Titel: Die Toten von Santa Clara

Wilson, Robert Die Toten von Santa Clara

Originaltitel: The Silent and the Damned (HarperCollins: London 2004)
Aus dem Englischen von Kristian Lutze

Während ganz Sevilla unter der drückenden Hitze des Sommers leidet, wird Chefinspektor Javier Falcón in eine der kühl-klimatisierten Villen des Vorortes Santa Clara gerufen. Dort scheint ein einflussreicher Bauunternehmer Selbstmord begangen zu haben. Doch etwas an dem Tatort weckt Falcóns Misstrauen, und gegen den Willen der Staatsanwaltschaft nimmt er die Ermittlungen auf. Bald ist er einem infamen Komplott auf der Spur, das noch mehr als ein Opfer zu fordern droht ...

Javier Falcon Bd.2.

Autor: Wilson, Robert
Titel: Die Toten von Santa Clara
Jahr: 2007-07
Seiten: 506 | Taschenbuch
Verlag: Goldmann
ISBN: 978-3-442-45928-5
Preis: 9.95 EUR

Status: Lieferbar

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Unsere Meinung:

Robert Wilsons "Die Toten von Santa Clara" lebt als Fortsetzung leider überwiegend von dem Glanz des vorangegangenen herausragenden Romans "Der Blinde von Sevilla". Danach hatte man als Leser/in eigentlich niemals an eine Fortsetzung gedacht (geschweige denn sich eine gewünscht). Deshalb liegt die Vermutung nahe, dass hier vor allem der Verlag auf eine Fortsetzung um die tragische Geschichte des Kommissars aus Sevilla, Inspector Jefe Javier Falcón, gedrängt und sie schließlich erzwungen hat. Herrschte hier vielleicht einfach der Zwang zur Serie?
"Die Toten von Santa Clara" knüpft zwar nahtlos an seinen Vorgänger an und zeigt überdies durchaus eigene Qualitäten, indem er die Geschichte der Korruption und Verkommenheit der oberen Zehntausend in Sevilla und Spaniens vertieft und fast zu einer Parabel um die modernen Reichen und Mächtigen verdichtet, - dennoch hat der Roman die Ausstrahlungskraft seines Vorgängers weitgehend verloren.
Nun mag man sich zu Recht fragen, was zu einem gelungenen Gesamtentwurf einer Kriminalserie gehört, wie sie so unterschiedlich z. B. Simenon mit Maigret, Ian Rankin mit Rebus oder meinetwegen auch Elizabeth George mit dem Gespann Lynley/Havers in die Welt gesetzt und Millionen Leser gefunden haben ... - Eine neuere und eingehendere wissenschaftliche Arbeit zu diesem literarischen Massenphänomen ist schon längst hinfällig! - ?
Doch auch angesichts solcher Hintergedanken bleibt Robert Wilsons "Die Toten von Santa Clara" durchaus lesenswert. Allerdings stellt sich der fabelhafte Eindruck, den er mit "Der Blinde von Sevilla" hinterließ, hier leider nicht mehr ein.
Gleichwohl hat Wilson zweifellos das Erzähltalent zu einer beeindruckenden "Krimi-Saga". Die ist im englischsprachigen Original schon mit dem 3. Teil und unter dem Titel "The Hidden Assassins" fortgeschrieben. Und die deutsche Übersetzung ist auch schon angekündigt: Der Verlag Pager&Turner bringt das Buch im August 2007 als Hardcover unter dem Titel "Die Maske des Bösen" heraus.

Fazit: So oder so - ob in Serie oder einzelnen Bravourstücken - warten wir weiter auf eine epische Ausweitung seiner Erzählphantasie. Der vorliegende Roman hat eine solche Erzählkunst leider (noch) nicht zu bieten.

Anmerkung: Die Rezension bezog sich ursprünglich auf die deutsche Hardcover-Erstausgabe des Buches, das Ende 2005 im Verlag Page&Turner erschienen ist.

[ hs/05.07.2007 ]
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