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Verlag: Argument - Die Hex ist tot

Die Hex ist tot - Geier, Monika - Argument

Geier, Monika Die Hex ist tot

Vor fünfzehn Jahren verschwand die alte Frau Bräunig nach einem Kasinobesuch spurlos. Elf Jahre später öffnete in Ludwigshafen ein Unbekannter nachts Schachtabdeckungen der Kanalisation. Dabei tauchte in einem unterirdischen Fettabscheider die Leiche der Frau Bräunig auf. Doch die Fährte blieb kalt, und niemand weiß, wer die Deckel gelüpft hat. Bis wiederum vier Jahre später erneut Schächte offen stehen im vierzig Kilometer entfernten Lautringen. Nun landet der Fall bei Kriminalkommissarin Bettina Boll.

Die glaubt zunächst nicht, dass die offenen Gullideckel in Lautringen wirklich einen Bezug zum alten Fall Bräunig haben. Dann aber steckt plötzlich auch hier eine Tote im Kanalschacht. Der Mörder hat die übergewichtige Frau kopfüber in die Schachtöffnung gestopft und hilflos verenden lassen: eine brutale Foltermethode, wie Pathologe Dr. Lee beunruhigt erläutert.

Jetzt wird eilends eine Sonderkommission eingerichtet. Zusammen mit ihren Kollegen und behindert von ungeplanten zwischenmenschlichen Verwicklungen rollt Bettina Boll den alten Fall neu auf. Binnen Kurzem stößt sie auf mutmaßliche Zeugeneinschüchterung, auf Drogenkonsumenten, Therapiepatienten und auf weitere Leichen.

Autor: Geier, Monika
Titel: Die Hex ist tot
Jahr: 2013-10
Seiten: 365 | Taschenbuch
Verlag: Argument
ISBN: 978-3-86754-216-6
Preis: 12.00 EUR

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Unsere Meinung:

Nach dem irritierenden Serien-Ausreißer „Müllers Morde“ (Bettina Boll nur Nebenfigur am Rande, der Titelheld ein furchtbarer Unsympath, und den sympathischen Hauptfiguren, den Guten, widerfährt Übles) spielt Kriminalkommissarin BB nun in „Die Hex ist tot“ wieder die erste Geige.

Oder versucht es zumindest. Sie muss sich nämlich diverser Affären erwehren. Und sie ist auch nicht schlauer als ihre Polizeikollegen. Auch sie kapiert erst langsam, was es mit den serienweise offen stehenden Kanaldeckeln auf sich hat – ein Rätsel à la Fred Vargas.

Monika Geiers Serie um Bettina Boll gehört zum Erfreulichsten, Solidesten und Niveaubeständigsten, was der deutsche Polizeikrimi der letzten zehn Jahre zu bieten hat. Zur literarischen Größe eines Friedrich Ani fehlt nur noch das gewisse Etwas, doch ansonsten stimmt alles: Realismus, Spannung, Überraschungen, Witz. Und nicht zuletzt, deshalb erscheinen ihre Krimis zu Recht beim Argument Verlag, ein schmerzhaft genauer Blick auf Menschliches und soziale Wirklichkeiten.

Hier in „Die Hex …“ geht es unter anderem um den Lebensabend verschiedener schrullig und schwierig gewordener alter Frauen. Wie dezent sie das macht, wie sie fast heimlich Melancholie und Nachdenklichkeit einbringt in die eigentlich zügig und humorvoll erzählte Polizeiermittlungsgeschichte – eine Freude!

[rs/13.12.2013]