Krimi-Zitate: Berufene Münder


LEITMOTIVE

"Ich finde, um Hammett wird viel zu wenig Geschrei gemacht."
(Dorothy Parker)

"Wir wissen, was wir wissen, wir habens teuer bezahlen müssen."
(Alfred Döblin)

"Als er die Augen wieder öffnete, hatte sich nichts verändert. Niemand war verschwunden. Und sie war immer noch da. Die Schwärze, die er zum erstenmal auf dem Friedhof gesehen hatte Die Schwärze, gegen die er's sich aufgelehnt hatte, die sagte, dass sie das Resultat von acht Jahren Detektivarbeit war, acht abgestumpfte Jahre der Brutalität und des Zynismus. Und der Jahre danach, in den er über diese Brutalität und diesen Zynismus geschrieben hatte."
(Joe Gores, Hammett)
Tipp: Lesen Sie zu diesem Titel unsere Buchbesprechung: Joe Gores, Hammett



"Wenn der Kopf dir etwas sagt, und dein ganzes Leben sagt dir etwas anderes, irrt sich immer der Kopf."
(Aus: John Hustons Film "Gangster in Key Largo")

"Denn der einzige Grund für das Leben oder eine Geschichte ist doch: Was passiert als nächstes?"
(Jack Kerouac)

"Wenn es mir schlecht geht, gehe ich nicht in die Apotheke, sondern zu meinem Buchhändler."
(Philippe Dijan)

"Hungriger, greif nach dem Buch: Es ist eine Waffe."
(Bertolt Brecht, Die Mutter)

"Worte sind geladene Pistolen."
(Jean-Paul Sartre)

neu!"Das einzige Verbrechen, das ein Schriftsteller begehen kann, ist über Sachen zu schreiben, die ihn nicht wirklich interessieren. Man merkt das sofort, wenn etwas kalkuliert ist: Da schlägt kein Herz."
(Jakob Arjouni; zitiert nach: http://www.diogenes.ch/leser/autoren/a-z/a/arjouni_jakob/biographie)


PRINZIPIEN

"Das Schlimme bei dieser Sache ist, daß viele Leute sich gar nicht klar darüber sind, daß es so etwas wie einen guten Kriminalroman gibt; es kommt ihnen vor, als ob man von einem guten Teufel spräche."
(Gilbert Keith Chesterton)

"Man sollte sich vor Menschen hüten, die nur ein Buch gelesen haben."
(Casanova)

"Spannung ist der Unterleib der Literatur."
(Andreas Eschbach)

"Der Umgang mit schlechten Büchern ist oft gefährlicher als der Umgang mit schlechten Menschen."
(Wilhelm Hauff)

neu!"Ich fand es schon als Kind einzigartig: Man schreibt etwas, und jemand anderes kann es deuten. Zauberhaft."
(Ingrid Noll; zit. nach: "Es ist amoralisch, was ich mache". Über ihre Motivation spricht die Schriftstellerin Ingrid Noll mit Roger Willemsen. In: DIE ZEIT, 26.03.2009, Ausgabe 14/2009)

neu!"Kinder brauchen ihre Schurken. Sie können zwischen Gut und Böse gut unterscheiden."
(Astrid Lindgren; zitiert nach: Interview von Roswitha Budeus-Budde, Die Verlegerin Heidi Oetinger erinnert sich an ihrem 100. Geburtstag an die Zeit mit Astrid Lindgren und James Krüss. Aus: Süddeutsche Zeitung vom 18.11.2008)

"Ein großes schönes Buch ist zum Beispiel die `Reise ans Ende der Nacht´. Wie sollte man noch derselbe sein, nachdem man es gelesen hat? Und trotzdem, den meisten Lesern gelingt dieses Kunststück ohne Mühe. Nachher sagen sie `ah ja, toll, dieser Céline!´ -, ein Extremfall, aber ich könnte auch andere nennen. Schon wenn man etwas so Bescheidenes wie einen Léo Malet gelesen hat, ist man nicht mehr derselbe; ein Léo Malet verändert einen. Man kann ein junges Mädchen im Regenmantel nicht mehr so ansehen wie vorher, wenn man einen Léo Malet gelesen hat. Aber ja, das ist sehr wichtig: Ob wir den Blick des Lesers verändern, darauf kommt es an."
(Die Figur des Schriftstellers Prétextat Tach in Amélie Nothombs Interviewroman "Die Reinheit des Mörders". Diogenes Verlag: Zürich 1996, S. 67 f.)


Tipp: Lesen Sie zu diesem Titel unsere Buchbesprechung: Amélie Nothomb, Die Reinheit des Mörders



"So lange um uns herum Chaos und Gewalt existieren, wird es auch Krimis geben, aber ab dem Tag, an dem es nirgends mehr Gewalt und Chaos gibt, höre ich sofort auf, Krimis zu schreiben."
(Liza Marklund)

"Alle Geschichten enden mit dem Tod, wenn man sie weit genug verfolgt. Wer das verschweigt, ist kein guter Geschichtenerzähler."
(Ernest Hemingway)

"Für mich gibt es keinen Unterschied zwischen Kriminalromanen und Literatur, nur zwischen guter und schlechter Literatur. Ein gutes Buch vermittelt dem Leser einen neuen Blick auf die Welt - es ist ein Experiment. Ein schlechtes Buch bestätigt Vorurteile und verhindert neue Erkenntnisse."
(John Franklin Bardin)

"So etwas wie moralische oder unmoralische Bücher gibt es nicht. Bücher sind gut oder schlecht geschrieben. Weiter nichts."
(Oscar Wilde)

"Daß der Mensch unterhalten sein will, ist noch immer für den Menschen der stärkste Antrieb, sich mit den Produkten der Schriftstellerei zu beschäftigen. Indem sie den menschlichen Unterhaltungstrieb einkalkulieren, schreiben gerade große Schriftsteller oft amüsant, sie verstehen ihr Geschäft."
(Friedrich Dürrenmatt)

"Alles dient der Literatur - sogar Diebstahl und Mord."
(Aleksandar Tisma)

"Habe ich einen Sträfling - oder Verbrecher - darzustellen, so schmücke ich ihn mit so viel Blumen, daß er selbst zwischen ihnen untertaucht und als andersgeartete, übergroße Blume neu entsteht. Aus Liebe zum sogenannten Bösen suchte ich das Abenteuer, und es brachte mich ins Gefängnis. Gewiß, die dem Bösen geweihten Männer sind nicht immer schön, aber sie besitzen wenigstens die Tugenden des Mannes. Von selbst, oder aus einem Zufall heraus, der statt ihrer entschieden hat, tauchen sie mit hellem Bewußtsein und ohne zu klagen unter in jenes verruchte und gemeine Element, das einem anderen so ähnlich ist: dem, in das die abgrundtiefe Liebe die Menschenwesen stürzt."
(Jean Genet)

"Mich haben immer nur die kriminellen Anlagen und Möglichkeiten des Normalmenschen beschäftigt, dabei ist mir die Aufklärung eines Mordfalls völlig gleichgültig. Gibt es etwas Langweiligeres und Gekünstelteres als Gerechtigkeit? Weder das Leben noch die Natur scheren sich einen Deut darum, ob einem Geschöpf Gerechtigkeit widerfährt. Ich erfinde Geschichten, und mein Ziel ist es nicht, den Leser moralisch aufzurüsten, ich will ihn unterhalten. Leute ohne Moral, wenn es nicht sture, brutale Charaktere sind, amüsieren mich. Sie haben Phantasie, geistige Beweglichkeit und sind dramatisch nahrhaft."
(Patricia Highsmith; zitiert aus: Franz Cavigelli/Fritz Senn, Über Patricia Highsmith)

"Dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen."
(Heinrich Heine, Almansor)

"Um gut schreiben zu können, muß man etwas Kühleres in den Adern haben als Blut."
(Truman Capote)

"Heutzutage haben die Wissenschaftler mehr Phantasie als die Verfasser von Kriminalromanen."
(Werner Heisenberg)

"Die Wissenschaft hat keine moralische Dimension. Sie ist wie ein Messer. Wenn man es einem Chirurgen und einem Mörder gibt, gebraucht es jeder auf seine Weise."
(Wernher von Braun)

"Was schlimm ist:
Wenn man kein Englisch kann von einem guten englischen Kriminal-Roman zu hören der nicht ins Deutsche übersetzt ist ..."
(Gottfried Benn, Passage aus seinem Gedicht "Was schlimm ist"; zit. nach einer Verlagswerbung des Goldmann Verlages von 1961)

"Das wichtigste Rezept für den Krimi: Der Detektiv darf niemals mehr wissen als der Leser."
(Agatha Christie)

"Jedes gute Buch schreibt sich von selbst, man darf es nur nicht dabei stören."
(Patricia Highsmith)

"Es gibt drei Regeln, wie man einen Roman schreibt. Unglücklicherweise weiß niemand, wie sie lauten."
(William Sommerset Maugham)

"Es gibt 32 Arten, eine Story zu schreiben, und ich habe jede davon schon verwendet, aber es gibt nur einen Plot - die Dinge sind nicht so, wie sie erscheinen."
(Jim Thompson)

"Wenn du ein Buch schreiben willst, informiere dich, welchen Umfang Bücher haben, und richte dich danach."
(Agatha Christie)

neu!"Der Kriminalroman ist eine schlichte, ja demütige Gattung. Nicht ich habe den Kriminalroman gewählt, es sind vielmehr meine Figuren, die mir die Gattung aufzwingen, in der sie sich entwickeln wollen. Ich mag diese Form. Man kann sie trotz ihrer Vorgaben unendlich variieren und sie erlaubt mir, unsere Gesellschaft darzustellen, wie ich sie sehe."
(Yasmina Khadra; zit. nach Thomas Wörtche, Das Mörderische neben dem Leben. Libelle: Lengwil-Oberhofen 2008, S. 120 f.)

neu!"Ich glaube, dass ich das Genre Kriminalroman eher benutze, als dass ich es schreibe. Der Kriminalroman hat für mich eine große Tugend. Sie besteht darin, dass das Genre ein sehr dankbares ist, wenn man es mit einer literarischen Perspektive und Struktur schreibt. Das Genre versetzt einen direkt hinein in die Realität und die Gesellschaft, wo sie am dunkelsten ist."
(Leonardo Padura; zit. nach Thomas Wörtche, Das Mörderische neben dem Leben. Libelle: Lengwil-Oberhofen 2008, S. 120)

"Worte sind natürlich das stärkste Rauschgift, das die Menschheit verwendet."
(Rudyard Kipling)

"Ich schreibe so lange, wie der Leser davon überzeugt ist, in den Händen eines erstklassigen Wahnsinnigen zu sein."
(Stephen King)


FEINDBILDER

"Alle Verleger sind Verbrecher."
(Thomas Bernhard)

"Der größte Feind der Kunst ist der gute Geschmack."
(Marcel Duchamp)


PRAGMATIKER

"In der Literatur geht es nicht um gute Absichten."
(Gustave Flaubert)

"Für jemand, der schreiben will, ist das Leben der Rohstoff, aus dem er was machen muß, und wenn er dabei noch an andere Stoffe kommt, muß man das mitnehmen - oder auch nicht -, es ist sowohl das Leben wie der Lebensinhalt als auch der Lebensunterhalt."
(Originalton Jörg Fauser, zitiert nach der Fernsehdokumentation "Rohstoff - der Schriftsteller Jörg Fauser" von Christoph Rüter (Deutschland 2006), ausgestrahlt u.a. am 17.07.2006 um 23.15 Uhr auf 3SAT)

"Ein Künstler muß in derselben Verfassung an sein Werk gehen, in der der Verbrecher seine Tat begeht."
(Thomas Mann - in einer Meinung mit Herrn Degas aus Frankreich: ...)

"Ein Bild muß mit demselben Gefühl gemacht werden, mit dem ein Verbrecher seine Tat ausführt."
(Edgar Degas)

"Erfahrung lehrt, daß es beim Dichten wie beim Pistolenschießen immer ein wenig die Hand verreißt. Meist nach unten. Man muß höher zielen, als man treffen will."
(Alfred Polgar)

"Sehr viele Menschen leben davon, daß die Wahrheit auf Erden so schwer zu finden ist: die Detektive, Rechtsanwälte, Richter, Schriftsteller, Wissenschaftler, Philosophen, Geistliche und viele andere."
(Georges Simenon)

"Fleiß ist das mindeste, was Taschendiebe, Verleger, Huren, unbegabte Autoren und ähnliche Berufe, die von der Gutgläubigkeit produktiver Nebenmenschen leben, zum Reüssieren brauchen."
(Richard Katz; jüdischer Schriftsteller und Verleger)

"Hier ist sie, die Grundregel des Geschäfts: Besorg es anderen, sonst besorgen sie es dir. Das ist das wahre Handelsgesetz."
(Charles Dickens, Martin Chuzzlewit; zit. aus Brian Freemantle, Die Midasmänner)

"Wenn ich mit der Arbeit an einem Roman beginne, werde ich zur Hauptfigur, und zehn Tage lang wird mein ganzes Leben davon geprägt. Ich 'trete in den Roman ein', wie man in eine Glaubensgemeinschaft eintritt."
(Georges Simenon; zit. aus: Simenon auf der Couch. Fünf Ärzte verhören den Autor sieben Stunden lang)


Tipp: Lesen Sie zu diesem Titel unsere Buchbesprechung: Simenon auf der Couch



"Spotten Sie nicht über Kriminalromane! Sie sind heutzutage das einzige Mittel, vernünftige Ideen zu popularisieren."
(Friedrich Glauser)

neu!"Der Krimi ist heute der Ort, um das Ungeheuerliche zu sagen."
(Zitiert aus: Manfred Wieninger: Oh du mein Österreich. In: Christina Bacher u.a. (Hrsg.). Krimijahrbuch 2009, S. 152.)

"Der Krimi ist ja bloß eine mögliche Form, Geschichten zu erzählen."
(Jakob Arjouni)

"Es ist der Kriminalroman gewesen, der schließlich zur Geburt einer neuen und eigentlichen Romanform geführt hat. Schon seine Initialzündungen durch Poe und Dostojewski waren ja hochliterarisch ..."
(Alfred Andersch)


DEFÄTISTEN

"Strenggenommen hat nur eine Sorte Bücher das Glück unserer Erde vermehrt: die Kochbücher."
(Joseph Conrad)

"Einer der Hauptnachteile mancher Bücher ist die zu große Entfernung zwischen Titel- und Rückseite."
(Robert Lembke)

"Um ehrlich zu sein, ich habe nie viel von Kriminalromanen gehalten und bedauere, daß auch Sie sich damit abgeben. Zeitverschwendung."
(Friedrich Dürrenmatt)

"Tatsächlich scheint es, als seine die Kriminalgeschichten der letzten Jahre entschieden blutrünstiger geworden. Ein paar frühe Detektivgeschichten kommen sogar noch ohne Mord aus."
(George Orwell)

"Der Krimi ist ein Filter für das negative Potenzial, das man in sich trägt."
(James Ellroy)

"Die Gesellschaft ist ihrem Wesen nach kriminell, wenn es anders wäre, würde es sie nicht geben. Egoismus hält alles aufrecht - absolut alles - alles, was wir hassen, alles was wir lieben."
(Joseph Conrad, Briefe, zit. nach Gerhard Roth, Der Plan)

"Nichts bist du, nichts ohne die andern. Der verbissenste Misanthrop braucht die Menschen doch, wenn auch nur, um sie zu verachten."
(Marie von Ebner-Eschenbach)

"Der Mensch muß Moral haben, der Staat kennt keine Moral. Er mordet, wenn er es für gut befindet, er stielt, wenn er es für gut befindet, er raubt die Kinder von den Müttern, wenn er es für gut befindet, er zerbricht die Ehen, wenn er es für gut befindet. Er tut, was er will. Er macht sich seine Gebote selbst, denn er ist der Allmächtige und Allwissende und Allgegenwärtige. Er macht die Gebote selbst, und wenn sie ihm eine Stunde später nicht mehr zusagen, übertritt er sie selbst."
(aus: B. Traven, Das Totenschiff)

"Zum Teufel mit den Ideen! Ideen sind Landstreicher, Vagabunden, die an die Hintertür des Gehirns klopfen, und jede raubt einem ein bißchen was von der Substanz, und jede trägt ein Krümelchen vom Glauben an die paar einfachen Grundbegriffe fort, an die man sich klammern muß, wenn man anständig leben und leichten Herzens sterben will."
(Joseph Conrad, Lord Jim)

neu!"Die Dichter bauen Luftschlösser, die Leser bewohnen sie, und die Verleger kassieren die Miete."
(Maxim Gorki)


REALISTEN

"Leben ist immer lebensgefährlich."
(Erich Kästner)

"Die Zeit ist der beste Lehrer, leider tötet sie alle Schüler."
(Hector Berlioz)

"Ein Realist ist ein Mensch, der den richtigen Abstand zu seinen Idealen hat."
(Truman Capote)

"Die Menschen sind heutzutage nicht schlechter, als sie früher waren. Nur die Berichterstattung über ihre Taten ist gründlicher geworden."
(William Faulkner)

"Die einen wollen Frieden und die anderen keinen Krieg. So was erzeugt natürlich Spannungen."
(Stefan Zweig)

"Keine Künste; keine Literatur, keine Gesellschaft; und das schlimmste von allem: ständige Angst und die Gefahr gewaltsamen Todes; und das Leben eines Menschen, einsam, armselig, tückisch, brutal und kurz."
(Thomas Hobbes, Leviathan; zit. aus: Brian Freemantle, Hartmanns Dilemma)

"Der Thriller ist die letzte Zuflucht des Moralisten."
(Eric Ambler)

"Im täglichen Leben haben wir die Schurken nicht so nötig wie in Romanen."
(Johann Wolfgang von Goethe)

"Der Verbrecher produziert nicht nur Kompendien über das Kriminalrecht, nicht nur Strafgesetzbücher und damit Strafgesetzgeber, sondern auch Kunst, schöne Literatur, Romane ..."
(Karl Marx)

"Was für ein Glück für die Kriminalgeschichtenfans, daß man zwar nach dem, was man heute weiß, nur auf eine Art geboren, aber auf unendlich viele Arten umgebracht werden kann."
(Dorothy Sayers)

"Man muß immer so gekleidet sein, daß man sowohl auf eine Vernissage als auch zu einem Begräbnis gehen kann."
(Alfred Hitchcock)

"Im Zweifel laß zwei Kerle mit Pistolen durch die Tür hereinkommen."
(Raymond Chandler)

"... tief atmen und vor allem darauf achten, daß einem die Waffe nicht aus der Hand fällt, wenn einem der Boden ins Gesicht hochfliegt."
(Roque Dalton, einer der Dalton-Brüder; zit. nach Paco Ignacio Taibo, Eine leichte Sache)

"Du kannst nie schneller laufen denn eine Kugel."
(Idi Amin)

"Man erreicht mehr mit einem freundlichen Wort und mit einer Pistole als mit einem freundlichen Wort allein."
(Al Capone)

"Früher standen sich die Menschen näher. Es blieb ihnen nichts anderes übrig. Die Schußwaffen trugen nicht weit."
(Stanislaw J. Lec)

"Alles, was man zu einem guten Krimi braucht, ist ein guter Anfang und ein Telefonbuch, damit die Namen stimmen."
(Georges Simenon)

"Bücherschreiben ist das einzige Verbrechen, bei dem sich der Täter bemüht, Spuren zu hinterlassen."
(Gabriel Laub)

"Zum Schreiben drängt mich nicht das Gewissen, sondern nur die Unzufriedenheit mit der Welt - deshalb bin ich Schriftstellerin."
(Patricia Highsmith)

"Es riecht nicht angenehm in dieser Welt, aber es ist die Welt, in der wir leben, und gewisse Schriftsteller, die über genügend Distanz und kühlen Kopf verfügen, können sehr interessante und sogar amüsante Geschichten daraus machen."
(Raymond Chandler)

"Seit Lucrezia Borgia bin ich die Frau, die am meisten Menschen umgebracht hat, allerdings mit der Schreibmaschine."
(Agatha Christie)

neu!"Ich habe weder das Gespür für Gut und Böse noch das Wissen darum, und nicht nur habe ich das Gefühl für Gut und Böse verloren, sondern Gut und Böse existieren nicht (und das gefiel mir) und sind lediglich ein Vorurteil; ich kann von allen Vorurteilen frei sein, doch genau in diesem Augenblick, da ich diese Freiheit erlange, werde ich zugrunde gehen."
(Patricia Highsmith, Tagebuchnotiz vom 6. April 1955; zit. nach Thomas Wörtche, Das Mörderische neben dem Leben. Libelle: Lengwil-Oberhofen 2008, S. 91)


MYSTIKER

"Soy, pero soy también el otro, el muerto
El otro de mi sange y de mi nombre."

"Ich bin ich selbst, aber ich bin auch das Andere, der Tod
Das Andere, das aus meinem Blut geboren ist und das meinen Namen trägt."
(Jorge Luis Borges; zitiert aus: Roel Janssen, Das Klonbaby)

neu!"Er ist in den Tod gegangen, auf daß der Tod an seinem Tod den Tod finde."
(Hieronymus, um 347-419 n. Chr.)


ZYNIKER

"Der Zyniker ist ein Mensch, der sich beim Duft von Blumen nach dem Sarg umsieht."
(H.L. Mencken)

"Zyniker: Schuft, dessen mangelhafte Wahrnehmung Dinge sieht, wie sie sind, statt wie sie sein sollten."
(Ambrose Bierce)


ERKENNTNISSE

"Wenn Sie mir mehr Krimis schicken, werde ich keine Zeit mehr haben, Philosophie zu treiben."
(Ludwig Wittgenstein in einem Brief an Norman Malcolm)

"Etwas kurz Gesagtes kann die Frucht und Ernte von vielen Lang-Gedachten sein."
(Friedrich Nietzsche)

Wanda: "Laß mich mal ein paar Dinge klarstellen, o.k? Aristoteles war kein Belgier. Und die zentrale Botschaft des Buddhismus ist nicht `Jeder ist sich selbst der nächste´."
Otto: "Liest du..."
Wanda: "Und ... die Londoner `Underground´ ist nicht eine politische Bewegung. Das sind alles Irrtümer, Otto, ich hab das nachgeschlagen."
(John Cleese & Charles Crichton, Ein Fisch namens Wanda)

"Ich weiß aus Erfahrung, daß die interessantesten Frauen immer diejenigen sind, die als Kind Jungenbücher verschlungen haben."
(Julio Cortazar)

"Nicht in der Erkenntnis liegt das Glück, sondern im Erwerben der Erkenntnis."
(Edgar Allan Poe)

"Schreiben: Über dem Abgrunde schweben, gehalten nur von der Grammatik."
(Heimito von Doderer, Repertorium)

"Das gefährlichste aller Bücher in weltgeschichtlicher Hinsicht, wenn durchaus einmal von Gefährlichkeit die Rede sein sollte, ist doch wohl unstreitig die Bibel, weil wohl leicht kein anderes Buch so viel Gutes und Böses im Menschengeschlecht zur Entwicklung gebracht hat."
(Johann Wolfgang von Goethe gegenüber Johann Daniel Falk)

"Erwachsene lieben Geheimnisse. Sie lassen sich gerne möglichst lange und genüßlich auf die Folter spannen - bis es zur, hoffentlich plausiblen, Aufklärung kommt. Ein guter Krimi entführt in unbekannte Milieus und Landstriche und ist, im besten Fall, ein Gesellschaftsroman par excellence. Der Extremfall Mord und Totschlag läßt das Beste und die Bestie im Menschen frei."
(Anne Chaplet)

"Die wahren Abenteuer sind im Kopf."
(Andre Heller)

"Ein Künstler macht den Leuten bewusst, dass sie etwas wissen, ohne zu wissen, dass sie es wissen."
(Originalton William S. Burroughs, zitiert nach den Untertiteln des amerikanischen Originalzitats in der Fernsehdokumentation "Rohstoff - der Schriftsteller Jörg Fauser" von Christoph Rüter (Deutschland 2006), ausgestrahlt u.a. am 17.07.2006 um 23.15 Uhr auf 3SAT)

"Ich bekenne, ich brauche Geschichten, um die Welt zu verstehen."
(Siegfried Lenz; zitiert nach: Hoffmann und Campe Verlagsvorschau Frühjahr 2006, S. 12)

"Der Kriminalroman ist recht eigentlich ein Maskenball, bei dem nichts so ist, wie es ist, und bei dem das Spiel mit der Darstellung im Vordergrund steht."
(Gilbert K. Chesterton, zit. nach Thomas Wörtche aus seinem Vorwort in Leonardo Paduras "Labyrinth der Masken")


SERIEN

"Hier ist Jim Rockford. Bitte hinterlassen Sie Ihren Namen, Rufnummer und Ihre Nachricht. Ich rufe zurück."
(Anfangsmotiv der Serien "Detektiv Rockford" mit James Garner als Rockford)

"Eine Familienfeier ist erst schön, wenn der Streifenwagen kommt."
(Tony Curtis in "Die Zwei" - zusammen mit Roger Moore)

"Okay, dann würde ich jetzt gerne die Leichen sehen."
(Amanda Burton als Samantha in "Gerichtsmedizinerin Dr. Samantha Ryan", verfilmt nach den Büchern von Nigel McCrery)

"Das Fernsehen hat feste Regeln. Bei den Western gewinnen immer die Guten, bei den Nachrichten immer die Bösen."
(Robert Lembke)

"Über die angeblichen Gefahren des Fernsehens kann ich nur lachen. Ein Knofpdruck genügt, und jede Gefahr ist vorüber."
(Liza Minelli, US-Schauspielerin und Sängerin)

"Das Fernsehen hat den Mord ins Haus zurückgebracht - wo er hingehört."
(Alfred Hitchcock)

"Denn der einzige Grund für das Leben oder eine Geschichte ist doch: Was passiert als nächstes?"
(Jack Kerouac)

neu!"Wozu sich um das Leben Sorgen machen? Keiner überlebt's."
(Truman Capote)


VIELLESER

"Um den Jahrgang und die Qualität eines Weines zu prüfen, muß man nicht das ganze Faß leeren. Eine halbe Stunde reicht völlig aus, um über den Wert und Unwert eines Buches zu befinden. Wer ein sicheres Formgefühl besitzt braucht oft nicht mehr als zehn Minuten. Warum soll man sich durch ein trübes Machwerk hindurchquälen?"
(Oscar Wilde)

"Kritiker zu lesen heißt, seine Zeit vergeuden. Ich mache mich dafür stark, in einer These zu behaupten, daß es, seitdem man Kritiken macht, noch keine guten gegeben hat, und daß es zu nichts anderem dient, als den Autoren auf die Nerven zu gehen und das Publikum zu verblöden, und schließlich, daß man Kritik übt, wenn man es zu Kunst nicht bringt, genauso wie man Spion wird, wenn man Soldat nicht sein kann."
(Gustave Flaubert, Die Briefe an Louise Colet)

"Ein Roman soll doch erquicken und stark und frisch machen, aber nicht krank und nervös."
(Hedwig Courths-Mahler)

"Ich glaube, man sollte überhaupt nur solche Bücher lesen, die einen beißen und stechen. Wenn das Buch, das wir lesen, uns nicht mit einem Faustschlag auf den Schädel weckt, wozu lesen wir es dann? Damit es uns glücklich macht?"
(Franz Kafka)

"Ich meinesteils bin entschlossen, mein Lebtag kein ander Buch mehr zu lesen als nur mein eig'nes."
(Lawrence Sterne, Tristram Shandy)

"Ich liege in der Sonne im Liegestuhl, und neben mit sitzt ein Mitmensch oder gar ein nahestehender und erzählt mir die Inhalte der Romane, die er in den letzten Jahren gelesen hat, bis zu den dreihundertzweiundzwanzig Romanen von Simenon & und dann behauptet er frech, das alles müsste ich lesen, und verspricht mir ein `Lesevergnügen´. Wie wenig wir Menschen einander doch kennen, denke ich dann, freilich nicht nur dann."
(Wolfgang Hildesheimer, zitiert nach: Jörg Drews & Co. (Hrsg.), Dichterbeschimpfen Dichter. Ein Alphabet harter Urteile. Zusammengesucht von: Jörg Drews & Co. Haffmans Verlag: Zürich 1990.)


DER (NICHT IMMER SCHÖNE) BLICK AUF DIE KLASSIKER

"Daß Schiller heute, bei uns, der gesuchteste Drehbuchautor für Mord- und Räubergeschichten wäre, kann doch nur ein Denkfauler oder ein Germanist abstreiten."
(Arno Schmidt, zitiert nach: Jörg Drews & Co. (Hrsg.), Dichterbeschimpfen Dichter. Ein Alphabet harter Urteile. Zusammengesucht von: Jörg Drews & Co. Haffmans Verlag: Zürich 1990.)

"Poe, der in Zeitschriften der Polizei heute mit Recht zum Meister der wissenschaftlichen Polizisten erklärt wird (von Sherlock Holmes bis, ja tatsächlich bis Paul Valéry). Ist es keine Schande, einen bestimmten Typ von Polizist, immer wieder Polizist, mit einnehmendem, intellektuellem Aussehen zu zeigen und die Welt mit einer Polizei-Methode zu beglücken? Spucken wir, en passant, auf Edgar Poe."
(André Breton, zitiert nach: Jörg Drews & Co. (Hrsg.), Dichter beschimpfen Dichter. Ein Alphabet harter Urteile. Zusammengesucht von: Jörg Drews & Co. Haffmans Verlag: Zürich 1990.)


BESTSELLER

"Ich habe einen ganz einfachen Geschmack, ich bin immer mit dem Besten zufrieden."
(Oscar Wilde)

"Es ist ein Zeichen geistiger Freiheit, einen Bestseller nicht gelesen zu haben."
(Paul Hindemith)

"Man sollte niemals ein Buch lesen, bloß weil es auf irgendeiner Bestsellerliste steht oder weil es einem zeitgenössischen Trend entspricht. Richtiges Lesen ist Bürsten gegen den Strich."
(Doris Lessing)

"Bestseller sind eine wunderbare Einrichtung: man kauft Bücher, braucht sie aber nicht zu lesen."
(Danny Kaye)

"Zu einem Bestseller kommt man wie die Jungfrau zum Kind. Aber man muß empfangsbereit sein."
(Heinrich-Maria Ledig-Rowohlt, deutscher Verleger - *12.03.1908 Leipzig; gest. 28.02.1992 in Neu-Delhi)

neu!"Werfen Sie mal einen Blick auf unsere Bestsellerlisten. Die sind voll mit Stephenie Meyers Büchern über sexy Vampire. Gott, ich kann sexy Vampire nicht ertragen! Niemand interessiert sich mehr für richtige Menschen und ihre wirklichen Probleme. Für mich ist ein Mensch viel unheimlicher, als es ein Vampir jemals sein kann. Die Vampire sind überall ... Alles ist voller Zauberer, Hexen und Vampire!"
(Zitiert aus: "Ich hasse sexy Vampire". Interview mit Joey Goebel. In: Der Tagesspiegel Nr. 20317 vom 12.07.2009, S. S1)



Letzte Aktualisierung: 20. Juli 2009

Berufene Münder

"Leider jedoch hat das gesprochene Wort, eine Waffe für den Nahkampf, nur unmittelbare Wirkung. Das Nachdenken tötet das Wort, wenn das Wort nicht über das Nachdenken triumphiert hat."
(Honoré de Balzac))

Liebe Freunde der Kriminalliteratur,
noch gibt es keine Kriminalstatistik in der allgemeinen Belletristik. Doch schauen Sie sich einfach die einschlägigen Bestsellerlisten an und Sie werden sehen, welche Bedeutung das Verbrechen in der allgemeinen Literatur bereits gewonnen hat. Allein in deutschen Landen wird der Buchmarkt monatlich von unzähligen neuen Krimis überschwemmt, und selbst wenn man sich beruflich mit dem Krimigenre beschäftigt, fallen einem die Kriterien zur Beurteilung dieser Publikationsflut bestimmt nicht immer leicht. Nun hat der "Krimi" mindestens ebensoviele Freunde wie Kostverächter. Doch für den nüchternen Betrachter gilt: Es gibt nur gute und schlechte Bücher. Was berufene Münder - ob beruflich oder nicht - über den Krimi als solchen und die Bedeutung der Literatur im Allgemeinen denken und dachten, sehen Sie an den hier aufgeführten Aphorismen.



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(Abbildung: © Hammett Krimibuchhandlung)