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Bacher, Christina (Hrsg.) Art in Crime Kalender für Kriminalliteratur 2007Mord ist keine schöne Kunst. Dennoch geben sich Kunst und Verbrechen seit Jahrhunderten die Hand im Leben wie in der Literatur. Der Krimikalender spürt Hintergründiges und Lesenswertes zu dieser Liaison auf, die bis heute Stoff für gute Geschichten bietet. Mit detektivischem Spürsinn hat sich Herausgeberin Christina Bacher durch den kriminellen Blätterwald gekämpft: Vom rätselhaften Kunstraub, der mysteriösen Vergangenheit eines Gemäldes bis hin zur genialen Fälschergeschichte zeugen die literarische Machenschaften, die meist ein wahres Verbrechen als Grundlage haben und erst durch das Aufschreiben selbst zur Kunst geworden sind.
Status: Vergriffen Preis: 9.80 EUR Unsere Meinung:"Gott hat die Zeit geschaffen, der Teufel den Kalender." (Erwin Chargaff)
Einerseits wäre es natürlich sinnvoller gewesen, diesen vorliegenden Krimikalender 2007 noch im laufenden Jahr 2006 zu rezensieren, damit Sie sich, liebe Leser und Leserinnen, noch rechtzeitig hätten ein Urteil bilden können, ob Sie tatsächlich mit kriminologischen Anmerkungen zum Thema Kunst ins neue Jahr begleitet werden woll(t)en. Andererseits hätten wir dann als Rezensenten den Kalender noch gar nicht zeitnah testen können, um Ihre Urteilskraft auf entsprechende Weise zu stärken. Ob diesem Zwiespalt zeigt sich der „Art in Crime“-Kalender inzwischen für uns als kleiner, nützlicher Notizkalender, der mit diversen erstveröffentlichten Short Stories, Rezensionen zum Thema "Kunst und Verbrechen" und vor allem mit einem genauso nützlichen wie ausführlichen Adress- und Serviceteil durch das Krimijahr 2007 führen will. Dazu kommt u.a. eine siebenseitige Auswahlbiographie zur "Kunst in der Kriminalliteratur", die das Ganze abrunden. Wer aber seine Taschenkalender gleichzeitig als "Tagebuch" in Kurzschrift nutzt oder wirklich viel in seinen Kalender hineinzuschreiben hat, dem muß man wohl von dem recht dünnen 160seitigen Kleinkalender im verkleinerten Postkartenformat (16 x 10 cm) abraten. Wer aber nur grundsätzliche Orientierung in seinem Terminwirrwarr sucht, dem bietet jeder Kalenderseite (eine Kalenderseite = 1 Woche) wohl doch ausreichend Platz, um sich eine Vorstellung von der Zukunft zu machen. Dennoch könnten die Texte in einem zukünftigen „Art in Crime“-Kalender 2008 noch ein wenig mehr Esprit vertragen. Daß die einzelnen Kalendertage an entsprechender Stelle nur mit solchen Geburtsdaten von Krimiautoren versehen sind, die sich einmal in ihrem schriftstellerischen Leben mit einem im weitesten Sinne verstandenen "Kunstkrimi" hervorgetan haben, das wirkt beinahe schon konzeptionell borniert. Eine ausführlichere Viten-Sammlung mit entsprechend eingehenderen Autorenporträts hätte den Kalender dagegen eindeutig aufgewertet. Ähnliches gilt auch für die Zitatauswahl des Büchleins, von der man sich mehr und Geistreicheres erwartet hätte. (Der so oftmals zitierte und bemühte Oscar Wilde "verblasst" hier z. B. mit seinem Zitat am 23. und 24. März eher als das er glänzt, das durch die nicht näher erläuterte Behauptung: "Es gibt keine wesentliche Unpassendheit zwischen Verbrechen und Kultur.") Ebenso sind die Illustrationen des Kalenders zwar gut ausgewählt und stimmig, könnten sich aber viel deutlicher von ihrem vignettenhaften Charakter abheben. Am besten gefiel mir von den Texten die auch textgrafisch schön gestaltete Erzählung "Das ovale Porträt" von Edgar Allan Poe. Und bei den Illustrationen hätten die Be- bzw. Auszüge aus Hans Hillmans grafischem Werk zu Dashiell Hammetts "Fliegenpapier" (zuletzt bei DTV 2005 in München erschienen) für meinen Geschmack ruhig deutlicher ausfallen können. Fazit: Wir sind gespannt auf den Krimikalender 2008 aus dem Verlagshaus Daedalus (den wir dann auch sicher früher rezensieren werden). Insgesamt ist der "Art in Crime"-Kalender 2007 ein stabiler und recht brauchbarer Taschen- und Notizkalender. Doch sorgfältig prüfe, wer sich länger (und für immerhin ein ganzes Jahr) bindet ... [ hs/17.01.2007 ]
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Krimi-Specials
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