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Verlag: Blanvalet - Der letzte Befehl

Der letzte Befehl - Child, Lee - Blanvalet

Child, Lee Der letzte Befehl

Originaltitel: The Affair
Aus dem Amerikanischen von Wulf Bergner

Der Einsatzbefehl für den Militärpolizisten Jack Reacher ist eindeutig: Er soll verdeckt und ohne offizielle Unterstützung den Mord an einer jungen Frau aufklären - und anschließend, falls nötig, seine Ergebnisse vertuschen! Denn der Hauptverdächtige ist ein hoch dekorierter Offizier, der gerade von einer geheimen Mission zurückgekehrt ist, und - schlimmer noch - der Sohn eines Senators. Reacher soll niemandem auf die Zehen treten und verhindern, dass die Presse den Fall aufbauscht. Doch was er entdeckt, lässt ihn an der Rechtmäßigkeit seines Auftrags zweifeln - und macht aus Reacher einen Mann, den man fürchten muss.

Autor: Child, Lee
Titel: Der letzte Befehl
Jahr: 2018-06
Seiten: 448 | Taschenbuch
Verlag: Blanvalet
ISBN: 978-3-7341-0607-1
Preis: 9.99 EUR

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Unsere Meinung:

Genau das Richtige für Jack-Reacher-Fans. Wer die Romane nicht kennt oder nicht mag, braucht auch diesen nicht, und als Einstieg in die Serie würde ich ihn kaum empfehlen. Denn am meisten Vergnügen bereitet er, wenn man zu den Lesern gehört, die Jahr für Jahr wieder begierig den neuesten Jack-Reacher-Roman verschlingen.
„Der letzte Befehl“ ist nämlich ein schönes Prequel zur Serie. Hier löst Reacher seinen allerletzten großen Fall als Militärpolizist der US-Army, eine mehr oder weniger militärinterne Affäre (oder deutlicher gesagt: Schweinerei; „The Affair“ heißt der Originaltitel); und für Fans dieses brachialen, bisweilen brutalen bis mörderischen Serienhelden baut Lee Child hier einige nette Kleinigkeiten ein, die auf Späteres verweisen, auf die eigentliche Serie aus lauter Einzelromanen, in der Jack Reacher ja ziellos und unstet kreuz und quer durch die USA trampt, immer neuen Abenteuern entgegen.

Dass Jack Reacher immer wieder kurzerhand böse, verbrecherische Männer umbringt, mag irritieren. (Hoffentlich!) Aber wer von Lee Childs Schreibe einfach immer wieder gepackt wird, liest diese Männerabenteuerromane mit ihrer typischen Mischung aus Actionthriller und Rätsellösung trotzdem. In einem Rutsch, an einem verregneten Wochenende zum Beispiel. Dabei ist meiner buchhändlerischen Erfahrung nach die Leserschaft zu mindestens 50 % weiblich. Werden da Wünsche nach dem starken Mann befriedigt, mittels „escape literature“, „guilty pleasure“?

Dieser zu allem entschlossene, überaus kompetente Held und zugleich Antiheld, dieser Typ jedenfalls wird einst garantiert in der Hölle landen. (Im krassen Gegensatz etwa zu James Lee Burkes ewig mit sich haderndem Dave Robicheaux, der im Ernstfall noch dem fiesesten Mörderschwein das Leben zu retten versucht anstatt ihn einfach gerechterweise absaufen oder verbluten zu lassen.) Und dort wird Jack Reacher dann auf Gestalten wie Mickey Spillanes Mike Hammer und Richard Starks Parker treffen … - das wird bestimmt interessant!

[RS/29.06.2017]

P.S.: Als Serien-Einstieg empfehle ich gerne (warum auch nicht, ein bombiges Debüt!) Lee Childs allerersten Roman, „Größenwahn“, oder seinen zweiten, „Ausgeliefert“, oder auch einen meiner Favoriten, „Tödliche Absicht“. Letztlich ist es aber fast egal, man kann sie durcheinander lesen. Und wer nur mal kurz reinschnuppern will, schaue sich die erste Verfilmung an, „Jack Reacher“, nach dem Roman „Sniper“; der zweite Reacher-Film, nach dem Roman „Die Gejagten“, war leider nur noch ärgerlich, schlecht und überflüssig.