Krimi-Zitate: Mord und Totschlag

DEFINITIONEN

"Mord: Die Tötung eines Menschen durch einen anderen. Es gibt vier Arten von Mord: verbrecherischen, entschuldbaren, gerechtfertigten und rühmlichen, doch dem Ermordeten ist es egal, welcher Art er zum Opfer fiel - die Klassifizierung ist nur zum Nutzen der Juristen da."
(Ambrose Gwinnet Bierce)

"Ein Menschenleben ist die gängigste Handelsware, die es gibt."
(Jack London)

"Aber wer bestimmt denn, was ein Verbrechen ist? Wer benennt das Gute und Böse? In allen überlieferten Systemen gingen die Ethik und die Wertvorstellungen über die Verstandeskraft des Menschen hinaus. Er war nicht Herr über seine Werte: Sie waren ihm aufgezwungen, und er war ihnen unterworfen. Nun weiß er, daß sie allein seine Sache sind..."
(Jacques Monod; zit. aus: Jerzy Kosinski "Blind Date")

neu!"Der Unterschied besteht nur darin, dass sie früher weniger bekannt wurden, während man jetzt angefangen hat, über jede neue Mordtat zu reden und sogar zu schreiben, und deshalb hat es den Anschein, diese Verbrechen seien jetzt erst aufgetaucht."
(Fjodor Michailowitsch Dostojewski)

neu!"Der Verbrecher unterbricht die Monotonie und Alltagssicherheit des bürgerlichen Lebens. Er bewahrt es damit vor Stagnation und ruft jene unruhige Spannung und Beweglichkeit hervor, ohne die selbst der Stachel der Konkurrenz abstumpfen würde."
(Karl Marx: zit. nach Helmut Höge, Gauner und Gangster am Hacken. In: taz vom 13.01.2009, S. 17.)

"Gäbe es das Wort `Tod´ in unserem Sprachschatz nicht, wären die großen Werke der Literatur nie geschrieben worden."
(Arthur Koestler)

"Ein Leben, bei dem nicht von Zeit zu Zeit alles auf dem Spiel steht, ist nichts wert."
(Luise Rinser mit einer Interpretation von "Lebe wild und gefährlich!")

"Die Mörder sind immer die Deutschen."
(Josef Hader)

"Jeder Mensch, der sich nur für eine Sache interessiert, ist gefährlich."
(Gilbert Keith Chesterton)

SITUATIONEN

"Diese verdammten Kanonen sind immer lauter, als du denkst."
(Scott Turow: Das Gesetz der Väter. Zitiert aus: Giuseppe Genna, Im Namen von Ismael. Zürich 2002, S. 134)

"Man hat Exempel, daß man den Mord liebt und den Mörder straft."
(Friedrich von Schiller)

"Denn hinderlich wie überall, ist hier der eigne Todesfall."
(Wilhelm Busch)

"Ich begriff, daß ich das Gleichgewicht des Tages, das ungewöhnliche Schweigen eines Strandes zerstört hatte, an dem ich glücklich gewesen war. Dann schoß ich noch viermal auf einen leblosen Körper, in den die Kugeln eindrangen, ohne daß man es sah. Und es waren gleichsam vier kurze Schläge an das Tor des Unheils."
(Albert Camus, Der Fremde)

"Erschossen werden ganz schlechtes Fengshui!"
(C.F. Wong, zit. aus Nury Vittachis Reihe um den Fengshui-Detektiv Wong)

"Wenn du kein Rennen gegen eine Leiche gewinnen kannst, dann steckst du in der Patsche."
(Kinky Friedman, Greenwich Killing Time)

Tipp: Lesen Sie zu diesem Titel unsere Buchbesprechung: Kinky Friedman, Greenwich Killing Time

"Heute ist wieder nichts los in der Welt. Ein paar Palästinenser haben ein paar Israelis umgebracht, davor haben ein paar Israelis ein paar Palästinenser ausradiert; ein paar Inder haben ihre Atombombe perfektioniert, um sie auf ein paar Pakistanis fallen zu lassen und verschieden assortierte Iren haben sich auf unerfreulichste Weise vom Leben befreit. Tja, wir sollten alle alles in GOttes Hände legen, er bewahrt bewundernswerte Gelassenheit. Jehovah gegen Allah, Brahma gegen Mohammed. Protestanten gegen Katholiken - die Religionen sorgen für die Fortsetzung der Lustbarkeiten. Gäbe es keinen GOtt, Militärs würden ihn erfinden."
(Kyril Bonfiglioli, The Mortdecai-Trilogy)

"Der Mensch wird nie aus eigenem Antrieb seinen Browning weglegen. Solang ich nicht schieß, schießt der andere."
(Bertolt Brecht)

"Weniger treu blieb er seiner Anschauung, daß das Tragen von Waffen sich selten als ein Vorteil herausstellte. Waffen waren ungeeignet, irgend jemand von irgend etwas zu überzeugen oder abzubringen. Eher zwangen sie zu einem übereilten Handeln. Kam eine Waffe ins Spiel, brach Hektik aus. So war das im Kleinen wie im Großen. Waffen erwiesen sich so gut wie immer als Beschleuniger."
(Heinrich Steinfest, Ein dickes Fell, S. 262)

Tipp: Lesen Sie auch zu diesem Titel unsere Buchbesprechung: Heinrich Steinfest, Ein dickes Fell

"Schlechte Menschen werden nicht immer aus gutem Grund ermordet."
(aus: Graham Greene: Mord aus falschem Motiv)

"Du spielst ihm direkt in die Hände. Das ist genau die Situation, nach der seine Kriminalität lechzt."
(Philip Roth: Operation Shylock. Zitiert aus: Giuseppe Genna, Im Namen von Ismael. Zürich 2002, S. 369)

"Die ganze Nacht hindurch spielte ich Poker mit Tarotkarten - ich hatte ein Full House und vier Menschen starben."
(Steven Wright)

"Mord ist wirklich keine Sache, mit der man leichtfertig herumspielt."
(Agatha Christie, Ruhe unsanft)

"Ein Problem gibt es immer, und nach dem Morden geht es weiter."
(Juan C. Onetti; zitiert aus: Eugenio Fuentes, Mörderwald)

"Die Phantasie also, welcher der besessene Detektivroman-Leser frönt, ist der Traum, wieder in den Garten Eden aufgenommen zu werden, in den Stand der Unschuld ..."
(W.H. Auden)

"Letzte Nacht las ich im Buch Hiob. Ich habe nicht den Eindruck, daß Gott da gut wegkommt."
(Virginia Woolf)

"Die Bibel ist wie `Mein Kampf´. Keiner hat`s gelesen. Und doch steht alles drin: Kadavergehorsam, Intoleranz, Unterdrückung der Frau, Fanatismus, Fundamentalismus, Fremden- und Rassenhaß bis zum Völkermord."
(Franz Hals)

"Blut gehört noch immer zum Kitt der Weltgeschichte."
(Theodor Fontane)

"Im Italien unter den Borgias herrschten 30 Jahre lang Terror und Mord, aber die Zeit brachte Michelangelo und die Renaissance hervor. In der Schweiz herrschte 500 Jahre Friede. Und was haben sie hervorgebracht? - Die Kuckucksuhr."
(Orson Welles als Harry Lime in dem Film "Der dritte Mann" von Carol Reed)

"Allmählich verliert das Verbrechen seine Romantik. Es wird zur Klassik des Alltags."
(Stanislaw Jerzy Lec)

"Metzger, das ist ein Crashkurs in Existenzphilosophie."
(Wilhelm Raabe)

"Warte, warte nur ein
Weilchen, dann kommt Haarmann auch
zu dir mit dem kleinen
Hackebeilchen und macht Dosenfleisch aus dir!"
(Volksmund; Musik: Walter Kollo)

"Es ist kein Vergnügen, einen Menschen zu töten, ich habe nur zuweilen meine Tour."
(Fritz Haarmann)

"Immer spür' ich: da ist einer hinter mir her - das bin ich selber - und verfolgt mich ..."
(Peter Lorre als Kindermörder in Fritz Langs "M - eine Stadt sucht einen Mörder", Deutschland 1931)

"Weißt du auch, woher der Tod kommt, von oben oder von unten?"
(Pablo Neruda)

"Sie alle ziehen ihres Weges fort
An ihr Geschäft - und meines ist der Mord."
(Friedrich Schiller, Wilhelm Tell 4,3)

"Hinter jedem großen Vermögen steht ein Verbrechen."
(Honoré de Balzac)

"Das Verbrechen hat kein Asyl, nur gekrönte Verbrecher finden eins auf dem Thron."
(Georg Büchner, Dantons Tod)

"Wer kein Verbrechen begeht, ist für die Gerechtigkeit uninteressant."
(Stanislaw Jerzy Lec)

"Das hat mit Vernunft oder Gerechtigkeit gar nichts zu tun. In einem Augenblick der Gemütsregung werden wir alle hineingezogen und dann gibt es kein Entrinnen mehr."
(Graham Greene, Der stille Amerikaner; zit. nach Christopher G. Moore "Stunde null in Phnom Penh")

"Nach jedem Verbrechen wird der Täter der Polizei übergeben - das Opfer der Presse. Es ist nicht sicher, wer damit härter bestraft ist."
(Dieter Hildebrandt)

"Der Leichnam wurde seinem Mörder gegenübergestellt: aber er erkannte ihn nicht."
(Stanislaw Jerzy Lec)

"Niemand ist imstande, die empfindliche Lücke im Herzen zu schließen, die eine Kugel hinterläßt."
(Stanislaw Jerzy Lec)

"Vergessen Sie nie, der menschliche Geist ist als Totschläger entstanden und als ein ungeheures Instrument der Rache."
(Gottfried Benn)

"Man vergißt vielleicht, wo man die Friedenspfeife vergraben hat, aber man vergißt niemals, wo das Beil liegt."
(Mark Twain, überliefert von Melker Joe)

"Die gefährlichste Waffe sind die Menschen kleinen Kalibers."
(Wieslaw Brudzinski, geb. 1920, polnischer Aphoristiker)

"Wir sitzen am Rand des Feldwegs und reden. Die größte Not ist lange vorbei, denn am Gletscherrand lagern die Leichen ab. Wer steht am Rand des Feldes, am Rand des Highway? - Cary Grant!"
(Peter Handke, aus seinem Gedicht "Der Rand der Wörter 2", 1969)

neu!"Man könnte viele Beispiele für unsinnige Ausgaben nennen, aber keines ist treffender als die Errichtung einer Friedhofsmauer. Die, die drinnen sind, können sowieso nicht hinaus, und die, die draußen sind, wollen nicht hinein."
(Mark Twain)

MEHR MÖRDERISCHE ANSICHTEN

neu!"Das absurde Verbrechen ist wie Religion. Unglaublich, aber faszinierend."
(Alfred Hitchcock)

"Man sieht dem Toten noch an, was er gesehen hat. Je länger der Tote beschrieben wird, desto mehr sieht er aus wie ein Einrichtungsgegenstand."
(Peter Handke, Der Hausierer. Zitiert aus: Giuseppe Genna, Im Namen von Ismael. Zürich 2002, S. 192)

"Komisches nehmen die Menschen nicht ernst. Als wäre ein Toter, mit einer Lachgaspistole totgeschlagen, nicht tot."
(Stanislaw Jerzy Lec)

"Heutzutage regiert der Rekord, die Sensation, die Freude am Sinnlosen. Die Zeit war noch nie so günstig für Verbrecher."
(Walter Hasenclever)

"Ich bin kein gemeiner Mörder gewesen, mein Herrgott hab mich nie mit Kleinigkeiten abgegeben, mein Herrgott -"
(Friedrich Schiller)

"Ich kann mir kein Verbrechen vorstellen, das nicht auch ich hätte begehen können!"
(Goethe zu seinem Sekretär Eckermann; zitiert nach: Umberto Bellini, Arrivederci Venezia)

"Ich habe niemals von einem Verbrechen gehört, das ich nicht hätte begehen können."
(Johann Wolfgang von Goethe)

"Aus der richtigen Perspektive betrachtet, verdient jeder Mensch den Tod."
(Jack London)

"Meine Vision der Zukunft ist so genau, daß ich, falls ich Kinder hätte, sie sogleich erwürgen würde."
(E.M. Cioran)

"Ich will nichts beschönigen: Ich töte Menschen. Menschen, die es vielleicht verdient haben, vielleicht nicht. Ich bin nichts anderes als ein Kellner, der ein Essen serviert, an dem einer stirbt. Ich wähle das Opfer nicht aus, wie der Kellner nicht bestimmt, wer das Lokal betritt."
(aus: Heinrich Steinfest, Der Mann, der den Flug der Kugel kreuzte)

"Und ein menschenmordender Irrer lief frei herum und war vermutlich bereit, wieder zuzuschlagen. Und wenn es etwas Schlimmeres gibt als einen menschenmordenden Irren, dann ist es ein menschenmordender Irrer mit schwarzem Humor."
(Kinky Friedman, Greenwich Killing Time)

"Gebt mir eine anständige Flasche Gift und ich werde das perfekte Verbrechen konstruieren."
(Agatha Christie)

"Auf zwei Liter Holunderbeerwein nehme ich einen Teelöffel voll Arsen und einen halben Teelöffel voll Strychnin, und dann eine klitzekleine Prise Zyankali dazu..."
(Tante Abby in dem Frank Capra-Film "Arsen und Spitzenhäubchen")

"Das einzige entscheidende Argument, welches zu allen Zeiten die Menschen abgehalten hat, ein Gift zu trinken, ist nicht daß es tötete, sondern daß es schlecht schmeckte."
(Friedrich Nietzsche)

"Das am sichersten wirkende Gift ist die Zeit."
(Ralph Waldo Emerson)

"Gift übt eine gewisse Faszination aus. Es hat nicht die jähe Brutalität einer Revolverkugel oder einer blanken Waffe."
(Agatha Christie)

"Trau keinem Arzt, sein Gegengift ist Gift."
(William Shakespeare)

"Die Beweise sind das Gegengift gegen das Gift der Zeugenaussagen."
(Sir Francis Bacon von Verulam, 1561-1626)

"Geh'n ma Taubn vergiften im Park."
(aus einem Lied von Georg Kreisler)

"Wenn Sie einen Mann vernichten wollen, dann bringen Sie ihm Schach bei. Sie werden ihn damit sicherer töten als mit Gift."
(H.G. Wells)

"Morde zeichnen je eigene kleine Differenzen, Nuancen in ihrer Wertigkeit aus, genauso wie Statuen, Gemälde, Oratorien, Kameen, Intaglien oder sonst etwas anderes."
(Thomas de Quincey, Der Mord als schöne Kunst betrachtet)

Tipp: Wenn Sie noch mehr Intelligentes von dem scharfsinnigen Essayisten und seine Gedanken zum Tötungstrieb lesen wollen: Thomas de Quincey, Der Mord als schöne Kunst betrachtet


SIMPLE KUNST DES MORDENS

"Das Verbrechen wird verherrlicht, weil es eine der schönen Künste ist, weil es nur das Werk von Ausnahmenaturen sein kann, weil es die Monstrosität der Starken und Mächtigen enthüllt, weil auch noch die Ruchlosigkeit ein Privileg ist."
(Michel Foucault)

"Die einfachste surrealistische Handlung besteht darin, mit Revolvern in den Fäusten auf die Straße zu gehen und blindlings soviel wie möglich in die Menge zu schießen."
(André Breton, Zweites Manifest des Surrealismus, 1929)

"Ein Kunstwerk ist ein Traum von Mord, der durch eine Tat verwirklicht wird."
(Jean-Paul Sartre: Saint Genet, comédien et martyr)

Tipp: Mehr Zitate zum Thema Mord und Kunst finden sie in: Art in Crime. Kalender für Kriminalliteratur 2007


GESTÄNDNISSE

"Die Leute hasteten in allen Richtungen an ihm vorbei. Alle schienen es eilig zu haben. Alle schienen auf dem Weg zu einem wichtigen Termin zu sein. Die Autos spritzten Schneematsch hoch. Niemand kümmerte sich darum. Niemand dachte auch nur eine Sekunde daran, dass genau hier Schwedens Ministerpräsident ermordet worden war. Aber das war ja kein Wunder, schließlich war es mehr als zwanzig Jahre her. Kristoffer umklammerte seine Waffe in der Jackentasche. Und hier stehe ich, dachte er, hier stehe ich mit einer Pistole in der Tasche. Falls Göran Persson [schwedischer Ministerpräsident von 1996-2006; Anm. d. Red.] vorbeispazieren sollte, könnte ich auch ihn erschießen. Ich könnte es tatsächlich. Das gäbe vielleicht einen Aufstand. Es war so verflucht einfach zu töten. Daran hatte er früher nie gedacht. Man brauchte nur eine Waffe zu heben und abzudrücken. Er zog an seiner Zigarette und musste insgeheim lachen. Man muss nicht krank im Kopf sein oder Terrorist oder vollgedröhnt, um rauszugehen und zu morden - alles, was nötig war: man musste einfach nur seine Waffe ziehen und abdrücken. Es genügte eine Sekunde, um einem Menschen das Leben zu nehmen, das war die bittere Wahrheit. Eine einzige lächerliche Sekunde, um einer ganzen Reihe von Tagen, Abenden und Nächten ein Ende zu bereiten. Und es spielte keine Rolle, wer es war, der der Kugel da im Wege stand. König oder Bettler. Ein Zug mit dem Zeigefinger. Dann war Schluss, es nützte nichts, ob man hundert Millionen besaß oder der berühmteste Filmstar der Welt war. Oder einfach nur ein armes Würstchen."
(Hakan Nesser: Mensch ohne Hund. btb: München 2007. S. 492)

Tipp: Lesen Sie zu diesem Titel unsere Buchbesprechung: Hakan Nesser, Mensch ohne Hund


"Ich hatte eine ganz normale Kindheit."
"Das heißt, Sie wollten mit Ihrer Mutter schlafen und Ihren Vater umbringen?"
(Billy Wilder)

"Ich hatte zwei Menschen in meinem Leben getötet, zwei Gangster aus El Paso. Sie hatten einen wehrlosen alten Mann gefoltert und umgebracht; und sie hatten sich damals, an einem staubigen Berghang in Arizona, viel Mühe gegeben, mich zu töten. Wenn jemals zwei Menschen verdient hatten zu sterben, dann, glaube ich, sie. Aber ich träume immer noch von ihnen. Böse Träume. Wenn mittelalterliche Kartographen den Atlantischen Ozean zeichneten, kritzelten sie oft eine Anmerkung quer über das weiße, unbekannte Gebiet jenseits der Azoren: `Hier Monster´. Moderne Kartographen könnten das, mit mehr Genauigkeit, über den ganzen Globus kritzeln. Die Monster sind heute überall. Sie sind skrupellos und unverbesserlich. Gefangen, in Haft, sind sie mit ziemlicher Sicherheit nicht rehabilitierbar. Egal, welche tödliche Kombination von Genen und Szenen sie erschuf, sie sind unwiderruflich verdorben."
(Gedanken des Privatdetektivs und Serienhelden Joshua Croft in: Walter Satterthwait, Der Gehängte. München 2000, S. 237)

Tipp: Lesen Sie zu diesem Titel unsere Buchbesprechung: Walter Satterthwait, Der Gehängte


"In den Augen der Welt gelten wir häufig als Verbrecher, nicht nur weil wir Verbrechen begangen haben, sondern weil wir wissen, welche Verbrechen begangen wurden."
(Hombre de la Máscara Hierro, Der Mann mit der eisernen Maske, zitiert nach Michael Robotham, Adrenalin, Goldmann: München 2007, S. 203)

"Das habe ich getan" - sagt mein Gedächtnis.
"Das kann ich nicht getan haben" - sagt mein Stolz und bleibt unerbittlich.
Endlich - gibt das Gedächtnis nach.
(Friedrich Nietzsche, Jenseits von Gut und Böse, zitiert nach Michael Robotham, Adrenalin, Goldmann: München 2007, S. 7)

"Seit Jahren war mir das nicht mehr passiert. Wann hatte ich das letzte Mal auf einen Menschen geschossen? Das lag bestimmt schon zehn Jahre zurück. Nicht lange genug, um mit dieser Last fertig zu werden. Wie viel Zeit braucht man dazu? Sinnlose Überlegungen. Damit fertig zu werden, dass man auf einen Menschen geschossen hat, ist keine Frage der Zeit. Schon ein einziges mal ist zu viel."
(Bruno Morchio, Kalter Wind in Genua. Unionsverlag: Zürich 2007, S. 205.)

Tipp: Lesen Sie zu diesem Titel unsere Buchbesprechung: Bruno Morchio, Kalter Wind in Genua


"- Wir waren also auf der Steininsel mitten im See. Von dem Augenblick an, wo der Tod beschlossene Sache war, wurden wir in unseren Garten Eden, aus dem wir zum ersten Mal für zwei Minuten herausgerissen worden waren, sogleich für drei Minuten wieder zurückversetzt. Es war uns völlig bewusst, daß uns nur noch hundertachtzig paradiesische Sekunden blieben; also mussten wir alles richtig machen, und wir machten es richtig. Oh, ich weiß schon, was Sie denken: das alles Verdienst bei einer gelungenen Strangulierung dem Würger allein gebührt. Das stimmt nicht. Der Gewürgte ist viel weniger passiv, als man denkt. Haben Sie diesen miserablen Film gesehen, den ein Barbar gedreht hat - ein Japaner, wenn ich mich recht erinnere - und der mit einer Strangulierung von etwa zweiunddreißig Minuten Dauer endet?
- Ja, Das `Reich der Sinne´ von Oshima.
- Die Würgeszene ist Pfusch. Ich, der ich mich auskenne, kann versichern, daß es so nicht geht. Zunächst einmal, Eine Strangulierung von zweiunddreißig Minuten ist geschmacklos. In allen Künsten sperrt man sich irgendwie gegen die Einsicht, dass Mord ein Ereignis ist, bei dem es rasch und lebhaft zugeht. Nur Hitchcock, der hatte es begriffen. Und noch etwas, was dieser Herr aus Japan nicht kapiert hat: Erwürgen hat nichts Quälendes und Einschläferndes, im Gegenteil, es ist etwas Frisches, Stimulierendes."
(Amélie Nothomb, Die Reinheit des Mörders. Diogenes Verlag: Zürich 1996, S. 178 f.)

Tipp: Lesen Sie zu diesem Titel unsere Buchbesprechung: Amélie Nothomb, Die Reinheit des Mörders


ERKLÄRUNGSVERSUCHE

"Die meisten Menschen sind Mörder. Sie töten einen Menschen. In sich selbst."
(Stanislaw Jerzy Lec)

"Ich kann ja nicht plötzlich aus meiner Mördergrube ein Herz machen."
(Gottfried Benn)

"Die Leute mögen Killer. Und wenn eine Sympathie mit den Opfern empfindet, dann deshalb, weil er ihnen dankbar ist, daß sie sich haben killen lassen."
(Eugène Ionesco; zitiert aus: William Kennedy "Der Lange")

neu!Gangsterbraut: "Wie viele Menschen willst du denn noch umbringen?"
Lee J. Cobb: "Wie viele gibt´s denn noch?"
(Aus dem Film "Partygirl" von Nicholas Ray, USA 1958)

AUSSCHLUSSPRINZIPIEN

"Drei können ein Geheimnis bewahren, wenn zwei von ihnen tot sind."
(Benjamin Franklin, Poor Richard's Almanac (1735); zit. nach Nelson DeMille "Goldküste")

"Wer den kleinsten Teil seines Geheimnisses hingibt, hat den anderen nicht mehr in der Gewalt."
(Jean-Paul Sartre)

"Um weiteren Missetaten vorzubeugen, haben wir die unerfreuliche Pflicht auf uns genommen, diese Herrschaften zu erschießen. Das ist die Logik der Macht. Unter solchen Umständen muß die Macht mit Stärke, Festigkeit und Furchtlosigkeit handeln."
(Stalin)

"Ehefrauen, die ihre Männer erschießen, haben keinen Anspruch auf Witwenrente."
(Das Bundessozialgericht in einem Urteilsspruch)

"Wären alle Verstöße und Zuwiderhandlungen, für die unsere Justiz Gefängnisstrafen androht, wirklich aktenkundig, müßten die Richter alle Menschen und vermutlich sogar sich selbst einsperren!"
(George Bernard Shaw)

"Wenn man die Inschriften auf den Friedhöfen liest, fragt man sich unwillkürlich, wo denn eigentlich die Schurken begraben liegen."
(Peter Sellers)

"Man könnte viele Beispiele für unsinnige Ausgaben nennen, aber keines ist treffender als die Errichtung einer Friedhofsmauer. Die, die drinnen sind, können sowieso nicht hinaus, und die, die draußen sind, wollen nicht hinein."
(Mark Twain)

neu!"Das Verbrechen ist keine bestimmte Handlung, sondern eine bestimmte Einstellung zu den Lebensbedingungen."
(Nikolajewitsch Leo Tolstoi)

KRIEGSZUSTÄNDE

"Die Wahrheit ist das erste Opfer des Krieges."
(Rudyard Kipling)

"Wer seine Schwiegermutter totschlägt, wird geköpft. Das ist ein uralter verständlicher Brauch. Wer aber Hunderttausende umbringt, erhält ein Denkmal."
(Erich Kästner)

"Die Tragik des 20. Jahrhunderts liegt darin, daß es nicht möglich war, die Theorien von Karl Marx zuerst an Mäusen auszuprobieren."
(Stanislaw Lem)

"Der Krieg ist ein Massaker von Leuten, die sich nicht kennen, zum Nutzen von Leuten, die sich kennen, aber nicht massakrieren."
(Paul Valéry)

"Er hat die verheerenden Auswirkungen des Krieges gesehen, er hat Naturkatastrophen erlebt, er ist in Singlebars gewesen."
(Woody Allen)

"Unsere Kultur ist wirklich fortgeschritten. Wir fressen einander nicht, wir schlachten uns bloß."
(Lichtenberg)

"Die Grenze zwischen Zivilisation und Barbarei ist nur schwer zu ziehen. Stecken Sie einen Ring in Ihre Nase, und Sie sind eine Wilde, stecken Sie zwei Ringe in Ihre Ohren, und Sie sind zivilisiert."
(Pearl S. Buck)

"Vaterland nennt sich der Staat immer dann, wenn er sich anschickt, auf Menschenmord auszugehen."
(Friedrich Dürrenmatt)

neu!"Die Religion der Liebe, die christliche, ist seit mehr als achtzehn Jahrhunderten gegen alle Andersdenkenden eine Religion des Hasses, der Verfolgung, der Unterdrückung gewesen. Keine Religion der Welt hat der Menschheit mehr Blut und Tränen gekostet als die christliche, keine hat mehr zu Verbrechen der scheußlichsten Art Veranlassung gegeben; und wenn es sich um Krieg und Massenmord handelt, sind die Priester aller christlichen Konfessionen noch heute bereit, ihren Segen zu geben, und hebt die Priesterschaft der einen Nation gegen die feindlich ihr gegenüberstehende Nation flehend die Hände um Vernichtung des Gegners zu einem und demselben Gott, dem Gott der Liebe, empor."
(August Bebel)

"Der Mensch ist bereit, für jede Idee zu sterben, vorausgesetzt, sie ist ihm nicht ganz klar."
(Gilbert Keith Chesterton)

MASSENMÖRDER UND ANDERE PSYCHOPATHEN

"Die Welt ist voller unbeschreiblicher Verbrechen, und die Verbrecher werden nie bestraft. Sie beherrschen weiterhin das Leben, und sie haben nichts besseres zu tun, als Oh! und Ah! zu rufen."
(Stephan Danilowitsch Lukin in Maxim Gorkis Drama "Barbaren"; zitiert nach dem Motto in Stuart M. Kaminskys "Rotes Chamäleon")

"Man soll Massenmördern glauben, wenn sie ihre Massenmorde ankündigen."
(Hermann Kesten)

"Die Wissenschaft hat keine moralische Dimension. Sie ist wie ein Messer. Wenn man es einem Chirurgen und einem Mörder gibt, gebraucht es jeder auf seine Weise."
(Wernher Freiherr von Braun)

"Früher war die Naturwissenschaft ein Mittel zur Abwendung von Naturkatastrophen. Heute zur Anwendung."
(Jeannine Luczak)



Letzte Aktualisierung: 23. Juli 2009

Mord und Totschlag

"Denn Mord, hat er schon keine Zunge, spricht mit wundervollen Stimmen."
(William Shakespeare, Hamlet 2,2; ZdW317)

Angefangen hat die Sache mit Mord und Totschlag der Sage nach mit Kain, der seinen Bruder Abel erschlug. In der Bibel läßt dann mit der Sintflut auch der erste Massenmord nicht lange auf sich warten. (Wenn die Bibel moralisch und geschichtlich nicht so belastet wäre, würde sie bei uns geradewegs als Krimianthologie in den Regalen stehen.)



-

(Abbildung: © Hammett Krimibuchhandlung)


Krimi-Zitate

Krimi-Specials

Ansehen

Warenkorb: