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Anderson, LinDer Duft des TodesOriginaltitel: Driftnet
Unsere Meinung:Hier lernt der Leser im Rahmen der Beschreibung eines Polizeiseminars das Vorgehen Pädophiler auf der Suche nach Opfern. Damit wir das Gelernte besser behalten, wird es gleich anschließend exemplarisch an einem Fallbeispiel memoriert.
Damit wir aber nicht gar zu sehr erschrecken, haben es die Pädophilen hier auf Oberschüler und Studenten abgesehen. Der zumeist rätselhaften Verschwiegenheit der wackeren Forensikerin MacLeod verdankt der Roman viel seiner Spannung. Warum redet sie nicht mit ihrem Geliebten und auch nicht mit ihren geschätzten Vorgesetzen, sondern ausschließlich mit Ihrem verhassten Ex und aus ebenfalls unerklärlichen Gründen urplötzlich mit einer Kollegin, die sich dann ihrem Schweigegelübde anschließt? Man muss bei Lin Andersons Roman sehr viel als gegeben hinnehmen und über manche Schwäche hinwegsehen, um etwas Lesespass entwickeln zu können. Ein Fehler ist ihr jedoch nicht unterlaufen: Das Ganze im Stile der britischen Tradition auf 600 Seiten aufzublasen. [ kw/19.10.05 ] Euphorie kommt nicht gerade auf bei der Lektüre von Der Duft des Todes. Internetpornographie und Pädophilie, Themen wie aus dem Creative Writing-Seminar für Krimis. So liest sich sowieso das ganze Buch. Es reicht nicht, dass die Hauptfigur, die Pathologin Rhona McLeod in einem Mordopfer ihren zur Adoption freigegebenen Sohn vermutet, der sich allerdings dann bei seiner Mami meldet warum eigentlich? Sie selbst ist natürlich auch schon ein Adoptivkind. Selbstverständlich verliebt sie sich ausgerechnet in den Kopf des Pädophilenrings, schöpft aber weibliche Intuition ach so schrecklichen Verdacht. So könnte man munter weitermachen, man kann es aber auch getrost lassen. Im Stile eher lasch und brav wird derartiges dargebracht und um es abzurunden, reiht sich auch die Übersetzung ein in diesen Reigen der Mittelmäßigkeit. Wer also nichts besseres zu tun hat, im Zug von Berchtesgaden nach Flensburg alle Dan Brown-Hörbücher schon durch hat, nicht mehr Zeitung lesen mag und auch nicht Goethe oder Streeruwitz, wem die Landschaft zu öd ist und einfach mal seinen Gedanken nachhängen Gott bewahre, der kann das lesen. Schadet nichts und kleben bleibt auch nichts. [ bh/22.11.2005 ]
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Krimi-Specials
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