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MacDonald, Patricia J.Ein Fremder im HausEin entführter Junge kehrt nach 10 Jahren wieder zu seiner Familie zurück, und ein Albtraum beginnt.
Unsere Meinung:Malen nach Zahlen. MacDonald bedient sich wie beim Kasperl-Theater allzu vertrauter, klischeebehafteter Figuren und bastelt eine ebenso vorhersehbare Handlung.
Da haben wir: Die treusorgende, liebende und stets von einem für die amerikanische Suburbia so typischen Hauch von Paranoia umwehte Mutter. Den gar nicht treusorgenden, liebenden Vater, der schließlich (ich bekenne: verständlicherweise) das Weite und eine andere Dame sucht. Die zickige, pubertierende Tochter, die sich von der liebenden, treusorgenden Mutter vernachlässigt fühlt. Den verlorenen Sohn, der so gar nicht das ist, was man sich im wohlhabenden Villenidyll erwünscht hatte. Aber keine Sorge, die treusorgende, liebende Mutter wird ihn schon hinbiegen. Den ebenso schwerreichen wie abgrund tief bösen Nachbarn, ein Heuschreckenkapitalist wie er Müntefering in schlimmsten Alpträumen begegnet. Dessen Gattin, lieb, nett, von ihm unterdrückt, die sich schließlich mittels eines Töpferkurses emanzipiert. Um dieses Figurenarsenal wird nun in eine ihm angemessene 08/15-Handlung gebastelt, wie wir sie aus unzähligen amerikanischen Ferneshfilmen kennen, und die unweigerlich in ein allumfassendes Happy End mündet. Das Original ist mit einem Copyright von 1983 versehen. Möglicherweise eine bislang zurecht in der Schublade versteckte frühe Schreibübung der Autorin. Warum man sie nach 13 Jahren ausgerechnet bei dtv ausgegraben hat, bleibt schleierhaft. [ kw/10.03.2006 ]
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Krimi-Specials
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