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Tracy, P.J. Der KöderOriginaltitel: Live Bait
Unsere Meinung:„Der alte Grundsatz `Auge um Auge´ macht schließlich alle blind.“
(Martin Luther King) Die Kriminalromane des familiären Autorinnengespanns Patricia und Traci Lambrecht, die ihr Mutter-Tochter-Verhältnis dezent unter dem Pseudonym P.J. Tracy verbergen, bieten Spannungsliteratur auf gutem bis hohen Niveau. Ideenreiche Plots, eindrucksvolle Figurenzeichnung und eine mit mehreren relativ unkonventionellen Mitteln durchbrochene Erzähltechnik zeichnen ihre Krimiserie um das Ermittlerduo Leo Magozzi und Gino Rolseth und den Computerfachleuten von „Monkeewrench“ aus. Dabei sind die „Thriller“ (wieder eine recht irreführende Bezeichnung) genauso witzig … - nein eher gewitzt - wie spannend geschrieben. Minneapolis und seine Zwillingsstadt St. Paul im provinziellen US-Bundesstaat Minnesota ist das Zentrum der Verbrechen, die Leo & Gino mit ihren Computerfreaks aufzuklären haben, - und sie haben so bisher insgesamt vier genauso schwierige wie gefährliche Fälle aufgeklärt. Mit einem sehr gelungenen zweiten Teil dieser Serie warten P.J. Tracy in „Der Köder“ (2004) auf, - wie übrigens auch mit dem gerade im März 2007 erschienenen vierten Teil der Serie „Memento“ (Rezension folgt in Bälde). Beides sind auf ihre Weise subtile Rachegeschichten. Hier in „Der Köder“ werden alte Leutchen hingemordet, dort in „Memento“ Polizisten, wobei sich in beiden Fällen keiner so recht die Gründe und die Motive erklären kann. Wer steckt dahinter: Ein durchgeknallter Psychopath? Ein misanthrophischer Gerontiker, der die falschen Schlüsse zieht? ….? P.J. Tracy sind dabei, nicht nur eine sehr unterhaltsame, sondern auch eine klug geschriebene Krimiserie zu entwickeln. Das bewegt sich insgesamt auf einem wirklich erfreulichen Niveau. Und trotz einiger Analogien und sehr ähnlichen Parallelhandlungen wiederholen sich die Geschichten keinesfalls stupide. Der Hammett-Kritiker konnte sich dabei bisher mit „Spiel unter Freunden“, dem hier besprochenen Roman „Der Köder“ und dem neuesten Thriller der beiden Autorinnen, nämlich „Memento“, „vergnügen“ und sich darüber ein recht gutes Urteil bilden. Einzige kleine Einschränkung: Trotz der gesellschaftskritischen Unter- und Zwischentöne und plottechnischen Experimente von „Tracy“ bleiben die Romane noch ein wenig zu sehr im Mainstream stecken. [ hs/31.03.2007 ]
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Krimi-Specials
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