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Larsson, Stieg VerblendungOriginaltitel: "Män som hatar kvinnor" (Norstedts Förlag: Stockholm 2005)
Unsere Meinung:Stieg Larssons Roman "Verblendung" in der Taschenbuchausgabe ist für uns die Überraschung des Sommers 2007. Die durchaus anspruchsvolle "Hammett"-Kundschaft hat das Buch nämlich so nachdrücklich auf unsere hauseigene Bestsellerliste gehievt, daß wir nicht umhin konnten, uns diesen Roman nun auch endlich einmal selbst vorzuknöpfen. Und wir müssen sagen, daß sich das für uns durchaus gelohnt hat. Spannende Geschichte! Und unsere Kundschaft hat recht: Dieser lustvoll erzählte Kriminalroman, der das tragische Familienepos einer schwedischen Unternehmerdynastie erzählt, ist tatsächlich bemerkenswert - und äußerst lesenswert:
Mit "Verblendung" legte Heyne, der deutsche Verlag des leider schon 2004 und früh verstorbenen schwedischen Autors Stieg Larsson, diesen ersten Band einer Trilogie um den Wirtschaftsjournalisten Mikael Blomkvist und seiner weiblichen Begleiterin Lisbeth Salander schon 2006 in einer Hardcover-Ausgabe vor. Doch was als Hardcover noch relativ wenig Aufmerksamkeit erzielte, erregt nun als im Juni 2007 erschienene Taschenbuchausgabe umso mehr Aufsehen. Dabei zeigt der genauso vielschichtige wie komplexe Roman ein erstes Mal, wie virtuos Larsson die Mittel des Kriminalromans einzusetzen vermochte und die Spannungsklaviatur souverän beherrschte. Umso vielversprechender erscheint einem da die weitere Aussicht auf die Trilogie! (Also den zweiten Teil mit "Verdammnis" und den dritten Teil mit "Vergebung", was sich insgesamt buchstäblich wie ein kriminalliterarisches Purgatorium liest.) Der erste Teil der Trilogie ist "Verblendung", die Geschichte um einen internationalen Wirtschaftsskandal, den der schwedische Journalist Blomkvist nicht vollständig aufzuklären vermochte. Das handelt ihm in der Folge nicht nur eine heftige Verleumdungsklage und eine Menge persönlicher Probleme ein, sondern stellt die gesamte Zukunft seines Wirtschaftsmagazins "Millennium" in Frage, bei dem er als Mitherausgeber fungiert. Umso überraschender kommt für ihn das Angebot des alten und einflussreichen Industriellen Henrik Vanger, ihm aus der Bredouille zu helfen. Der Auftrag: Blomkvist soll in die Rolle des Biografen der illustren Vangerschen Familien- und Unternehmensgeschichte schlüpfen. Mithilfe dieser Tarnung soll der Journalist herausfinden, was sich vor einigen Jahrzehnten genau abgespielt hatte, als Vangers Nichte Harriet spurlos von einem Familienfest verschwand und nie wieder auftauchte. Blomkvist kann sich zunächst nicht vorstellen, wie er Licht ins Dunkel dieser Geschichte bringen sollte. Doch angesichts des zusätzlichen Angebots des 82jährigen Unternehmenspatriarchen vermag er der Versuchung nicht länger zu widerstehen, tatsächlich den Detektiv zu spielen. Vanger will ihm nämlich nicht zuletzt helfen, die Machenschaften eines anderen Industriellen, seines Intimfeindes Wennerström, aufzudecken, der seine Zeitschrift an den Rand des Bankrotts getrieben hat ... Trotz all seiner Stärken hat dieser Roman sicher auch ein paar Schwächen. So bemängelten einige unserer "Hammett"-Leser gewisse Längen in dem insgesamt fast 700seitigen Roman. Zugleich sei es Larsson nicht ganz geglückt, die aufeinanderfolgenden Showdowns seiner parallelen Geschichten (das Schicksal der Harriet Vanger und das Schicksal der Zeitschrift "Millennium") spannungstechnisch zu integrieren. Letzteres wirke leider nur wie ein verlängertes Ende der Aufklärung der ersten Story. Bemerkenswert ist über alle Kritik jedoch die Tatsache, wie zahlreich und beinahe euphorisch dagegen dieser Kriminalroman gelobt wurde und wie sehr er zum Gespräch anzuregen scheint. Fast jeder hat so seine dezidierte Meinung zu dem Buch. Insgesamt überwiegen aber in diesem Roman insgesamt die Stärken, so daß wir im Fazit einen seltenen Glücksfall vermelden können: Ein genauso spannender wie anspruchsvoller Schmöker, den wir im Tenor unserer Kundschaft nur dringend weiterempfehlen können! Und wenn sich die Trilogie in diesem Tempo und Rhythmus fortspinnt, dann hat man es wohl mit einem der bemerkenswertesten Stücke Kriminalliteratur der letzten Jahre zu tun . . . [ hs/07.08.2007 ]
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Krimi-Specials
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