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Verlag: Pendragon - Kalter Schuss ins Herz

Kalter Schuss ins Herz - Stroby, Wallace - Pendragon

Stroby, Wallace Kalter Schuss ins Herz

Originaltitel: Cold Shot To The Heart
Aus dem Amerikanischen von Alf Mayer

Crissa Stone ist Profi - und knallhart. Die clevere Meisterdiebin ist gut im Geschäft. Wenn es allerdings um ihren Lover geht, bekommt die scheinbar undurchdringliche Fassade Risse. Um ihn aus dem Knast zu holen, braucht sie Geld. Viel Geld. Durch den Überfall auf eine hochkarätig besetzte Pokerrunde gerät Crissa ins Visier eines Auftragskillers namens "Eddie der Heilige".
Denn Eddie ist ein Profi - und auch er will die Beute für sich haben.

Autor: Stroby, Wallace
Titel: Kalter Schuss ins Herz
Jahr: 2015-08
Seiten: 336 | Taschenbuch
Verlag: Pendragon
ISBN: 978-3-86532-487-0
Preis: 17.00 EUR

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Unsere Meinung:

Genre-Tradition: Wie im Vorwort des Autors und noch mal im Anhang mit Autoreninterview nachzulesen – und das liest sich dann fast wie Entschuldigung oder Rechtfertigung, jedenfalls aber wie eine Erklärung, die Autor und Verlag offenbar für nötig hielten – ist „Kalter Schuss ins Herz“ ein schneller, lakonischer, herber und harter, um jeden erzählerischen Speck reduzierter Ganovenkrimi à la Richard Stark (Parker-Serie) und Garry Disher (Wyatt), allerdings mit einer jungen kompetenten Geldräuberin als angehende Serienheldin. Kein Gelaber, zack zack, richtig erfrischend: Strobys Prosa bläst einem das Gehirn frei wie eine rasante Cabrio-Fahrt mit offenem Verdeck durch weite amerikanische Landschaft.

Unübliche Heldin: Tja, warum eigentlich? Haufenweise harte Privatdetektivinnen und Polizistinnen seit den 1980ern, aber keine tollen Verbrecherinnen in Krimiserien. Vage erinnern wir uns da vielleicht an die ersten beiden Krimis von Jenny Siler, die sich danach aber als einzige Frau in die erste Liga der ernstzunehmenden Politthrillerautoren schrieb. Oder an Thomas Perrys halbkriminelle Fluchthelferin Jane Whitefield, die es wie Strobys Heldin unfreiwillig mit der Mafia zu tun bekommt. - Tja, warum eigentlich nicht? Und warum muss Stroby seiner dann eben doch nicht so knallharten Heldin unbedingt eine Liebe (zu ihrem älteren Mentor, der im Knast sitzt) und ein kleines Kind (das sie von einer Verwandten großziehen lässt) andichten? Wäre eine weibliche Variante solcher gewissenlosen Individualisten wie Parker tatsächlich so undenkbar oder zu beunruhigend?

Pulp: Was der Pendragon Verlag hier mit großer Schrift und üppig Seitenrand zu einem 350-Seiten-Klappenbroschur-Paperback aufgeblasen hat (ja, natürlich, um es über den höheren Ladenpreis überhaupt finanzieren zu können, okay), das gehörte eigentlich in ein billiges Taschenbuch mit schlechtem Papier und einem trashigen Cover à la Hard Case Crime. Aufmachung und Inhalt passen hier ebenso wenig zusammen wie Richard Stark und der Zsolnay Verlag oder George V. Higgins und Kunstmann.

Serie: Ein toller Auftakt, man möchte sofort mehr lesen. Hoffen wir, dass Pendragon dranbleibt. Und statt den ganzen alten Spenser-Krimis von Robert B. Parker, die dort gerade neu erscheinen, würde ich eigentlich lieber die ganzen alten Parker-Krimis von Richard Stark so endlich mal auf Deutsch lesen …

RS 30.11.2015