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Glynn, Alan StoffOriginaltitel: The Dark Fields
Status: Vergriffen Preis: 8.95 EUR Unsere Meinung:Eddie Spinola ist als Werbetexter ein eher kleines Licht im New Yorker Verlagsbusiness, bis er eines Tages auf den Bruder seiner geschiedenen Frau trifft, was sein Leben in den Grundfesten erschüttert. Sein Ex-Schwager Vernon, den er schon früher eher mied und fast verachtete und der für ihn nur wegen seiner Qualitäten in kleineren Drogendeals schätzenswert war, lädt Eddie in seine Wohnung ein, um ihm eine Kostprobe von einer neuen Wunderdroge zu geben. Wider besseren Wissens lässt sich Eddie darauf ein, - und schon bald soll nichts mehr so sein, wie es war ...
Diese Wunderdroge schärft das Geistes- und intellektuelle Leistungsvermögen auf schier unglaubliche Weise. Doch die Pillen, die Eddie einwirft, sind weder marktreif noch auf dem Markt. Ihm wird auch schnell bewußt, daß er sich damit auf etwas Illegales einlässt, doch probieren ... Eddie, der die genauso erstaunliche wie leistungsfördernde Wirkung mithin die „Möglichkeiten“ der Droge bald an seinem neuen Buchprojekt, das hoffnungslos ins Stocken geraten war, erfahren darf, kommt auf den Geschmack. Als er jedoch Vernon erneut aufsuchen und ihn um mehr Pillen angehen will, findet er seinen ungeliebten Ex-Schwager ermordet in seiner Wohnung auf. Er ist schockiert, handelt aber schnell und fast kühl kalkuliert, indem er zwar die Polizei ruft, doch gleichzeitig bis zu ihrem Eintreffen das Drogenversteck Vernons mit mehreren hundert weiteren Wunderpillen aushebt. Allerdings weiß Eddie Spinola nicht, worauf er sich hier einlässt. Denn daß er sich bald im Big Business der New Yorker Börse und der internationalen Finanzspekulationen bewegt (weil nur dort wird man schnell reich und erfolgreich), war nicht unbedingt vorhersehbar und ist nur ein Teil seines düsteren, aberwitzigen und fast zwangsläufigen Wegs, den er mit der lebensgefährlichen Droge geht ... Alan Glynns schwarzhumoriges Drogen- und Krimimärchen sorgte am Ende des vergangenen Jahres tatsächlich noch für eine weitere Überraschung in einem weit mehr als nur mittelprächtigen Krimijahr 2006. "Stoff" (OT: "The Dark Fields") ist das fraglos gelungene Debüt eines irischen Autoren, der offenbar viel in der Welt herumgekommen ist und ganz deutlich viel über ihren dunklen und grotesken Seiten zu erzählen hat. Und wenn man bei seinem "Stoff" genau hinschaut, dann vermag man aus diesem modernen Drogen- und Krimimärchen ganz ungezwungen eine gallige Parabel auf den zerstörerischen Suchtcharakter des kapitalistischen Zeitalters herauslesen. Daß eine solche Lesart nicht ungewollt ist, zeigt das Anfangsmotto aus F. Scott Fitzgeralds "Der große Gatsby". Bei Glynn ist der so vielbeschworene "American Dream" nur noch ein grotesker "American Trip", das genauso dumme, hoffnungslose wie zwangsläufige Scheitern des Strebens nach absolutem Glück, Erfolg und Reichtum in einer Konsumgesellschaft. As you like it - doch genaueres Hinschauen lohnt sich hier für den aufmerksamen Krimileser allemal. So ist mithin schon die Widmung am Anfang des Buches bemerkenswert, wo Glynn u. a. dem irischen Schriftsteller Declan Hughes und dem Krimiautoren Douglas Kennedy für ihre "moralische Unterstützung" dankt. Nun sind auch diese beiden Autoren zuletzt mit ihren überaus klugen und versierten Kriminalromanen aufgefallen, man denke nur an das Krimidebüt "Blut von meinem Blut" von Hughes, der von Haus aus und eigentlich Dramatiker ist. Bildet sich da womöglich so etwas wie ein "irisches Ratpack" heraus. Eine krimischreibende Schriftstellergruppe mit Programm? Ein "irisches Dogma"? Sei es wie es will, der Rezensent möchte sich mit solchen spekulativen Fragen schließlich auch nicht lächerlich machen. Der "Stoff" dieser Schriftsteller sei allen Krimifreunden dezent nahegelegt und ist vor allem für Noir- und Hardboiled-Fans in weichgespülten harten Zeiten eine ernstgemeinte Empfehlung. [ hs/10.01.2007 ]
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Krimi-Specials
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