Krimi-Zitate: Sonstige Kriminalitäten
DAS ZITAT ALS SOLCHES
"Es ist ein altes Sprichwort, dass der bestimmt gehängt wird, der zu viel die Wahrheit sagt."
(George Bernard Shaw)
"Durch viele Zitate vermehrt man seinen Anspruch auf Gelehrsamkeit, vermindert den auf Originalität, und was ist Gelehrsamkeit gegen Originalität? Man soll Zitate also nur gebrauchen, wo man fremder Autorität wirklich bedarf."
(Arthur Schopenhauer)
"Kunstwärter müssen dann der Dummheit Blöße decken, und ein gelehrt Zitat macht Zierden selbst zu Flecken."
(Gotthold Ephraim Lessing)
"Zitate gibt's für alles."
(Martin Walser)
"Zitate sind Eis für jede Stimmung."
(Christian Morgenstern)
"Handlungen sind die ersten Tragödien im Leben, Worte die zweiten. Worte sind vielleicht am schlimmsten. Worte sind erbarmungslos."
((Oscar Wilde, aus: Lady Windermeres Fächer)
"Zitat ist, was man sich nich' traut zu sagen und dann erzählt, was so ein Toter mal gesagt hat."
(Jürgen von Manger)
"... der harte Kampf der Worte ... endet mit der höhnenden Unterjochung des ungelenkteren Wortemachers oder brachial und, wird es ganz schwarz in irrsinnigem Gelächter, hinter dem jene Untiefe sich auftut, aus der das Verbrechen lauert."
(Walter Serner, `Inferno sirius´. Oktober 1915)
"Jedes vernünftige Denken beleidigt."
(Stendhal)
"Manche Sätze geben ihr Gift erst nach Jahren her."
(Elias Canetti)
"Aphorismus: Weisheit, vorverdaut und wiedergekäut."
(Ambrose Bierce)
"Der Aphorimus hat vor jeder anderen Literaturgattung den Vorteil, daß man ihn nicht weglegt, bevor man ihn nicht zu Ende gelesen hat."
(Gabriel Laub)
"Der Aphorismus deckt sich nie mit der Wahrheit; er ist entweder eine halbe Wahrheit oder anderthalb ..."
(Karl Kraus)
"Um sein Ziel zu erreichen, zitiert selbst der Teufel aus der Bibel."
(William Shakespeare)
"Krankenhäuser, Gefängnisse und Nutten: das sind die Universitäten des Lebens. An denen habe ich mehrere akademische Grade erworben. Fast jeder kommt als Genie auf die Welt und wird als Idiot begraben."
(Charles Bukowski)
WORTE UND VORWORTE
"Ich danke allen, deren Worte ich in diesem Buch benutzt habe."
(Selim Özdogan, Nirgendwo & Hormone; dem vorangestelltes Motto)
"Wir singen nur, wenn wir angeln."
(Adam Baron, Böses Foul; dem vorangestelltes Motto)
"Hätten wir das Wort, hätten wir die Sprache, wir bräuchten die Waffen nicht."
(Ingeborg Bachmann)
"Ich brauchte einen Drink, ich brauchte eine hohe Lebensversicherung, ich brauchte Urlaub, ich brauchte ein Häuschen auf dem Land. Was ich hatte, war eine Jacke, ein Hut und eine Pistole."
(Raymond Chandler; zitiert nach: Diogenes Werbepostkarte 2009 zum 50. Todestag Raymond Chandlers)
KRIMIS UND ANDERE BÜCHER
"Der Kriminalroman ist die einzig wirkliche moderne Form des Romans."
(Gertrude Stein; zit. nach Compart, Noir 2000)
"Das Buch ist eine Waffe ersten Ranges im Kampf gegen die Sinnlosigkeit."
(Victor Frankl)
"Wir brauchen aber die Bücher, die auf uns wirken wie ein Unglück."
(Franz Kafka)
"Es gibt keinen Unterschied zwischen seriöser Literatur und Unterhaltungsliteratur. Es gibt nur gute und schlechte Bücher."
(Eric Ambler; zit. nach Compart, Noir 2000)
"Alle erfolgreichen Schmöker der letzten Jahrhunderte und aller Länder haben den Sieger über das Leben zum Thema - die Ritter, die wilden Räuber, die Seehelden, den Detektiv, den großen Verbrecher & es sind alles Leute, die kühner, größer, ungebärdiger als die Leser sind, solche, die das tun, was er gern tun möchte, aber nicht tun darf."
(Kurt Tucholsky)
"Der Wert des Buches richtet sich vor allem nach bestimmten Eigenschaften. In Leder gebundene Bücher können beispielsweise beim Abziehen von Rasierklingen unbezahlbare Dienste leisten. Dünne Broschüren dagegen eignen sich vortrefflich dazu, wackelnden Tischchen das Gleichgewicht wiederzugeben. Ein Lexikon ist hervorragend geeignet, einen Einbrecher gefechtsunfähig zu machen."
(Mark Twain)
"Schnöder Mord, wie er aufs beste ist, / Doch dieser unerhört und unnatürlich."
(William Shakespeare: Hamlet, 1. Aufzug, 5. Szene)
"Voraussetzung für ein lebendiges Theater ist ein gewisser Überschuß an krimineller Energie."
(Heiner Müller)
"Der Kriminalschriftsteller ist eine Spinne, die die Fliege bereits hat, bevor sie das Netz um sie herum webt."
(Sir Arthur Conan Doyle)
KRITISCHES UND KRITIKER
"Kritiker interessieren mich nicht. Die müssen für die Bücher nicht bezahlen."
(Mickey Spillane; zit. nach: Martin Compart, Ewige Feuerpause für Mike Hammer, in: www.evolver.at/?story=2407)
"Kritiker sind blutrünstige Leute, die es nicht bis zum Henker gebracht haben."
(George Bernard Shaw)
"Kritiker = Leute, die ursprünglich Henker werden wollten, diesen Beruf aber knapp verfehlt haben."
(Harold Pinter; britischer Dramatiker)
"Kritiker = Ein Mann, der sehr böse wird, wenn dem Publikum etwas gefällt, was er nicht mag."
(Erich W. Segal)
"Bücherschreiben ist das einzige Verbrechen, bei dem sich der Täter bemüht, Spuren zu hinterlassen."
(Gabriel Laub)
"Kritiker sind Leute, die zum Tode verurteilen, damit sie begnadigen können."
(Oskar Werner)
"Man soll die Kritiker nicht für Mörder halten, sie stellen ja nur den Totenschein aus."
(Marcel Reich-Ranicki)
"Hören Sie nicht auf das, was die Kritiker sagen. Für einen Kritiker ist noch nie ein Denkmal errichtet worden."
(Jean Sibelius, finnischer Komponist, 1865-1957)
"Ich hatte diesen Mann niedergemetzelt. Dann trat ich ihn längere Zeit mit Füßen. Schließlich übergoß ich ihn mit einer sogenannten ätzenden Lauge. Als ich meine Rezension seines Stückes beendigt hatte, war er dem Erdboden gleichgemacht.
Allerdings muß ich hinzufügen: er lebt noch."
(Theodor Herzl)
"Die Kritik an anderen hat noch keinem die eigene Leistung erspart."
(Noel Coward)
"Die Advokaten eines Verbrechers sind selten Artisten genug, um das schöne Schreckliche der Tat zugunsten ihres Täters zu wenden."
(Friedrich Nietzsche)
"Klatsch ist die Unterhaltung von Polizisten ohne Exekutivgewalt."
(Christian Morgenstern)
"Lieber mit allen Wassern gewaschen als nicht ganz sauber."
(Jonathan Swift)
"Der Deckel eines Buches unterscheidet sich vom Deckel eines Sarges manchmal nur dadurch, daß man ihn gelegentlich aufschlägt."
(Alfred Polgar)
"Wenn du kritisiert wirst, dann mußt du irgend etwas richtig machen. Denn man greift nur denjenigen an, der den Ball hat."
(Bruce Lee, US-amerikanischer Schauspieler und Kampfkünstler, 1940-1973)
TREFFSICHERES
"Manche Menschen drücken nur deshalb ein Auge zu, um besser zielen zu können."
(Billy Wilder)
"Ich sah mir den Punkt über dem i genauer an. Es war ein Einschuß."
(Stanislaw Jerzy Lec)
"Es gibt nichts Stilleres als eine geladene Kanone."
(Heinrich Heine)
"Die Kugel, die mich töten will, ist noch nicht gegossen ..."
(Napoleon Bonaparte)
"Die Zeit heilt alle Wunden ... - Aus Napoleon ist ja mittlerweile auch ein Cognac geworden ..."
(Alfred Biolek - Entertainer, der sich, nebenbei bemerkt, wohl Ernst Lubitschs Film "Sein oder Nichtsein" sehr genau angeschaut hat)
"Alles Komplizierte ist unnötig. Alles Notwendige ist einfach - genau wie mein automatisches Gewehr."
(Michail Timofejewitsch Kalaschnikow, russischer Ingenieur)
"Ich habe ins Blaue geschossen und ins Schwarze getroffen."
(Friedrich Dürrenmatt: Der Richter und sein Henker, S. 35)
"Je planmäßiger die Menschen vorgehen, desto wirksamer vermag sie der Zufall zu treffen."
(Friedrich Dürrenmatt)
"Niemand ist imstande, die empfindliche Lücke im Herzen zu schließen, die eine Kugel hinterläßt."
(Stanislaw Jerzy Lec)
"If nobody don't say nothing, maybe nobody won't get hurt."
(Dashiell Hammett, The Whosis Kid (1925); für die Zusendung dieses treffsicheren Zitats danken wir Herrn Karlheinz Zahneisen)
"Henker - Einer, der sich redlich müht, die Verwüstungen des Greisentums zu bekämpfen und die Wahrscheinlichkeit eines Todes durch Ertrinken zu verringern."
(Ambrose Bierce)
"Kein Mensch ist so vollkommen, dass er nicht zehnmal in seinem Leben den Galgen verdient hätte, wenn er alles, was er getan und gedacht hat, einer strengen gesetzlichen Prüfung aussetzen müsste."
(Michel de Montaigne)
"Zur geistigen Urheberschaft. Warum, in aller Welt, sind die Richter angesehener als die Henker?"
(Johannes Gross)
"Auch Henker und Gehenkter ziehen am selben Strang."
(Helmut Qualtinger)
"Ich hasse Opfer, die ihren Henker lieben."
(Jean Paul Sartre)
"Die deutliche Sprache der Gewehre verstehen immer nur die Erschossenen."
(Wolf Biermann)
"Gerücht: Lieblingswaffe des Charaktermörders."
(Ambrose Bierce)
"Eines Tages schwimmt die Wahrheit doch nach oben. Als Wasserleiche ..."
(Wieslaw Brudzinski)
"Wenn das Unglück dem Verbrechen folgt, folgt öfter das Verbrechen dem Unglück."
(Franz Grillparzer)
"Wenn ein Arzt hinter dem Sarg eines Patienten geht, so folgt manchmal tatsächlich die Ursache der Wirkung."
(Robert Koch)
"Man braucht keinen Mut, um ins Gefängnis zu kommen, nur etwas Nachlässigkeit."
(Humphrey Bogart in "Wir sind keine Engel", US-Spielfilm von 1948)
"Ich glaube, daß ein gut ausgeführter Raub nicht unbedingt ein unangenehmes Erlebnis sein muß."
(J.D. (Brad Pitt) zu Thelma (Geena Davis) in "Thelma und Louise", US-Spielfilm von 1991)
WAS WAFFEN BETRIFFT
"Fast alles, was Menschen erfinden, wird früher oder später zur Waffe. Ist das wirklich nicht zu verhindern?"
(Linus Pauling)
"Das Argument gleicht dem Schuß einer Armbrust - es ist gleichermaßen wirksam, ob ein Riese oder ein Zwerg geschossen hat."
(Francis Bacon)
"Ich wußte ... nicht allzuviel über Waffen, außer daß ich nie eine besessen hatte und auch niemals wollte. Wenn mich jemand umlegen wollte, dann müßte er notgedrungen seine eigene mitbringen."
(Kinky Friedman, Greenwich Killing Time)
Tipp: Lesen Sie zu diesem Titel unsere Buchbesprechung: Kinky Friedman, Greenwich Killing Time
"Komisches nehmen die Menschen nicht ernst. Als wäre ein Toter, mit einer Lachgaspistole totgeschlagen, nicht tot."
(Stanislaw Jerzy Lec)
TÖDLICHES
"Der Tod ist eine Möglichkeit, weniger Geld auszugeben."
(Woody Allen)
"Sterben kann gar nicht so schwer sein - bisher hat es noch jeder geschafft."
(Norman Mailer)
"Das Leben ist lauter als der Tod."
(Zitiert nach: Harald Martenstein, Eine Brücke und das Recht der Jugend. In: Der Tagesspiegel vom 14.06.2009, S. 1)
"Die Fortschritte der Medizin sind ungeheuer - man ist sich seines Todes nicht mehr sicher."
(Hermann Kesten)
"Die Unsterblichkeit ist nicht jedermanns Sache."
(Kurt Schwitters)
"Der beste Schwertkämpfer der Welt braucht den zweitbesten nicht zu fürchten. Aber er kann sehr wohl Opfer eines Ignoranten werden, der nie zuvor ein Schwert in den Händen hielt und nur so damit herumfuchtelt."
(Mark Twain; zitiert aus: J.E. Englert, Der Schnüffler. Goldmann Verlag: München 2009. S. 164 f.)
GROßSTADTSCHLUCHTEN
"In Berlin treffen sich die Altlasten aus Ost und West zu ihrer Vereinigung: dubiose Immobilienhaie und gemeinnützige Wohnungsverwalter, bestechliche Beamte und selbstherrliche Provinzpolitiker, entlassene Offiziere im besonderen Einsatz und abgehalfterte Schlapphüte. Nur in Berlin leben sie in einem Kiez, nur in Berlin wohnen sie Tür an Tür: polnische Autodiebe und schwäbische Kriminalkommissare, hamburgische Hasadeure und Ludwigsburger Luden. Korrupte Hinterbänkler und autonome Brandstifter, entfesselte Biedermänner und gerissene Trickbetrüger.
Jede Großstadt hat das Verbrechen, das sie verdient."
(Verlagswerbung und Motto der inzwischen eingestellten Krimiserie BERLIN CRIME (1992-1995) des Berliner Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlags)
"Es ist merkwürdig, aber von jedem, der verschwindet, heißt es, er sei hinterher in San Francisco gesehen worden."
(Oscar Wilde)
"`Kann der Geist fassen´, sagte Arcade, `was eine große Stadt an Schmerz und Leid in sich birgt? Ich glaube, falls ein Mensch sich das vorstellen könnte, wäre der Schrecken dieser Vision so groß, daß er wie vom Blitz getroffen niederstürzen würde.´"
(Anatole France, aus: Aufruhr der Engel)
"Vom Abend glänzt der rote Bauch dem Baal, // Die großen Städte knien um ihn her. // Der Kirchenglocken ungeheure Zahl // Wogt auf zu ihm aus schwarzer Türme Meer."
(Georg Heym, Der Gott der Stadt)
"Was soll ich in New York - ich war schon zweimal in Hannover."
(Arno Schmidt)
"Alles dörrt, siedet, zischt, grölt, lärmt, trompetet, hupt, pfeift, rötet, schwitzt, kotzt und arbeitet."
(George Grosz über New York)
"Das städtische Dasein ist ungemein kompliziert."
(Fernand Braudel; zitiert nach: Thomas Wörtche: Celil Oker und der "Verbrechensraum" Mittelmeer. In: http://www.kaliber38.de/woertche/woertche_mittelmeer.htm)
"Ungläubiger: in New York: jemand, der nicht an die christliche Religion glaubt; in Istanbul: jemand, der an sie glaubt."
(Ambrose Bierce)
"Man nennt mich allenthalben einen Meister der Ironie, aber auf die Idee, ausgerechnet im Hafen von New York eine Freiheitsstatue zu errichten, wäre nicht einmal ich gekommen."
(George Bernard Shaw)
"Dann steigt am Horizont die Stadt auf, umschleiert die Türme des World Trade Center, die hervorstehen wie zwei riesige Zähne in einem kaputten Gebiß."
(George Tabori, in: Die Woche vom 20.09.1996)
"Das Ende des Sommers. Alles strömt aus der Stadt. Die Republikaner rücken zu ihrem Parteikongreß an. Das Leben in den Zeiten von George W. Bush, denkt Sid. Jede Menge Gebete. Jede Menge Propaganda in den Nachrichten. Die Republikaner kommen. Die Invasion, denkt er.
Wieder sieht er hinaus aufs Wasser. Wie bei jedem hier wandert Sids Blick zuerst zu der Lücke in der Skyline. Unwillkürlich. Wie die Zunge, die immer wieder nach dem fehlenden Zahn tastet. Bald sind es drei Jahre, seit die Twin Towers eingestürzt sind. Drei Jahre, seit alles anders geworden ist."
(Reggie Nadelson, Rote Wasser)
Tipp: Lesen Sie mehr dazu in unserer Buchbesprechung zu Reggie Nadelson "Rote Wasser"
"Man darf nicht vergessen, daß New York eine große Stadt ist und daß in allen großen Städten Gutes und Böses auf die großartigste Weise einander aufwiegen."
(Charles Dickens)
"Jeder Städtebewohner weiß, daß die Architektur, im Gegensatz zur Poesie, eine terroristische Kunst ist."
(Hans Magnus Enzensberger)
"Man kann mit einer Wohnung einen Menschen genauso töten wie mit einer Axt."
(Heinrich Zille)
"Die Wiener machen aus ihrer Mördergrube ein Herz."
(Fritz Kortner, Schauspieler und Regisseur, 1892-1970)
"Das einzige Lob, das es in Wien gibt, ist der Neid. Die einzige Zufriedenheit, die es in Wien gibt, ist der Tod."
(Helmut Qualtinger; zitiert nach: Stefan Slupetzky, Der Fall des Lemming)
"Die Lichter der Großstadt beginnen zu glühen wie unzählige Koboldaugen, denn sie sind die Wächter eines Geheimnisses - mag es noch so trivial sein -, das der Autor kennt und der Leser nicht... Diese Gestaltwerdung der Poesie Londons ist nichts Geringes."
(Gilbert Keith Chesterton)
WEITERE STADTANSICHTEN
"Edinburgh war eine schizophrene Stadt, die Stadt von Jekyll & Hyde natürlich, von Pelzmänteln ohne Schlüpfer darunter."
(Ian Rankin)
"Miami ist die einzige Stadt der Welt, wo man beim Frühstück eine Lüge erzählen kann, die am Abend Wahrheit geworden ist."
(Charles Willeford, zitiert nach Egbert Hörmann, Miami Blues, in: TIP 7/1990, S. 105)
"In einer wirklich schönen Stadt läßt sich auf die Dauer nicht leben - sie nimmt einem die Sehnsucht."
(Elias Canetti)
LANDLEBEN
"Kalifornien hat ein so gesundes Klima, daß dort fast niemand eines natürlichen Todes stirbt."
(Robert Lee Frost)
"Haben Sie zur Abwechslung wenigstens schlüpfrige Träume? Auf dem Land ist der Fehltritt ein Trost, wenn er auch in der Stadt eine schmutzige Sache ist."
(Gustave Flaubert)
FORTSCHRITTE
"Er schafft es zwar nicht, auf die Liste der zehn meist gesuchten Verbrecher zu kommen, aber er wird Gangster des Jahres und wird als Gastredner zu vielen Essen und an viele Universitäten eingeladen."
(Woody Allen)
"Aber als Gott sah, dass Grausamkeit an sich unbrauchbar war, erschuf er den Menschen, damit er die Grausamkeit nutzbar anwende."
(Georg Kreisler)
"Technischer Fortschritt ist wie eine Axt in den Händen eines pathologischen Kriminellen."
(Albert Einstein)
"Ist es ein Fortschritt, wenn ein Kannibale Messer und Gabel benutzt?"
(Stanislaw Jerzy Lec)
"Wer heutzutage Karriere machen will, muß schon ein bißchen Menschenfresser sein."
(Salvador Dali)
"... und wenn Menschenfresser weinen, / tut ihnen alles schrecklich leid, / doch sie können's halt nicht ändern / es ist halt 'ne harte Zeit ..."
(Rio Reiser; aus dem Refrain seines Songs "Menschenfresser")
"Man möchte zuweilen ein Kannibale sein, nicht um den oder jenen aufzufressen sondern um ihn auszukotzen."
(E.M. Cioran)
ZUSTÄNDE
"Die einzig richtige Einstellung in der heutigen Welt ist die eines gepflegten Galgenhumors."
(Georg Kreisler)
"Galgenhumor ist die Kunst, sich den Ast zu lachen, auf dem man sitzt."
(Wolfgang Neuss)
"Am schlimmsten:
Nicht im Sommer sterben,
wenn alles hell ist
und die Erde für Spaten leicht."
(Gottfried Benn; zitiert nach: Michael Theurillat, Im Sommer sterben)
"Das Ärgste ist noch nicht, so lang man noch sagen kann, das ist das Ärgste."
(William Shakespeare, King Lear; zit. aus: Ian Rankin, Verborgene Muster)
"Kein Mensch wird alle seine Sorgen mit einem Schlag los - es sei denn, er ist Boxer."
(Lore Krainer, österreichische Chansonsängerin)
"Reue ist der feste Vorsatz, beim nächsten Mal keine Fingerabdrücke zu hinterlassen."
(Marcel Archard, französischer Dramatiker)
"Gewohnheiten sind die Fingerabdrücke des Charakters."
(Alfred Polgar)
TAGESFORMEN
"Montag morgen mordeten motzende Moskauer Mooskauer molchige Möpse, da sie die molligen Moskowiterinnen nicht mochten."
(N.N.)
"Ich bin gar nicht abergläubisch. Zum Beispiel würde ich ohne jede Hemmung an einem Freitag, dem dreizehnten, in Gegenwart einer schwarzen Katze, unter der Leiter stehend, mit der linken Hand einen Scheck über dreizehntausend Dollar entgegennehmen."
(Diana Rigg, bekannt geworden in der Rolle als Emma Peel in "The Avengers" bzw. "Mit Schirm, Charme & Melone")
"Wenn man jung und gesund ist, kann man sich am Montag umbringen wollen und am Mittwoch schon wieder lachen."
(Marylin Monroe)
"Wir alle führen zwei Leben: Eines, das wir träumen, und ein anderes, das uns ins Grab bringt."
(Fernando Pessoa)
"Ich wollte mich umbringen, aber meine Analyse war streng nach Freud, und wenn man sich umbringt, zwingen sie einen, für die Sitzungen, die man verpasst, zu bezahlen."
(Woody Allen)
"Es war mir nicht mehr genug, einen Artikel über etwas so Einfaches und Selbstverständliches wie die Verbrechen der Zukunft zu schreiben, ich fühlte mich zu größeren Anstrengungen imstande."
(Knut Hamsun)
Letzte Aktualisierung: 01. August 2009
Sonstige Kriminalitäten
"Von den meisten Büchern bleiben bloß Zitate übrig. Warum nicht gleich Zitate schreiben?"
(Stanislaw Jerzy Lec)
Liebe Freunde der Kriminalliteratur,
zur Förderung kriminologischer Literaturwissenschaft und zur Verhinderung des Vergessens wichtiger Wortbeiträge zum Thema sammeln wir hier (thematisch geordnet) fortlaufend Zitate aus der Welt des Krimis, des vorgeblich Amoralischen, aus der dunklen Seite des Lebens.

(Abbildung: © Hammett Krimibuchhandlung)

