![]() |
Malerba, Luigi Das griechische FeuerOriginaltitel: Il Fuoco Greco
Unsere Meinung:Es gab und gibt in der menschlichen Geschichte ja immer wieder hemmungslos korrupte und verdorbene Staatswesen. Legendär sind so die mörderischen Ausschweifungen an den römischen Kaiserhöfen Neros und Caligulas, die Skrupellosigkeit des Florentiner Herrschergeschlechts der Borgias und andere staatlich sanktionierte Gewalterscheinungen bis hinein in die Moderne, in der z. B. das Gangstertum eines Stalin und Hitler in die hohe Politik Einzug gehalten hat.
Wie mörderisch es in einem korruptem Staatswesen zugehen kann, das zeigt der italienische Schriftsteller Luigi Malerba in seinem historischen Kriminalroman "Das griechische Feuer". "Das griechische Feuer" ist in Malerbas Roman die Geheimwaffe des byzantinischen Kaiserreichs um das Jahr 1000. Doch Waffen liegen nicht immer in den richtigen Händen. Byzanz wird zu dieser Zeit beherrscht von der liebestollen und durch ihre Ausschweifungen berüchtigten jungen Kaiserin Theophano, von einer korrupten Bürokratie und durch skrupellose Parvenüs, die sich bis aufs Blut gegenseitig bekämpfen. So geraten der erst kürzlich zum Kaiser gekrönte und mit Theophano frisch vermählte Feldherr Nikephorus und sein Bruder Leo Phokas, der oberste Bürokrat des Staats, durch eine üble Intrige in Bedrängnis und wissen kaum zwischen Freund und Feind zu unterscheiden. Das Pergament mit der Geheimformel des "Griechischen Feuers" wurde entwendet und gleichzeitig hat man dem Pulvermeister der kaiserlichen Waffenschmiede, der als oberster Geheimnisträger gilt, den Hals durchgeschnitten. Fortan verdächtigt jeder jeden. Und nicht zuletzt bleibt die Rolle von (der nicht nur machtgeilen) Theophano lange Zeit im Dunkeln ... Malerba geht mit seinen Protagonisten nicht gerade pfleglich um. Sie sterben nämlich weg wie die Fliegen. Und einen eigentlichen Helden gibt es in diesem angesichts des prallen Themas relativ trocken heruntererzählten Romans ebenfalls nicht. Das wirkt ein wenig seltsam und enttäuschend. Natürlich gelingt es Malerba in seiner kühlen und zurückhaltenden Erzählweise sehr gut, den gnadenlosen Mechanismus der Macht darzustellen, aber es gelingt ihm umgekehrt nicht, seinen Figuren so viel Leben einzuhauchen, das man von diesem brutalen Sittengemälde mitgerissen wird. Überdies sehen sich die Leser vom Autoren über die Gegensätzlichkeit zwischen historischer Wirklichkeit und erzählerischer Fiktion im Ungewissen. Das ist sehr unbefriedigend, zumal einem dabei der kurze Griff zum Lexikon kaum aus der Klemme hilft (die kurzen Lemmata führen trotz Auffinden der historischen Vorbilder eher noch zu viel größeren Dilemmata). Nicht zuletzt verspielt Malerba die großartigen Möglichkeiten, die ihm die Mittel des Kriminalromans (und auch der erotischen Literatur) hier eigentlich hätten bieten können. So zerreibt sich der Roman meiner Ansicht nach schließlich an dem tiefgreifenden moralischen Widerspruch (oder auch dem Zynismus Malerbas), das ein Mord, mehrere Morde oder auch Serienmorde, in Zeiten des großen Mordens, eben nur noch wenig Gewicht haben - wenn man das so sehen will. [ hs/16.08.2006 ]
|
Krimi-Specials
Warenkorb:
-
Lieferzeiten
-
Wochentags:
Bis 18:00 Uhr bestellte Bücher sind am folgenden Morgen versandfertig und verlassen dann die Buchhandlung.
Wochenende:
Bücher die zwischen Freitag (nach 18:00 Uhr) und Sonntag bestellt werden, sind erst Dienstagmorgen versandfertig und verlassen die Buchhandlung. Ausnahme: Die Bücher sind im Hammett vorhanden.
-
Wochentags:
-
Angekündigte Bücher
- Diese Titel können Sie jetzt schon normal über unsere Warenkorbfunktion bestellen. Sobald das Buch erhältlich ist, erhalten Sie von uns nochmal eine E-Mail, daß Ihre Ware versandfertig ist.
-
Versandkosten
-

Der Versand von neuen Büchern innerhalb Deutschlands ist für Sie bei uns versandkostenfrei.
-


