Krimi-Zitate: Furcht und Schrecken
BEÄNGSTIGEND
"An diesem Roman ist alles erfunden - nur die Angst ist echt."
(Anfangsmotto des Kriminalromans von -ky, Einer will's gewesen sein)
"Die Gänsehaut ist die Epidermis unserer Zeit."
(Alfred Hitchcock)
"In der Kunst gibt es nur ein Kriterium: die Gänsehaut. Man hat es, oder man hat es nicht."
(Kurt Tucholsky)
"Ich glaube, dass der Kriminalroman keine niedere Kunst darstellt, weil er dazu beiträgt, symbolisch natürlich, eine Lösung für den Umgang mit der Angst zu finden, mit der wir ständig leben."
(Fred Vargas, zitiert aus: Tobias Gohlis, Dämonen bannen. In: buchjournal 1/2007, S. 25)
"Künstler leben, wenn sie es ernst meinen, gefährlich und kommen ohne Mut nicht aus."
(William Seward Burroughs)
VORAHNUNGEN
"Im Grunde bewegen nur zwei Fragen die Menschheit: Wie hat alles angefangen und wie wird alles enden?"
(Stephen Hawking)
"Die meisten haben in ihrem Leben höchstens eine dunkle Ahnung dessen, was eigentlich das Leben ist."
(Wilhelm von Humboldt)
"So etwas wie ein Omen gibt es nicht. Das Schicksal sendet uns keine Herolde. Dazu ist es zu weise oder zu grausam."
(Oscar Wilde)
"Ein bißchen Furcht vor etwas Bestimmten ist gut. Sie dämpft die viel größere Furcht vor etwas Unbestimmten."
(Robert Musil)
"Der Verstand glaubt stets, dass wahr sei, was er fürchtet."
(Ovid)
WEITERE ANGSTZUSTÄNDE
"Angst. Verleiht Flügel."
(Gustave Flaubert, Wörterbuch der Gemeinplätze)
"Die Angst ist der Fluch des Menschen."
(Fjodor Michailowitsch Dostojewskij)
"Der Aberglaube setzt die ganze Welt in Brand, die Philosophie löscht ihn."
(Voltaire)
"Früher hatten die Menschen Angst vor der Zukunft. Heute muß die Zukunft Angst vor den Menschen haben."
(Werner Mitsch)
"Ein Blick in die Welt beweist, dass Horror nichts anderes ist als Realität."
(Alfred Hitchcock)
"Alle Schrecken, die Romandichter zu erfinden meinen, bleiben hinter der Wirklichkeit zurück."
(Honoré de Balzac)
"Die heimliche Angst, denunziert zu werden,
Der unterschwellige Terror
eines Klopfens an der Tür."
(Jewgenij Jewtuschenko, Ängste. Aus: John Gardner, Kennwort Tarot)
"Warum sollte man Angst vor dem Tode haben? Denn solange wir sind, ist der Tod nicht da, und sobald er da ist, sind wir nicht mehr!"
(Epikur von Samos)
"Angst kann man in sich immer finden. Man muß nur tief genug suchen."
(André Malraux)
"Man muß vor nichts im Leben Angst haben, wenn man seine Angst versteht."
(Marie Curie)
"Sich vor sich selbst fürchten, ist der Schrecken aller Schrecken."
(C.S. Lewis)
"Glücklich sein heißt, ohne Schrecken seiner selbst innewerden können."
(Walter Benjamin)
"Habe keine Angst vor der Angst, habe Mut zur Angst."
(Günther Anders)
"Die Furcht läßt das Gefürchtete Wirklichkeit werden."
(Ingmar Bergmann)
"Wenn das Publikum keine Alpträume hat, ist ihm sofort langweilig."
(Thomas Bernhard)
"Wenn einer keine Angst hat, hat er keine Phantasie."
(Erich Kästner)
"Der Grad der Furchtsamkeit ist der Gradmesser der Intelligenz."
(Friedrich Nietzsche)
"Ich werde vielleicht in meiner Todesstunde zittern, aber vor meiner Todesstunde werde ich nie zittern."
(Gotthold Ephraim Lessing)
"Furcht besiegt mehr Menschen als irgendetwas anderes auf der Welt."
(Ralph Waldo Emerson)
"Das Geheimnis des Glücks ist die Freiheit. Das Geheimnis der Freiheit ist aber der Mut."
(Perikles)
"Die Religion stützt sich vor allen und hauptsächlich auf die Angst."
(Bertrand Russell)
"Religionen haben Mord und Selbstmord verurteilt, haben aber, - vom Menschenopfer ganz abgesehen -, grausamste Verfolgungen Andersgläubiger erlaubt oder geboten."
(Fritz Bauer, Jurist, 1903-1968)
"Ich betrachte die Religion als Krankheit, als Quelle unnennbaren Elends für die menschliche Rasse."
(Bertrand Russell)
"Ich weiss nur, dass mein Herz wie verrückt klopfte und ich so ein komisches Kribbeln am ganzen Körper spürte - ich habe keine Ahnung, ob es Liebe war, oder ob ich die Masern kriegte."
(Woody Allen)
FURCHTLOSE GESELLEN
"Die meisten harten Jungs haben ziemlich oft Angst. Darum bemühen sie sich ja so sehr, hart zu sein, Auf jeden Fall habe ich das Gefühl, daß er beunruhigt ist, und dazu hat er ja auch allen Grund. Irgend jemand hat zwei seiner Männer völlig grundlos hingerichtet. Sie hätten niemanden erschießen müssen."
"Dann war das also eine Botschaft?"
"Sieht so aus."
"Aber offensichtlich keine sehr verständliche, wenn er nicht weiß, was es damit auf sich haben könnte. Wie geht es jetzt weiter?"
(aus: Lawrence Block: Verluste, S. 45)
Tipp: Weitere Lebenseinsichten harter Burschen finden Sie in: Lawrence Block: Verluste
"Mut heißt: von vornherein wissen, daß man geschlagen ist, und trotzdem den Kampf aufnehmen."
(aus: Harper Lee, Wer die Nachtigall stört)
"Angst ist für die Seele ebenso gesund wie ein Bad für den Körper."
(Maxim Gorki)
"Mut ist Widerstand gegen die Angst, Sieg über die Angst, aber nicht Abwesenheit von Angst."
(Mark Twain)
"Mut ist nichts anderes als Angst, die man nicht zeigt."
(Sergio Leone)
"Auch der stärkste Mann schaut einmal unters Bett."
(Erich Kästner)
"Da gibt es den Ängstlichen, der unter sein Bett schaut, und den Ängstlichen, der sich nicht einmal traut, unter sein Bett zu schauen."
(Jules Renard)
"Wer zugibt, dass er feige ist, hat Mut."
(Fernandel)
"Die unheimlichste aller Erfindungen ist der Spiegel. Woher nehmen die Menschen nur den Mut, da hineinzuschauen?"
(Brendan Behan)
"Man hat nur Angst, wenn man mit sich selber nicht einig ist."
(aus: Hermann Hesse, Demian)
"Der Mensch beginnt erst dann richtig zu leben, wenn er mit dem Rücken zur Wand steht."
(aus: Paul Auster, Das Buch der Illusionen)
"Tapferkeit ist ein Anfall, der bei den meisten Menschen schnell vorübergeht."
(Mark Twain)
HELDEN
"... es ist unrecht über den Helden zu lächeln, der mit der mit der Todeswunde auf der Bühne liegt und eine Arie singt. Wir liegen und singen jahrelang."
(Franz Kafka; zitiert aus dem Anfangsmotto in: Peter Zeindler, Der Zirkel)
"Ich mag keine Helden. Sie machen mir zuviel Lärm in der Welt."
(Voltaire)
"Unglücklich das Land, das Helden nötig hat!"
(Bertolt Brecht)
"Ein Held ist nicht tapferer als jeder andere, er ist nur fünf Minuten länger tapfer."
(Ralph Waldo Emerson)
"Falsche Helden haben keine Angst, weil sie keine Phantasie haben. Sie sind dumm und haben keine Nerven. Echte Helden haben Angst und überwinden sie."
(Erich Kästner)
"Der gewöhnliche Mensch ist in eine Handlung verwickelt, der Held handelt. Der Unterschied ist gewaltig."
(Henry Miller)
"Ein Feigling ist Mensch, bei dem der Selbsterhaltungstrieb noch normal funktioniert."
(Ambrose Bierce)
"Heldenhaftigkeit ist eine Todesart, keine Lebensart."
(Gabriel Laub)
"Zeigt mir einen Helden, und ich werde euch eine Tragödie schreiben."
(F. Scott Fitzgerald)
"Was bleibt über vom Heldentum? Ein verfallener Hügel, bewachsen mit Unkraut."
(Konfuzius)
"Jeder Held wird auf die Dauer langweilig."
(Ralph Waldo Emerson)
"Ein Held ist einer, der tut was er kann."
(Romain Rolland)
EXISTENZGRÜNDE
"Es gibt keine Grenzen. Nicht für den Gedanken, nicht für die Gefühle. Die Angst setzt die Grenzen."
(Ingmar Bergman)
"Wer nicht bereit ist zu sterben, wird niemals leben."
(Hubert Selby)
"Die höchste Stufe des menschlichen Elends ist die Angst vor dem, was den Menschen von seinem Elend befreien könnte: die Angst vor dem Tod."
(Sully Prudhomme)
"Die Furcht ist das Unglück, deshalb ist nicht Mut das Glück, sondern Furchtlosigkeit."
(Franz Kafka)
"Angst ist für das Überleben unverzichtbar."
(Hannah Arendt)
"Der hat die Lehren des Lebens nicht begriffen, der nicht täglich eine Angst überwindet."
(Ralph Waldo Emerson)
"Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende."
(Ferdinand von Schill, preußischer Offizier, 1776 - 1809)
"Die Furcht ist das Unglück, deshalb ist nicht Mut das Glück, sondern Furchtlosigkeit."
(Franz Kafka)
"Ein Blick in die Welt beweist, daß Horror nichts anderes ist als Realität."
(Alfred Hitchcock)
"Angst ist die Hauptquelle des Aberglaubens und eine der Hauptquellen der Grausamkeit."
(Bertrand Russell)
ANGSTMACHER
"Wer anderen zu wenig traut, / hat Angst an allen Ecken; / und wer zu viel auf andere baut, / erwacht zumeist mit Schrecken."
(Wilhelm Busch)
"Wann, denkst du, werde ich Angst vor dir bekommen?"
"Viele Leute werden Angst vor mir bekommen, noch bevor diese Geschichte zu Ende ist."
(Mickey Spillane, Man Alone; zitiert aus: Giuseppe Genna, Im Namen von Ismael, Zürich 2002, S.245.)
"Angst ist die Hauptquelle des Aberglaubens und eine der Hauptquellen der Grausamkeit."
(Bertrand Russell)
"Je weniger Aberglaube, desto weniger Fanatismus, und je weniger Fanatismus, desto weniger Unheil."
(Voltaire)
"Gerade durch das, was an ihm typisch menschlich ist, bleibt der Mensch eine zwar wohlgelungene, aber monströse und störende Schöpfung."
(Pierre Teilhard de Chardin)
"Fürchterliche Erlebnisse geben zu raten, ob der, welcher sie erlebt, nicht etwas Fürchterliches ist."
(Friedrich Nietzsche, Jenseits von Gut und Böse; zitiert aus: Andrew Pyper, Die Nachhilfestunde)
"Angst ist der größte Feind der Liebe. Man fühlt sich dann, als klammere sich ein Ertrinkender an einen. Man möchte ihn retten, weiß aber, daß er in seiner panischen Angst den Retter mit ins Verderben reißt."
(Anaïs Nin)
"Wenn die Erde ahnte, wie sich der Komet vor ihr fürchtet."
(Karl Kraus)
"Verzweiflung ist der Rohstoff grundlegender Veränderung."
(aus: William S. Burroughs, Naked Lunch)
"Gewalt birgt immer ein Element der Verzweiflung."
(Thomas Mann)
"Gewalt ist die letzte Zuflucht der Unfähigen."
(Isaac Asimov)
"Ein Krimi-Regisseur ist ein Mann, der im Dunkeln Gänsehaut verkauft."
(Alfred Hitchcock)
"Fürchte nicht die, die nicht mit dir übereinstimmen, sondern die, die nicht mit dir übereinstimmen und zu feige sind, es dir zu sagen."
(Napoleon Bonaparte)
"Das Geheimnis jeder Macht besteht darin: zu wissen, daß Andere noch feiger sind, als wir."
(Ludwig Börne)
SEHER (SPIELER, DIE MIT ÄNGSTEN SPIELEN)
"Die Kunst der Seher ist ein eitles Nichts; Betrüger sind sie oder sind betrogen."
(Friedrich Schiller)
"Des Glückes Welle hebt, die Welle stürzt den Hohen und den Niederen immerzu; kein Seher weiß, wann sie zur Ruhe kommt."
(Sophokles)
"Alle Geheimnisse liegen in vollkommener Offenheit vor uns. Nur wir stufen uns gegen sie ab, vom Stein bis zum Seher. Es gibt kein Geheimnis an sich, es gibt nur Uneingeweihte aller Grade."
(Christian Morgenstern)
"Hellseher leben von Ahnungen, von denen sie keine Ahnung haben."
(Maria Mitchell (1818 - 1889), US-amerikanische Astronomin und Philosophin)
"Letztlich bekommt jeder von uns genau das, was er verdient - aber nur die Erfolgreichen geben das zu."
(Georges Simenon)
"Es gibt einen alten Wahn, der heißt Gut und Böse. Um Wahrsager und Sterndeuter drehte sich bisher das Rad dieses Wahns."
(Friedrich Nietzsche, Also sprach Zarathustra - 3. Teil, Von alten und neuen Tafeln, 9)
LACHEN ALS ANGSTTHERAPIE?
"Die Komödie ist die öffentliche Version einer privaten Dunkelheit. Je komischer sie ist, desto mehr muß man sich fragen, wie viele Schrecken darin verborgen liegen."
(Paul Theroux, My Secret History; zitiert aus: Michael Dibdin, Schmutzige Tricks)
"Lachen tötet die Furcht und ohne Furcht kann es keinen Glauben geben. Wer keine Furcht mehr vor dem Teufel hat, braucht keinen Gott mehr (...) dann können wir auch über Gott lachen."
(aus: Umberto Eco, Der Name der Rose)
Tipp: Den absoluten Klassiker des historischen Kriminalromans noch nicht gelesen? Dem kann abgeholfen werden: Umberto Eco, Der Name der Rose
DIE GRÖSSTE ANGST
"Unsere größte Angst als einen Zwischenfall ohne Bedeutung ansehen, nicht nur im Leben des Weltalls, sondern in dem unserer eigenen Seele, das ist der Anfang der Weisheit. Sie mitten in der Angst so ansehen ist die vollkommene Weisheit. In dem Augenblick, in dem wir leiden, scheint der menschliche Schmerz unendlich zu sein. Doch weder ist der menschliche Schmerz unendlich, noch ist unser Schmerz mehr wert als eben ein Schmerz, den wir ertragen müssen."
(aus: Fernando Pessoa, Das Buch der Unruhe)
"Man muss mit sauberen Händen und ohne große Worte vor den Tod treten."
(Marlene Dietrich)
Letzte Aktualisierung: 25. Juli 2009
Furcht und Schrecken
"Die Nacht ist wie ein großes Haus. Und mit der Angst der wunden Hände reißen sie Türen in die Wände - dann kommen Gänge ohne Ende, und nirgends ist ein Tor hinaus."
(Rainer Maria Rilke)
Liebe Freunde der Kriminalliteratur,
Krimis spielen mit unseren Ängsten. Und manches Buch hat uns nachts nicht einschlafen lassen (...) - Was hier aus berufenem Munde folgt, ist ein Spektrum der Ängste und des Schreckens.

(Abbildung: © Hammett Krimibuchhandlung)

