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Wilson, Robert Die Toten von Santa ClaraOriginaltitel: "The Silent and the Damned" (HarperCollins: London 2004) Aus dem Englischen übersetzt von Kristian Lutze Während ganz Sevilla unter der Hitze des Sommers leidet, wird Chefinspektor Javier Falcón in eine der klimatisierten Villen des Nobelvororts Santa Clara gerufen. Dort scheint der reiche Bauunternehmer Rafael Vega seinem Leben durch eigene Hand ein Ende bereitet zu haben. Die Staatsanwaltschaft will den Fall schnell zu den Akten legen, denn dieser Tod ist ein Skandal für Sevillas gute Gesellschaft. Doch etwas an dem Tatort weckt Falcóns Misstrauen: Eine rätselhafte handschriftliche Notiz von Vega und der offenbare Mord an seiner Frau, die mit einem Kissen im Bett erstickt wurde, lassen ihn gegen den Willen seiner Vorgesetzten die Ermittlungen aufnehmen. Bald ist Falcón einem infamen Komplott auf der Spur, das noch weit mehr Opfer zu fordern droht … Javier Falcon Bd.2.
Status: Vergriffen Preis: 19.90 EUR Unsere Meinung:Robert Wilsons "Die Toten von Santa Clara" lebt als Fortsetzung leider überwiegend von dem Glanz des vorangegangenen herausragenden Romans "Der Blinde von Sevilla". Danach hatte man als Leser/in eigentlich niemals an eine Fortsetzung gedacht (geschweige denn sich eine gewünscht). Deshalb liegt die Vermutung nahe, dass sich hier vor allem der Verlag eine Fortsetzung um die tragische Geschichte des Kommissars aus Sevilla, Inspector Jefe Javier Falcón, herbeigewünscht und schließlich erzwungen hat. (Das zumal in einer fragwürdigen Hardcover-Verpackung und unter dem etwas seltsamen Label "Page & Turner".) - Herrschte hier vielleicht einfach der Zwang zur Serie? "Die Toten von Santa Clara" knüpft zwar nahtlos an seinen Vorgänger an und zeigt überdies durchaus eigene Qualitäten, indem er die Geschichte der Korruption und Verkommenheit der oberen Zehntausend in Sevilla und Spaniens vertieft und fast zu einer Parabel um die modernen Reichen und Mächtigen verdichtet, - dennoch hat der Roman die Ausstrahlungskraft seines Vorgängers weitgehend verloren. (Und den Plot hat der Rezensent - ehrlich gesagt - nach der Lektüre im August letzten Jahres trotz langem Grübeln fast ganz vergessen. - Vieles musste nachgeblättert werden ...) Nun mag man sich zu Recht fragen, was zu einem gelungenen Gesamtentwurf einer Kriminalserie gehört, wie sie so unterschiedlich z. B. Simenon mit Maigret, Ian Rankin mit Rebus oder meinetwegen auch Elizabeth George mit dem Gespann Lynley/Havers in die Welt gesetzt und Millionen Leser gefunden haben ... – Den Kopf möchten wir haben: Doch ohnehin ist eine neuere und eingehendere wissenschaftliche Arbeit zu diesem literarischen Massenphänomen schon längst hinfällig! - ? Doch auch angesichts solcher Hintergedanken bleibt Robert Wilsons "Die Toten von Santa Clara" durchaus lesenswert. Doch der fabelhafte Eindruck, den er mit "Tod in Lissabon" und "Der Blinde von Sevilla" hinterließ, stellt sich hier leider nicht mehr ein. Dennoch hat Wilson zweifellos das Erzähltalent zu einer beeindruckenden "Krimi-Saga". Fazit: So oder so - ob in Serie oder einzelnen Bravourstücken - warten wir weiter auf eine epische Ausweitung seiner Erzählphantasie. Der vorliegende Roman hat eine solche Erzählkunst leider (noch) nicht zu bieten. [ hs/25.07.2006 ]
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Krimi-Specials
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