Titel: Tannöd

Schenkel, Andrea Maria

Tannöd

Sie nennen ihn nur noch den Mordhof, den einsam gelegenen Hof der Danners in Tannöd. Eine ganze Familie wurde in einer Nacht ausgelöscht, mit der Spitzhacke erschlagen. Gemocht hat sie kaum jemand, mürrische, geizige Leute waren sie und den ein oder anderen hat der alte Bauer wohl auch übers Ohr gehauen. Aber selbst die Kinder wurden grausam ermordet, und so geht die Angst um im Dorf, denn vom Mörder fehlt jede Spur.

Ausgezeichnet mit dem Deutschen Krimipreis 2007 (deutschsprachige Krimis).

Autor: Schenkel, Andrea Maria
Titel: Tannöd
Jahr: 2006-02
Seiten: 128 | Taschenbuch
Verlag: Edition Nautilus
ISBN: 3-89401-479-2
Preis: 12.90 EUR

Status: Vergriffen

Preis: 12.90 EUR

Unsere Meinung:

So düster wie sein Umschlagbild ist auch der Inhalt dieses Buches. Denn Andrea Maria Schenkel erzählt in ihrem Romandebüt die grausige Geschichte eines Mehrfachmordes an einer Bauernfamilie in Süddeutschland.
"Tannöd" spielt in der unmittelbaren Nachkriegszeit und wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Daraus entfaltet sich die bigotte Welt einer ländlichen Dorfgemeinschaft, die im Grunde hoffnungslos verkommen ist.
Die Autorin beherrscht dabei ihre stilistischen Mittel souverän. Aus ihrem knappen und präzisen Erzählstil entwickelt sich durch die Perspektivwechsel der Augenzeugenberichte eine Prosa mit erzählerischer Wucht. Begleitet durch eine gebetsmühlenartige Litanei zwischen den Augenzeugenberichten, nimmt die Tragödie ihren Lauf. Gleichzeitig nähern wir uns als Leser Stück für Stück dem Mörder und seinen Handlungsmotiven an.
Fazit: Selten erlebt man einen Krimi im ländlichen Milieu als so gelungen (vgl. z.B. `berühmte Vorbilder´ wie Gerckes "Weinschröter muß hängen"). Der Autorin ist mit "Tannöd" ein mehr als beachtliches Debüt gelungen! - Kriminalprosa mit seltener Wucht!
[ hs/31.01.2006 ]
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