Übersetzer verdient gemacht; die Staalesens jedoch hat Kerstin Hartmann übersetzt.) Es folgten weitere 13 Bände, auf deutsch insgesamt 12 Romane und 2 Story-Bände, beim Butt Verlag, beim Scherz Verlag, als Goldmann-Taschenbücher und anderswo.

Norwegens Privatdetektiv Varg Veum begleitete mich, wie so viele andere fiktive Berufskollegen, durch die 90er Jahre meines Krimileselebens. Staalesens lakonischer Stil, sein trockener Humor, die stoische Stehaufmännchen-Mentalität seines Ich-Erzählers Varg Veum gefielen mir ebenso wie die typisch skandinavische Bodenständigkeit, der Realismus im Gesellschaftlichen und Zwischenmenschlichen, schließlich immer ausgeprägter auch die politisch kritische Haltung in diesen Romanen. Staalesen verneigte sich damit gleichermaßen vor seinen völlig verschiedenen Vorbildern Raymond Chandler und Sjöwall/Wahlöö. Und das Ganze eben schon einige Jahre vor unserem immer noch anhaltenden Schweden- bzw. Skandinavien-Krimi-Tsunami (Mankell, Nesser, usw.) seit der Jahrtausendwende. Und eben, das macht ihn besonders, mit Privatdektiv- anstatt mit den üblichen Polizeiromanen.

„Das Haus mit der grünen Tür“ ist der erste Krimi der Serie und sicher nicht der beste. Das liest sich noch etwas ungelenk (wobei ich der Übersetzerin zugute halten möchte, dass dies vermutlich eher am Original liegt); dieser Detektiv ist am Beginn seiner Jahrzehnte langen Roman- (und später auch Film-) Serie „noch nicht ganz da“. Außerdem sollte man für dieses Seriendebüt schon etwas guten Willen mitbringen, sich damit in die öden 70er Jahre ins öde Bergen, Norwegen, zurückzuversetzen. Dort irrt Varg Veum herum, lässt sich an der Nase herumführen und verprügeln, ärgert sich mit der Polizei und Klienten und Verdächtigen herum, wurstelt sich eben irgendwie durch und löst seinen komischen Fall um das Haus mit der grünen Tür.

Fazit: Es freut mich, dass der Fischer Taschenbuch Verlag immerhin 9 Veum-Romane und die 2 Bände mit Veum-Storys wieder auf den deutschen Buchmarkt gebracht hat. Es fehlen 3 der mittlere Romane, warum auch immer, und die neuesten 4 Romane sind bisher gar nicht übersetzt worden. Aber immerhin. Wer also mal einen der wenigen europäischen „Philip Marlowes“ kennen lernen will ...

P.S.: Eine gescheite Bibliografie findet man auf der Krimi-Couch, http://www.krimi-couch.de/krimis/gunnar-staalesen.html.


[rs/23.01.2017]
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