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Verlag: Festa - Longmire: Bittere Wahrheiten

Longmire: Bittere Wahrheiten - Johnson, Craig - Festa

Johnson, Craig Longmire: Bittere Wahrheiten

Original: The Cold Dish
Aus dem Amerikanischen übersetzt von Patrick Baumann

Als die Leiche von Cody Pritchard gefunden wird, weiß Walt Longmire, seit 25 Jahren Sheriff in Absaroka County, Wyoming, dass echte Schwierigkeiten auf ihn zukommen.
Zwei Jahre zuvor hatten Cody und drei seiner Schulfreunde ein Cheyenne-Mädchen vergewaltigt. Cody wurde in der Nähe des Indianer-Reservates erschossen. Hat dort jemand mit einem Rachefeldzug begonnen? Es scheint so.
Und nun ist es Longmire selbst, der zwischen den übrigen Jungen und einem Sharps-Gewehr steht …

1. Krimi um Sheriff Walt Longmire

Autor: Johnson, Craig
Titel: Longmire: Bittere Wahrheiten
Jahr: 2017-07
Seiten: 509 | Taschenbuch
Verlag: Festa
ISBN: 978-3-86552-550-5
Preis: 12.95 EUR

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Unsere Meinung:

Nicht bei Pendragon, wo sie eigentlich hinpassen würde, sondern bei Festa, Deutschlands Horror- und Extrem-Verlag Nummer eins, erscheint sie nun endlich auf Deutsch: Craig Johnsons Krimiserie um Sheriff Walter Longmire im fiktiven Absaroka County, Wyoming.

Spoiler-Entwarnung: Figuren und Plots von Romanserie (12 Romane plus Storys) und TV-Adaption (bisher 5 Staffeln) unterscheiden sich. Man kann also getrost die TV-Serie gucken und hinterher die Krimis lesen, oder umgekehrt.

„Bittere Wahrheiten“ („The Cold Dish“, 2004) zieht uns gleich in diese relativ ruhige, eher altmodische, fast anheimelnde Welt der Farmer und Viehzüchter am Rande der Rocky Mountains hinein. Doch hier schwelen einige Konflikte (zum Beispiel mit den Reservatsindianern und der dortigen Polizei), und hier schleppt fast jeder so seine Geschichten und Geheimnisse mit sich herum. Paradebeispiel Walt Longmire himself: ein etwas grantiger Vietnamveteran, der etwas zu viel isst und trinkt, der hier zu Beginn noch arg um seine tote Ehefrau trauert und den Kontakt zu seiner Tochter verloren hat. Aber er hat in Henry Standing Bear, Cheyenne und Barbesitzer, seit über dreißig Jahren einen treuen Freund. Auch von seiner Handvoll Helfer(innen) im Sheriffsbüro würden einige für ihn durchs Feuer gehen. So wie er selbst für die Opfer all der Verbrechen, die er zäh und unerbittlich aufklärt.

Es geht also einerseits gemütlich zu, sehr menschlich, stets mit einem Humor, den man als „hart, aber herzlich“ bezeichnen könnte. Andererseits tischt uns der Autor hier keine heile Welt auf, sondern eine ländliche und kleinstädtische Provinzwelt mit sämtlichen Schattenseiten, Problemen und Brutalitäten unserer modernen Welt. Die nur scheinbar schlichte Welt von Absaroka County erweist sich als ungeheuer reichhaltig; die Figuren mit ihren Beziehungen entfalten eine faszinierende Komplexität.

„Longmire“ hat etwas von einem Western. Und auch vom klassischen US-amerikanischen Privatdetektivroman. Und erinnert manchmal ein bisschen an die Romane von Tony Hillerman und manchmal an die Jesse-Stone-Krimis von Robert B. Parker.
Erzählt ist das angenehm traditionell. Bis auf eine Eigenheit, wegen der mir ein bisschen bange war vor der deutschen Ausgabe. Doch zu meiner Freude zieht der Übersetzer Patrick Baumann die ebenso konsequent durch – und es klappt! Gute Arbeit!

[RS/22.07.2017]