Nichts bleibt - Achten, Willi - Pendragon

Achten, Willi Nichts bleibt

Franz Mathys ist Kriegsfotograf. Eines seiner Fotos wurde mit dem World Press Photo Award ausgezeichnet. Doch er hat tiefe Zweifel und Schuldgefühle, denn er profitiert von dem Leid anderer. Mathys spürt, dass sein Leben ihm mehr und mehr entgleitet. Er zieht sich auf einen abgeschiedenen Hof im Wald zurück. Lebt dort mit seinem Vater und seinem Sohn, kommt zur Ruhe und verliebt sich. Doch die Idylle trügt. Eines Nachts schlagen zwei Männer seinen Vater brutal nieder, der schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht wird. Mathys will die Täter finden. Der immer stärker werdende Wunsch nach Rache und die Suche nach den Männern entfremden ihn von den Menschen, die er liebt. Wird er nun alles verlieren?
In einem zerklüfteten Tal in den Alpen trifft er eine einsame Entscheidung, die sein Leben kosten kann.

Autor: Achten, Willi
Titel: Nichts bleibt
Jahr: 2017-03
Seiten: 374 | Taschenbuch
Verlag: Pendragon
ISBN: 978-3-86532-568-6
Preis: 17.00 EUR

Status: Lieferbar

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Unsere Meinung:

Am Ende – man muss es dann doch ganz lesen, denn packend, ergreifend ist es ja doch, sehr sogar, wenn man sich davon packen lässt – weiß ich nach über 350 Seiten immer noch nicht, ob ich diese Sprache, diesen Erzählton nun großartig finden soll oder furchtbar.

Schon der Titel: „Nichts bleibt“ – als würde hier einer, ein Bußprediger vielleicht, mit dem großen philosophischen Hammer alles zertrümmern. Negativ. Pessimistisch. Negativistisch. Bierernst. Pathetisch.
Als würde hier nicht eine spannende Geschichte erzählt, ein Stück Spannungsliteratur, sondern Weihrauch schwenkend eine endlose kirchliche Zeremonie durchgeführt.
Das kann einem auf die Nerven gehen, könnte gar ins Lächerliche kippen, ins Gewollte, in Kitsch; das erinnerte mich bisweilen an Andrea Maria Schenkels „Tannöd“ oder an Thomas Bernhards Prosa.

Es ist die Geschichte – mit eingeschobenen Flashbacks, Träumen, Erinnerungen, oft rutschen wir plötzlich von einer Zeitebene in die andere und zurück – eines erfolgreichen, preisgekrönten, nun aber ausgebrannten Kriegsfotografen, der sich zurückgezogen hat, der sich auch in sich selbst zurückzieht, und dem dann engste Bezugspersonen genommen werden oder abhanden kommen.
In einer detailliert bis hingebungsvoll erzählten Naturlandschaft (Wald, Hochgebirge, nie gehörte Tier- und Pflanzenarten) passiert ihm Schlimmes, eher dumm Zufälliges als tragisch Schicksalhaftes oder wirklich Verbrecherisches, und im Folgenden, im Jetzt, gibt er sich Wut und Zorn und Racheplänen hin. Anstatt sich beispielsweise in Therapie zu begeben, oder sich einfach selbst die Kugel zu geben.
Salopp ausgedrückt: Ein Typ, der's nicht verkraftet. (Was mich übrigens an Benjamin Whitmers kaputte Hauptfigur in „Nach mir die Nacht“ erinnerte.)

Willi Achtens adäquat gewählter – und eben tatsächlich sehr gewählter – Tonfall für seinen Ich-Erzähler kam mir beim Lesen manchmal so vor, als würde da einer mit zusammengebissenen Zähnen durch den Wald stapfen, grimmig, zornig, voller Ingrimm, voller Inbrunst, als würde da einer schier die Zähne nicht auseinander kriegen: lauter kurze Sätze, stampf, stampf, stampf. Andererseits dann aber immer wieder diese kenntnisreichen Naturbeschreibungen, diese offenkundige Tierliebe! Spricht da Menschenhass? Verzweiflung, Frust, Ratlosigkeit angesichts dessen, was Menschen anderen antun? (Ein Höhepunkt: die Steinigung, die er fotografierte!)

„Nichts bleibt“ ist wahrscheinlich im Kern ein Roman (ein Essay, eine Meditation) über menschliche Aggressivität, über die Gewalt im Menschen. Ernst genommen, schwer auszuhalten.


RS/19.05.2017
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