Titel: Kalte Asche

Beckett, Simon Kalte Asche

Originaltitel: Written in Bone
Aus dem Englischen von Andree Hesse

Eigentlich ist Forensiker David Hunter auf dem Weg nach Hause. Doch dann erreicht ihn ein Notruf. Auf Runa, einer Insel der äußeren Hebriden weit draußen im Atlantik, ist eine Leiche gefunden worden. Schweren Herzens kommt David der Bitte nach, auch wenn er dafür seine Freundin Jenny verärgert, die in London auf ihn wartet.
Als er nach einer sturmumtosten Überfahrt auf der Insel ankommt, erwartet ihn ein schauriger Tatort. Die Leiche liegt in einem verfallenen Cottage, sie ist verbrannt – bis auf Hände und Füße.
Der Sergeant aus Stornoway will den Tod als Unfall deklarieren, doch David glaubt nicht daran. Er untersucht die Asche und kommt zu dem Ergebnis, dass das Opfer erschlagen worden ist.
Die Situation wird immer bedrohlicher, als ein Sturm die Insel von der Außenwelt abschneidet, die Verstärkung aus Stornoway ausbleibt und der Feuerteufel das nächste Mal zuschlägt. Denn das kann nur eines bedeuten: Der Mörder ist immer noch auf der Insel und David muss ihn finden bevor es zu spät ist

Autor: Beckett, Simon
Titel: Kalte Asche
Jahr: 2007-07
Seiten: 432 | Hardcover
Verlag: Wunderlich
ISBN: 978-3-8052-0812-3
Preis: 19.90 EUR

Status: Vergriffen

Preis: 19.90 EUR

Unsere Meinung:

Selten hat mich ein Roman in den letzten Jahren so verärgert! Ein Werk ohne jede Substanz oder gar erzählerische Stärke. „Kalte Asche“ macht seinem Namen alle Ehre, denn es handelt sich um ein künstliches Gebilde ohne jedwedes Eigenleben. Simon Beckett liefert hier ein cleanes Produkt ab, das nur mit ebenso lieblosen wie kaum genießbaren Fertiggerichten zu vergleichen ist.
Nichts, aber auch gar nichts Eigenes hat uns dieser Autor mitzuteilen. Auffallend viele Bausteine des Romangebildes sind aus Klassikern offensichtlich entlehnt, mal mehr, mal weniger unverschämt deutlich. Hier ein bisschen Maurice Leblanc ("Die Insel der 30 Särge"), da ein wenig Agatha Christie ("And Then There Were None"/"Zehn kleine Negerlein") und natürlich wird auch Arthur Conan Doyles "The Adventure of the Final Problem"/"Das letzte Problem" nicht ausgelassen.
Das allein ist durchaus kritikwürdig, wenn auch nicht viel mehr als bei anderen Autoren. Simon Beckett setzt dem ganzen aber instantmäßig die Krone auf. Er geht mit seinem Werk genau bis an die Grenzen des im Rahmen des Mainstreams Erlaubten. Ein paar geschickt dosierte Details aus der Rechtsmedizin, die erschrecken sollen ohne jedoch zu verletzen. Ein überdeutlich auf Fortsetzungen abzielendes Ende, denn die sind ja notwendig um die hohen Werbungskosten für diesen und vor allem den ersten Roman wieder einzuspielen.
Auch die unterhalb der Gürtellinie angesiedelten Instinkte werden anhand eines geschwisterlichen Inzests bedient. Natürlich auch hier weder zu abstoßend noch zu lustvoll dargestellt. Um Himmels Willen bloß keinen Leser verprellen.
Jeder Autor von Groschenheftchen verdient mehr Respekt. Die nämlich liefern ihren Trash in Verpackungen ab, wo ehrlicherweise auch Trash draufsteht…
[ ck/02.09.2007 ]
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