Vielversprechendes, Wichtiges & Ersehntes - September 2010

Titel: Die Seele in der Faust

Rotman, Patrick

Die Seele in der Faust

Originaltitel: L'Ame Au Poing
Aus dem Französischen von Elfriede Müller

Paris im Jahr 1942. Die Nazis haben die Stadt besetzt. Sascha Altberg, ein junger polnischer Jude, dessen Vater deportiert wurde, schließt sich dem bewaffneten Widerstand an. Wegen seiner Tollkühnheit wird er schnell zu einem gefürchteten antifaschistischen Kämpfer und gerät ins Visier des französischen Geheimdienstes. Sein Gegenspieler ist der Polizist Rodier, dessen Auftrag ist, Juden und Kommunisten zu jagen. Er und Sascha liefern sich ein Duell auf Leben und Tod.

Fünfzig Jahre später beginnt ein Regisseur Zeitzeugen zu befragen und Dokumente zu sichten, um ein Drehbuch für einen Film über die damaligen Ereignisse zu schreiben. Auf seiner Spurensuche trifft er auf überlebende Widerständler, auf Saschas jüngeren Bruder Altberg und auf den ehemaligen Polizisten Rodier. Aber einige der Puzzlesteine passen nicht zusammen. Nach und nach wird dem Regisseur klar, dass die erzählte Geschichte um ein verschwiegenes Kapitel kreist.

Autor: Rotman, Patrick
Titel: Die Seele in der Faust
Jahr: 2010-09
Seiten: 214 | Taschenbuch
Verlag: Assoziation A
ISBN: 978-3-935936-89-7
Preis: 18.00 EUR

Status: Lieferbar

Preis: 18.00 EUR

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Titel: Hunkeler und die Augen des Oedipus

Schneider, Hansjörg

Hunkeler und die Augen des Oedipus

Der neue Fall des Kult-Kommissars aus Basel: Ein havariertes Hausboot auf dem Rhein. Ein Theaterskandal. Und ein paar alte Rechnungen.

Kommissär Hunkeler-Reihe Bd.8.

Autor: Schneider, Hansjörg
Titel: Hunkeler und die Augen des Oedipus
Jahr: 2010-09
Seiten: 240 | Hardcover
Verlag: Diogenes
ISBN: 978-3-257-06761-3
Preis: 19.90 EUR

Status: Lieferbar

Preis: 19.90 EUR

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Unsere Meinung:

"Suche nichts zu verbergen, denn die Zeit, die alles sieht und hört, deckt es doch auf."
(Sophokles, Fragmente, 280)

"Peter Hunkeler, Kommissär des Kriminalkommissariats Basel, früherer Familienvater, jetzt geschieden, erwachte, da er einen Hahn krähen hörte. Er fragte sich, was da los war, wo er sich befand. War er im Haus seiner Kindheit, das neben einem Bauernhof stand, auf dem er sich jede freie Minute herumtrieb? Im Kuh- oder Rossstall, auf dem Tenn, in der riesigen Küche, in der eine alte Frau Kartoffeln schälte? Davon hatte er bloß geträumt, sehr undeutlich, wie ihm schien. Er konnte sich an kein konkretes Traumbild erinnern."
(Hansjörg Schneider: Hunkeler und die Augen des Ödipus, S. 8)

`NEIN, bitte nicht schon wieder ein melancholischer, altersschwacher und zudem demenzkranker Kommissar vor dem Ende seiner Karriere´, - das musste ich mir in Erinnerung an die kürzliche Lektüre von Mankells "Der Feind im Schatten" bei dieser frühen Textpassage unwillkürlich denken.
Aber trotz bemerkenswert wiederholter Schlafmomente Hunkelers in "Die Augen des Ödipus" (vgl. so S. 167 u. 182) tut uns bei allen Erschöpfungsmomenten des Kommissärs sein Erschöpfer Hansjörg Schneider genau solches nicht an. Gut, Hunkeler wird alt und steuert inzwischen auf sein Dasein als angehender Pensionär zu. Aber er ist immer noch umtriebig und beobachtet auf seinen wilden Streifzügen durch Basel und das Dreiländereck Schweiz / Frankreich / Deutschland Menschen und Umwelt sehr genau.
So verfolgt er auch trotz seines langsamen Ausscheidens aus dem Polizeidienst immer noch weiter, wie seine Kollegen an einem sehr hintergründigen, verwickelten Fall ermitteln: Das Hausboot des Basler Theaterdirektors Bernhard Vetter wird eines Morgens verlassen und weit abgetrieben vom eigentlichen Liegeplatz am Rheinufer vorgefunden. Von Vetter fehlt jede Spur, und er bleibt auch im Weiteren zunächst verschwunden. Am Vorabend seines Verschwindens jedoch soll noch eine ausschweifende Party auf dem Hausboot stattgefunden haben ...

Unterdessen überschlägt sich die grenzübergreifende Boulevardpresse in wilden Spekulationen. Selbst Hunkelers wenig geschätzter Ex-Kollege Mädörin versteigt sich aus vagen Vermutungen heraus in haarsträubende Theorien bis hin zu einer terroristischen Verschwörung. Der pensionierte Hunkeler hingegen, dem das Theatermilieu der Stadt nicht fremd ist, da er in seinen jungen Tagen als Bühnenarbeiter gejobbt und als Regieassistent am Theater gearbeitet hatte, schaut und hört genau hin. Schnell findet er nicht nur heraus, dass Vetter mindestens genauso viele Feinde wie Freunde hatte, sondern dass sich dieser überdies in recht fragwürdigen und dabei mithin gefährlichen Milieus und Lokalitäten bewegte.

"Hunkeler spürte eine Spannung aus dem Lokal strömen, die seinen ganzen Körper ergriff. Er kannte das, er wusste, dass ihn die Burschen als Polizisten identifiziert hatten. Er wusste auch, dass sich diese Spannung bis um Mitternacht aufbauen würde, langsam und zäh. Bis sie sich eines Nachts entlud mit Faustschlägen ins Gesicht und Messerstichen."
(Hansjörg Schneider: Hunkeler und die Augen des Ödipus, S. 24)

Schnell findet Hunkeler heraus, dass sich Vetter Wochen vor seinem Verschwinden hoffnungslos in die junge und atemberaubend schöne Prostituierte und Samba-Tänzerin Simone Breda verliebt hatte. Was offenbar auf Gegenseitigkeit beruhte. Und dies deutet überdies auf eine veritable romantische Liebesgeschichte oder -tragödie hin, denn auch Simone Breda zeigt sich schon bald als nicht mehr auffindbar.

Hunkeler wühlt weiter im Beziehungsgestrüpp der Theaterwelt und der Menschen im derben Milieu des Baseler Rheinhafens. Hier wie dort schlägt ihm Misstrauen entgegen. Was will dieser überaus neugierige pensionierte Polizist, der vom Herumschnüffeln offenbar nicht ablassen kann?

"... Sie sind von der Polizei, nicht wahr?"
"Woran merkt man das?"
"Ich bin hier am Bach [am Baseler Rheinhafen; d. Red.] aufgewachsen", sagte sie. "Da entwickelt man einen Blick für alle Arten von Polizisten."
"Wie viele Arten gibt es?"
Sie lachte.
"Es gibt die bösen, die hinterlistigen. Die Zögerer, die unbeholfen wirken. Die anständigen, jovialen. Gefährlich sind sie alle."
"Ich bin in Rente. Vor mir müssen Sie sich nicht fürchten."
"Ach so? Und jetzt ist Ihnen langweilig?"
"Hier im Hafen nicht. Hier gibt es wunderschöne Dinge zu sehen."
(Hansjörg Schneider: Hunkeler und die Augen des Ödipus, S. 121)

Hansjörg Schneider erweist sich in diesem Roman durch die Augen Hunkelers wiederholt als genauer Beobachter. Ob dass nun die öffentliche Kultur einer Provinzmetropole Basel betrifft ...

"Er war schon lange nicht mehr hier gewesen. Weil er sich fehl am Platz vorkam inmitten des jungen Gemüses. Damals hatte hier ein gemischtes Publikum gesessen ...
Jetzt herrschte eine Monokultur. Niemand war über 25. Die schienen alle denselben Gedanken nachzuhängen. Aber so war das im heutigen Basel. Die Gesellschaft war unterteilt in verschiedene Gruppen. Jede Gruppe blieb für sich und schottete sich ab."
(Hansjörg Schneider: Hunkeler und die Augen des Ödipus, S. 42)

... oder bestimmte intellektuelle Milieus wie bei den Theaterleuten:

"Er sah das Buch über Adorno auf dem Boden liegen und hob es auf. Er las von der Kritischen Theorie, die allein in der Lage sei, die Welt zu retten. Diese Kritische Theorie war die Theorie Adornos. Hunkeler hielt nichts von Leuten, die mit einer Theorie die Welt retten wollten."
(Hansjörg Schneider: Hunkeler und die Augen des Ödipus, S. 182)

Mindestens genauso wichtig wie die teilweise nadelspitzscharfen Dialoge oder Hunkelers innere Monologe sind an diesem Roman die poetischen und beinahe selbstvergessenen Beschreibungen von Menschen und Landschaften. Das ist erzählerisch zweifellos stark und eindrucksvoll, selbst wenn Hunkelers Wanderungen und Kneipentouren auf Dauer etwas wiederholend wirken. Erheblicher ist allerdings, dass sich Schneider meiner Ansicht nach ein wenig in der Verquickung des tragischen Ödipus-Motiv mit den dramatischen Momenten seines Kriminalromans "verhebt". So wirkt ein wenig befremdlich, dass obwohl Hunkeler relativ früh ahnt, wer der Urheber dieser Baseler Tragödie sein könnte (vgl. S. 157 ff. u. 197 f.), er dennoch weiter auf eigene Faust ermittelt und seine alten Kollegen bis auf konspirative nächtliche Telefongespräche mit seinem früheren Mitarbeiter Lüdi (S. 90 f. u. 212 ff.) und die Begegnung mit Ex-Assistent Haller (S. 142 ff.) nicht auf diese heiße Spur ansetzt. Danach merkt man Hunkeler über seine Langsamkeit respektive Begriffsstutzigkeit keinen moralischen Konflikt an, wo er doch aus eigener Anschauung wusste, wie unberechenbar und gefährlich der Täter war.
Diese Momente, die einem ohnehin erst so richtig im Nachhinein aufgehen, zerstören aber keineswegs den schlüssigen und plausiblen Gesamtcharakter dieses Kriminalromans. Schneider hat hier vieles ineinander "verwirkt". Und das ist im nach wie vor gelungen.

Fazit: Hansjörg Schneiders Hunkeler-Reihe gewinnt qualitativ langsam tatsächlich Simenon’sche Ausmaße. (Auch sein italienischer Kollege Andrea Camilleri aus Sizilien lässt dabei übrigens grüßen.) Nun ist der Autor mit seinen 72 Jahren inzwischen ein alter Mann – was nicht despektierlich gemeint ist -, und man kann nur hoffen, dass er uns bis ins höchst hohe Alter noch ein paar mehr Geschichten zu Hunkeler mitzuteilen hat ...

P.S. aus gegebenem Anlass: Hansjörg Schneider hat mit seinen Hunkeler-Krimis die Verlagsheimat gewechselt. Erschienen seine ersten sieben Kriminalromane um den Baseler Kommissär allesamt bei Bastei Lübbe, so kommt "Hunkeler und die Augen des Ödipus" jetzt im Zürcher Diogenes Verlag heraus. Gefühlt sicher kein falscher, sondern auch vor dem Schweizer Hintergrund ein recht geeigneter neuer Verlagsort.

[ hs/21.08.2010 ]
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Titel: Verschärftes Verhör

Siler, Jenny

Verschärftes Verhör

Originaltitel: The Prince Of Bagram Prison
Aus dem Amerikanischen von Susanne Goga-Klinkenberg

Kat Caldwell hat als Arabisch-Expertin Gefangene im afghanischen Bagram verhört. Sie erhält den Befehl, einen ehemaligen Häftling zu finden. Der Junge soll Kontakt zu Terroristen haben. Doch als ein britischer Soldat ermordet wird, der zu einem Todesfall im Militärgefängnis Bagram aussagen wollte, schöpft Kat Verdacht: Geht es bei ihrem Auftrag in Wahrheit um die Vertuschung von Folter und die Beseitigung eines Zeugen?

Autor: Siler, Jenny
Titel: Verschärftes Verhör
Jahr: 2010-09
Seiten: 287 | Taschenbuch
Verlag: Fischer
ISBN: 978-3-596-18311-1
Preis: 8.95 EUR

Status: Lieferbar

Preis: 8.95 EUR

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Titel: Batmans Schönheit

Steinfest, Heinrich

Batmans Schönheit

Markus Cheng hat das Detektivgeschäft aufgegeben. Und zwar wirklich. Er ist jetzt im Familiengeschäft, lebt zufrieden mit Frau und Stieftochter. Als die fünfzehnjährige Lena ein Haustier will, überrascht Cheng sie mit einer Packung Krebse. Genauer gesagt, Urzeitkrebse, die es als "Mitbring-Experiment" zu kaufen gibt. Ein kleiner, zylindrischer Behälter, abgekochtes Leitungswasser, Meersalz - und hinein mit den Salzkrebs-Eiern. Bald darauf zucken Larven durchs Wasser und verwandeln sich in helle, durchscheinende Krebstiere.
Allerdings sind ein paar Wochen später alle tot - bis auf einen, den Cheng in alter Verbundenheit Batman tauft und dessen Langlebigkeit mysteriöse Ausmaße annimmt.
Doch auch bei den Menschen wird gestorben. Wiener Schauspieler, die man mit einer norwegischen Briefmarke auf der Zunge tot auffindet. Ein Fall, um den der Krebszüchter Cheng sich in keiner Weise zu kümmern gedenkt. Leider aber kümmert sich der Fall sehr bald um ihn.
Am Ende wird Cheng begreifen, daß er nicht der ist, der er zu sein meint.

Markus Cheng-Reihe Bd.4.

Autor: Steinfest, Heinrich
Titel: Batmans Schönheit
Jahr: 2010-09
Seiten: 270 | Taschenbuch
Verlag: Piper
ISBN: 978-3-492-25764-0
Preis: 8.95 EUR

Status: Lieferbar

Preis: 8.95 EUR

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Titel: Der Yellow-Dog-Kontrakt

Thomas, Ross

Der Yellow-Dog-Kontrakt

Originaltitel: Yellow-Dog Contract
Aus dem Amerikanischen von Edith Massmann, überarbeitet von Stella Diedrich und Gisbert Haefs

Der bekannte Gewerkschaftsboss Arch Mix ist spurlos verschwunden. Als Ermittlungen von FBI und CIA scheinbar erfolglos bleiben, wird der frühere Wahlkampfberater Harvey Longmire von einer neugegründeten Organisation, die sich der Aufdeckung von Verschwörungen verschrieben hat, hinzugezogen. Auf seinen Nachforschungen im Washington kurz nach der Watergate-Affäre gerät er in ein raffiniert gesponnenes Netz politischer Intrigen und Verschwörungen, das sich nicht nur auf Gewerkschaften, sondern auch auf die kommenden Wahlen auszuwirken droht. Doch wer steckt dahinter? Eine Reihe von Morden macht Harveys Ermittlungen nicht einfacher …

Erschien 1978 erstmals bei Ullstein unter dem Titel "Geheimoperation gelber Hund"

Autor: Thomas, Ross
Titel: Der Yellow-Dog-Kontrakt
Jahr: 2010-09
Seiten: 300 | Taschenbuch
Verlag: Alexander
ISBN: 978-3-89581-225-5
Preis: 14.90 EUR

Status: Angekündigt

Preis: 14.90 EUR

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