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Westendorf, Christine Und jeder tötet, was er liebtEsther Lüdersen, die Erbin des Bauunternehmens LÜBAU, ist gekidnappt worden. Aber warum? Schließlich gibt es keinerlei Bekennerschreiben und keinen Erpressungsversuch. Wenige Tage später hängt die Frau tot über dem Gartenzaun einer Neubausiedlung. Ein zweiter und ein dritter Toter, Esthers Mitarbeiter bei einem ihrer Sozialprojekte, folgen.Und alle Spuren führen ins Leere.Allein Alfons Lüdersen könnte als Geschäftsführer der LÜBAU ein gewisses Interesse am Tod seiner Frau gehabt haben, denn er hat deren Firma als Generalunternehmer für die Errichtung des neuen Fußballstadions hoch verschuldet.
Unsere Meinung:Wenn man dieses gebundene Buch mit Schutzumschlag in den Händen hält, dann fällt einem zunächst das Kitschmotiv auf der Titelabbildung ins Auge: Eine Frau steht bei einem Baum und blickt hinab in eine dunkle und schicksalhaft beleuchtete Tallandschaft.
Seufzend liest man im weiteren, was einem der Titel dann buchstäblich ankündigt, und merkt, daß es sich hier wohl um ein Liebesdrama mit Todesfolge handeln muß. Danach der Untertitel, der das Ganze unzweideutig als Kriminalroman kennzeichnet und für den erfahrenen Krimileser mitunter als Drohung erscheinen könnte: "Kommissarin Greves erster Fall". Es ist also definitiv geplant, daß diesem Roman ein weiterer oder sogar weitere folgen sollen. (Ob das sein muß, möchte man danach ganz gerne prüfen.) Auch während man in dem Roman liest, kann man sich nicht von solchen oberflächlichen Eindrücken befreien. Das beginnt schon mit dem Großdruck, der das Buch auf knapp 400 Seiten aufpeppt; und das endet mit den verschiedenen Momenten der Verlagswerbung von fredebold und fischer, der sich mit Betonung als "der deutsche autorenverlag" bezeichnet. Das alles erinnert ein wenig an die peinlichen Arbeitsweisen eines Druckkostenzuschussverlages, wenn da nicht noch der durchaus bemerkenswerte Inhalt des Buches wäre: Denn Christine Westendorf hat hier einen soliden und durchaus psychologisch einfühlsamen Hamburger Milieukrimi abgeliefert, der sich einerseits genauso schnell wegliest wie er andererseits aber nur wenig bleibende Eindrücke hinterlässt. Zwar kommen da einige bedrückende Momente auf in der Art wie die Entführung einer reichen Unternehmenserbin geschildert wird; zwar vermag sie mit einigen literarischen Motiven auch den Anfangsverdacht, mit dem Titel "Und jeder tötet, was er liebt" verbinde sich reiner Kitsch, dadurch entkräften, daß dieser sich einigermaßen stimmig an eine Gedichtzeile von Francois Villon anlehnt. Und schließlich mag es da noch zaghafte Versuche zu einem Schlüsselroman geben, wenn die Machenschaften um einen Neubau eines Hamburger Fußballstadions zur Sprache kommen, aber insgesamt ... - ein Hamburger würde wohl sagen: Butter bei die Fische! Fazit: Krimidebüt, das sich fleißig an die Qualität der gängigen Krimi-Konfektionsware herangeschrieben hat. [ hs/21.08.2007 ]
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Krimi-Specials
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